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Für ihre langjährige Treue zum Kreisjagdverband bedankte sich (v. li.) Vorsitzender Wolfgang Morlang bei Franz Baumgartner, der stolze 60 Jahre Mitglied ist, sowie bei Jakob Gerg für 50-jährige und bei Cilli Monn für 40-jährige Zu gehörigkeit. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Franz Augustin, Kaspar Urban, Johann Schwaiger, Dr. Dieter Steffens, Josef Waldherr und Josef Rinner ausgezeichnet.

Aufhebung der Schonzeit geht den Jägern zu weit

Wildschweine und der Wolf: Das waren die zentralen Themen bei der Jahresversammlung des Kreisjagdverbands.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wildschweine sind keine gern gesehenen Gäste: Sie vermehren sich rasant und richten enorme Flurschäden an. Seit die Afrikanische Schweinepest (ASP) immer näher an die deutsche Grenze heranrückt, kommt noch die große Sorge um eine Einschleppung und weitere Ausbreitung der Viruserkrankung durch das Schwarzwild dazu. Für bäuerliche Schweinehalter hätte das fatale Auswirkungen: Sollte ein Tier im Stall infiziert sein, müsste der ganze Bestand gekeult werden. Zusätzlich würde in so einem Fall eine Sperrzone ausgerufen, national droht eine Export-Sperre. Gefordert sind nun die Jäger. Sie sollen die Wildschweinbestände und damit das Gefahrenrisiko deutlich reduzieren. Mit diesem Thema beschäftigte sich jetzt der Kreisjagdverband Bad Tölz in seiner Jahresversammlung.

Der zu dem Treffen in der „Alten Schießstätte“ in Bad Tölz erwartete Präsident des Bayerischen Jagdverbands, Jürgen Vocke, hatte sich kurzfristig entschuldigen lassen. Gekommen war aber der Bezirksvorsitzende Thomas Schreder. Dass Schweinebauern ein „Riesenproblem und deshalb auch eine Riesenangst“ hätten, diesen Erreger in das nähere Umfeld ihres Betriebs oder sogar in ihren Stall zu bekommen, sei nachvollziehbar, sagte er. Dennoch gingen ihm die vom Bauernverband und von der Politik angedachten jagdlichen Maßnahmen zu weit. Dass neben dem Einsatz von Saufängen und Nachtsichtgeräten auch noch die Schonzeit aufgehoben werden solle, sei jenseits allen waidmännischen Tuns und gegen die Verpflichtung des Jägers zur Hege.

Die Erfahrungen hätten schließlich gezeigt, dass die Ausbreitung des Schweinepest-Virus überwiegend durch den Transitverkehr mit betroffenen osteuropäischen Ländern begünstigt werde. Häufig seien es von dort kommende Arbeitskräfte gewesen, die kontaminierte Lebensmittel oder Essensreste achtlos weggeworfen und somit den Wildschweinen ansteckendes Futter vorgelegt hätten.

Kommunikation und Information seien hier gefragt, erklärte Amtstierarzt Dr. Bernhard Hauser, der den Erreger als sehr widerstandsfähig, aber für den Menschen ungefährlich beschrieb. Die Befürworter der genannten Maßnahmen würden voraussetzen, dass mit einer Reduzierung der stetig steigenden Schwarzwild-Population auch die Gefahr der ASP-Ausbreitung verringert werden könne. Als Anreiz dafür gebe es 20 Euro Aufwandsentschädigung je erlegtem Tier. Ebenfalls eine Prämie gibt es für die Meldung eines tot aufgefundenen Wildschweins beim Veterinäramt oder die Verbringung eines erlegten Tiers zur Untersuchung. Generell müssten bei den unterschiedlichen Strategien einer Saujagd auch die Bauern mitwirken – „wir brauchen dazu beispielsweise Schussschneisen in den Maisfeldern“, so Hauser.

Neben der Schwarzwild-Problematik streifte Kreisjagdverbands-Vorsitzender Wolfgang Morlang auch das Thema Wolf, mit dem man sich bereits im vorigen Jahr befasst habe. Man wisse, dass nicht alle Wölfe, die mittlerweile in Deutschland unterwegs seien, der ursprünglichen und geschützten Art des „Europäischen Grauwolfs“ angehören. „Da sind auch gezüchtete Wolfshybriden dabei, deren Schutzstatus fragwürdig ist.“ Die Beweisführung sei allerdings schwierig.

Zuletzt kam ein verbandsinternes Vorhaben zur Sprache: „Wir wollen heuer den Schupfen hinter unserem Vereinslokal aufbauen, dessen Fundamente schon vor einiger Zeit betoniert wurden.“ Vorläufig seien 40 000 Euro dafür eingeplant. Darin sei dann Platz für eine Kühlzelle, einen Zerwirk- und einen Lagerraum. Rosi Bauer

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