In drei Büchern veröffentlicht Peter Remmling persönliche Gedanken und Texte.
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In drei Büchern veröffentlicht Peter Remmling persönliche Gedanken und Texte.

Kultur

Augenblicke teilen: Tölzer Künstler Peter Remmling veröffentlicht drei Bücher

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Peter Remmling kennt man im Tölzer Land vor allem durch seine Foto- und Objektkunst, doch nun hat er drei Bücher veröffentlicht. Sie heißen „Augenblick für Augenblick“, „Freiheit im Sein und Haben“ und „Das Antlitz Christi“.

Bad Tölz – Alle drei Bücher haben meditativen Charakter: Sie beschäftigen sich mit den großen Fragen des Lebens und laden ein, darüber nachzudenken. Zu den Gedanken, Zitaten und Gebeten gibt es ausgewählte Fotos von Peter Remmling.

Schreiben und seine Gedanken festhalten tut Peter Remmling schon seit Jahrzehnten, doch erst jetzt habe er den Wunsch verspürt, seine Texte auch in Buchform für die Nachwelt zu erhalten, erzählt er beim Telefongespräch mit unserer Zeitung. Und zwar, weil er in der Gesellschaft einen Wandel beobachte, der ihm nicht gefalle, und zwar nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie. Immer weniger komme es zu „wirklichen Begegnungen“ der Menschen, alles gleite immer mehr ins Digitale ab, bedauert der Tölzer. Man lerne sich heute übers Internet kennen und pflege über Kurznachrichtendienste seinen Freundeskreis. „Dabei sind doch auch die Stimme und die Sprache, ja selbst der Geruch eines Menschen etwas Essenzielles, was man bei persönlichen Treffen wahrnimmt und wertschätzt.“ Seine Kinder und Enkel würden ihn belächeln, dass er zwar E-Mails schreibe, aber nicht am Smartphone erreichbar sei. „Ich kommuniziere gerne über die Kunst“, sagt der gebürtige Allgäuer. Wenn er Werke verschenke, bekomme er „sehr viel zurück“.

Nun sind es also Bücher, in denen Remmling seine Gedanken teilt. In „Freiheit im Sein und Haben“ hat er nicht nur eigene Gedanken festgehalten, sondern auch Weisheiten von großen Philosophen der Zeitgeschichte. Dazu gibt es passende Fotos oder Bilder seiner Objektkunst. Ähnlich ist „Augenblick für Augenblick“ bebildert. Remmling erzählt von seinem ersten Weihnachten allein 1976, teilt seine Gedanken aus dem Café oder in einer Kneipe. Es schließt mit dem seltenen Bild einer Jesus-Darstellung, die sich vom Kreuz löst.

„Das Antlitz Christi“ ist ein immer wiederkehrendes Thema in Remmlings Schaffen. In den vergangenen Jahrzehnten faszinierten den Künstler Christus-Darstellungen an verschiedensten Orten und zu unterschiedlichen Tageszeiten und damit Lichtstimmungen. Die Auseinandersetzung mit dem christlichen, aber auch mit dem buddhistischen Glauben spielt in Remmlings Kunst eine große Rolle. Zu diesem Thema gestaltete er auch verschiedene Ausstellungen (wir berichteten). In „Das Antlitz Christi“ finden sich nun gesammelt diese Gedanken und Bilder.

„Schreiben heißt für mich, etwas zu bewahren“, sagt der 73-Jährige. Das habe er auch schon seinem 19 Jahre alten Enkel vermittelt: Nämlich die Tatsache, dass das, was man ins Handy tippt, irgendwann einfach weg ist. „Wenn er mal so alt ist wie ich, wird er nichts über seine Gefühle und Gedanken nachlesen können.“  

Bezugsquellen: Die Bücher sind im Verlag „united pc“ erschienen und können im örtlichen Buchhandel oder auch online bestellt werden: „Augenblick für Augenblick“ (ISBN 978-3-7103-4582-1; 28,80 Euro); „Das Antlitz Christi“ (ISBN 978-3-7103-4756-6; 48,80 Euro); „Freiheit im Sein und Haben“ (ISBN 978-3-7103-4802-0; 37,80 Euro).

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