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Der Edeka an der Tölzer Marktstraße wird voraussichtlich im Herbst in Edeka umbenannt.

Einzelhandel

Aus Tengelmann wird einmal Rewe, zweimal Edeka

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Bad Tölz/Lenggries – Auf der Tölzer Flinthöhe ist der Wandel für die Supermarkt-Kunden bereits weithin sichtbar: Aus der früheren Tengelmann-Filiale ist ein Rewe geworden. Aber auch die Zukunft der beiden weiteren Tengelmann-Märkte im südlichen Landkreis ist gesichert.

Wie Edeka jetzt auf Anfrage erstmals offiziell bestätigt, übernimmt der Konzern die Filialen an der Tölzer Marktstraße sowie an der Karwendelstraße in Lenggries.

Der Wandel vollzieht sich jeweils in Schritten und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Beim Geschäft auf der Flinthöhe ging es sehr flott. Erst im Dezember wurde die Aufteilung der deutschlandweit 446 Tengelmann-Filialen zwischen Rewe und Edeka beziehungsweise deren Tochter Netto ausgehandelt. Demzufolge sollte Rewe insgesamt 66 Märkte übernehmen, 61 davon in Berlin und gerade einmal zwei in Bayern: neben einem Haus an der Putzbrunner Straße in München auch das Geschäft an der Albert-Schäffenacker-Straße in Bad Tölz (wir berichteten).

Bis aus der Theorie Praxis wurde, dauerte es in diesem Fall nur wenige Wochen: Schon seit dem Jahreswechsel prangt an dem Supermarkt auf der Flinthöhe das Rewe-Logo. Im Inneren hat sich bis dato noch nicht so viel verändert. Umbau und Neukonzeptionierung auf Rewe-Standards – etwa mit Rewe-Regalen oder -Metzgereitheke – würden „wahrscheinlich im dritten Quartal“ vonstatten gehen, erklärt Ursula Egger, Rewe-Pressesprecherin für die Region Süd. Bis dahin sei eine „Sortimentserweiterung Zug um Zug“ vorgesehen. Geöffnet hat der Rewe auf der Flinthöhe montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr. Alle Mitarbeiter, die bislang bei Tengelmann angestellt waren, bleiben laut Egger weiter in dem Markt beschäftigt. Dies sei bei der Übernahme vertraglich zugesichert worden.

Wie eh und je unter dem Namen Tengelmann firmieren derweil die Filialen in der Tölzer Innenstadt sowie in Lenggries. Vor dem Jahreswechsel gab Edeka zu einer möglichen Übernahme keine Stellungnahme ab. Auf erneute Anfrage teilt die Pressestelle von Edeka Südbayern nun aber mit: „Wir können bestätigen, dass die Tengelmann-Filialen in Bad Tölz (Marktstraße) und Lenggries (Karwendelstraße) künftig Edeka-Märkte werden.“

Die Umstellung auf „Edeka-Formate hinsichtlich Technik“ sowie eine Sortimentserweiterung erfolge im Laufe des Jahres 2017. „Die Kunden haben zukünftig noch mehr Auswahl und noch mehr Frische – von preislich attraktiven Eigenmarken über ein großes Markenangebot bis hin zu Bedienungstheken für Fleisch, Wurst, Käse oder Fisch“, so der Sprecher weiter. „Die für die Kunden sichtbare Umflaggung“ werde spätestens im letzten Drittel des Jahres erfolgen. Je nach Größe und Lage werde für jeden einzelnen Markt geprüft, „welches Konzept für welchen Standort am sinnvollsten ist“. Konkreter zu Bad Tölz und Lenggries äußert sich der Sprecher nicht. Wie der Tölzer Kurier erfuhr, soll für die Marktstraßen-Filiale ein „City“-Markt-Konzept mit Mittagsgerichten im Gespräch sein.

Personelle Änderungen seien nicht vorgesehen, so der Edeka-Sprecher. Normalerweise ist es bei Edeka üblich, dass selbstständige Marktleiter die einzelnen Filialen führen. Das wird bei den „Neu-Edekas“ in Bad Tölz und Lenggries anders sein. Gemäß der Ministererlaubnis zur Übernahme – Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel genehmigte den Filialaufkauf entgegen dem Verbot durch das Bundeskartellamt – müssen die neuen Edeka-Standorte mindestens fünf Jahre in Regie von Edeka Südbayern selbst betrieben werden.

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