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Gruppenbild nach getaner Arbeit: In Tölz waren rund 20 Helfer im Einsatz – darunter auch Menschen mit Behinderung. Die Lebenshilfe beteiligte sich bereits zum fünften Mal an der Aktion.
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Die Lenggrieser Bergwacht sammelte zwischen Sylvenstein und Bretonenbrücke.
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Zirka 160 Kinder von der Grundschule Dietramszell – auf dem Foto sind Viertklässler – waren schon am Freitag unterwegs, um Müll im Gemeindegebiet zu sammeln.
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Familie Schneider – im Vordergrund Franz und Klara – ist seit drei Jahren beim Ramadama in Tölz mit dabei.

Große Aufräum-Aktion

Ausbeute beim Ramadama: Vom Autoreifen bis zu Zigarettenschachteln

Der Schnee ist weg. Was zum Vorschein kommt, ist nicht nur grüne Wiese, sondern auch jede Menge Unrat. Zum Landkreis-Ramadama waren am Samstag wieder alle freiwilligen Helfer aufgerufen. Und die machten – leider – reiche Beute.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Ich hab’ auch Handschuhe dabei“, schallt es über den Pausenhof. Es ist Freitag, 8.45 Uhr: Auf dem Platz sammeln sich die Kinder der Grundschule Dietramszell zusammen mit einigen Müttern und Lehrerinnen zum Ramadama. „Wer will Sackbeauftragter sein?“ Zahlreiche Finger schnellen nach oben. Die Kinder, die einen der blauen Säcke mit dem Aufdruck „Ramadama“ erwischen und tragen dürfen, sind besonders stolz.

Zum 15. Mal findet die landkreisweite Aufräum-Aktion statt. Rund 4000 Freiwillige – viele davon aus Vereinen – befreiten am Samstag Wald und Flur von achtlos weggeworfenem Unrat. Zahlreiche Schulen waren bereits in den Tagen davor unterwegs.

160 Grundschulkinder der Dietramszeller Volksschule sind am Freitag im Gemeindegebiet im Einsatz. 30 Mädchen und Buben suchen rund um die Schule, im Wald, am „Waldweiher“ und rund um die Leonhardikapelle nach Plastik, Glas und Papier. Die übrigen Schüler sind in den Ortsteilen unterwegs, in denen sie wohnen – beispielsweise in Ascholding oder Lochen. „In Dietramszell hat das Ramadama der Gartenbauverein organisiert“, sagt Lehrerin Kristin Steinhaus. „Die Aufräum-Plätze haben wir abgesprochen.“ Die Hoffnung sei, dass die Kinder durch die Aktion sensibilisiert würden, ihren Müll nicht achtlos in die Natur zu werfen.

Zunächst finden die Mädchen und Buben den typischen Schüler-Müll: zusammengeknüllte Trinkpäckchen und Bäckertüten. „Am Anfang ist die Buckelfreude noch groß“, sagt Steinhaus und lacht. „Später wird es dann mühsam.“

Zwei Stunden später sind die Kinder wieder auf dem Schulhof. Ihr Einsatz hat sich gelohnt. „Wir haben fast ein halbes Auto gefunden, mit Reifen, Autoblech und Radkappen“, erzählt Grundschülerin Christina aus Erlach.

Am Samstag sind dann die Erwachsenen an der Reihe. In Lenggries trifft sich der Fischereiverein bereits um 8 Uhr, um rund um die Seen und Baggerweiher sauber zu machen. „Da ging alles mögliche her. Matratzen, Flaschen, Zigarettenschachteln“, sagt Vereinsmitglied Fritz März. Selbst einen Gartentisch, Gartenstühle und einen Ofen habe man gefunden. Der Verein motivierte rund 30 Leute für die Aktion. Zur Belohnung gibt es eine Brotzeit. „Die spendiert der Fischereiverein auch für den Turnverein, der mit uns am Sylvensteinsee räumt“, sagt März.

In Fall trudeln die ersten Ramadama-Teilnehmer am Samstag nach getaner Arbeit gegen 10 Uhr beim Fischerei-Vereinsheim ein. Magnus Knon und seine Freunde waren am Stausee seit kurz vor 8 Uhr unterwegs. „Wir haben ein Erste-Hilfe-Set, einen Einweggrill, einen Fußball und haufenweise Hundetüten, Pfandflaschen und auch Schuhe gefunden“, sagt der 15-Jährige. „Aber jetzt gibt es erst mal Brotzeit.“

Der Lenggrieser Gartenbauverein ist am Samstag ebenfalls im Einsatz. An der B 13 zwischen Steinbach und der Bretonenbrücke kümmern sich zehn Vereinsmitglieder vor allem um den Straßenrand. An der Isar sammelten unter der Woche schon die Lenggrieser Schüler. „Das Fastfood ist das Schlimmste“, sagt Gartenbauvereinsmitglied Angelika Klauß. Vorstandsmitglied Brigitte Biagini steht einige hundert Meter weiter neben einem Haufen gefüllter Säcke und berichtet ähnliches: „Wir haben viel Verpackung von McDonalds, Dosen und Skihandschuhe gefunden.“

Den Abschnitt zwischen Bretonenbrücke und Sylvensteinspeicher übernimmt die Bergwacht. Neun Helfer sind im Einsatz. Sie befreien die Natur von Flaschen, Windeln, drei Autoreifen, zwei Teppichen und unzähligen Papiertaschentüchern.

Die Tölzer Ramadama-Gruppe trudelt um kurz vor 12 Uhr langsam wieder auf dem Parkplatz an der Arzbacher Straße ein. In der dortigen Kräuter-Erlebnis-Villa belohnt die Stadt jeden Freiwilligen mit Brotzeit für sein Engagement. Mit dabei ist auch Thomas Amberger. „Autoreifen, Kochtöpfe und Sonnenbrillen haben wir gefunden“, sagt der stellvertretende Betriebshofleiter. An der Isarpromenade, im Badeteil und Richtung Ellbach waren die Freiwilligen unterwegs.

Um Stadtmitte, Bahnhof und Flintkaserne hatten sich bereits in der vergangenen Woche die Tölzer Schüler gekümmert. „Ich wünsche mir außer den Schülern mehr junge Leute bei der Aktion“, sagt Antonia Wenger. Die 18-Jährige ist FOS-Schülerin ist derzeit als Praktikantin bei der Stadt und kümmerte sich dort mit um die Organisation des Ramadamas. Sie hat auch eine Idee, wie man mehr Jugendliche zum Mitmachen motivieren könnte: „Die Jungen sind eher in den sozialen Netzwerken unterwegs. Eventuell kann man die im nächsten Jahr über Facebook erreichen.“

Nora Linnerud

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