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Der Bichlerhof werde ein herausragendes Hotelprojekt, erklärte Kämmerer Hermann Forster im Zuge der Haushaltsverabschiedung in der Stadtratssitzung.

Stadtrat

Ausgaben fürs Tölzer Spa: „Kein hinausgeschmissenes Geld“

Auch mal spannend: Einen städtischen Haushalt in einen Zusammenhang von zwölf Jahren, sechs zurück, sechs nach vorne, zu stellen. Kämmerer Hermann Forster tat dies bei der Haushaltsverabschiedung im Stadtrat.

Bad Tölz – Dabei erläuterte er weniger das mehrfach besprochenen Zahlenwerk (wir berichteten), als vielmehr die Stadtpolitik. Und begann gleich mit einem der großen Knackpunkte der letzten Jahre: Ist das viele Geld, das in die Neue Tölzer Hotelkultur und die Entwicklung des Spa gesteckt wurde, wirklich hinausgeschmissenes Geld, wie es viele Tölzer glauben? War das enorme Engagement umsonst? „Nein“, sagt Forster, „wir wissen jetzt wenigstens, was nicht funktioniert. Die Erfahrungen sind nützlich für das weitere Vorgehen.“

Um den wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus in Tölz zu stärken, werde man nun eine externe Potenzialanalyse machen lassen, um weitere Hotelstandorte zu prüfen. Der Bichlerhof werde ein herausragendes Hotelprojekt. Den Kritikern, die nur das Haar in der Suppe sehen, hielt der Kämmerer (und berufsmäßige Stadtrat) vor, die gute Entwicklung, die die Stadt in den vergangenen Jahren genommen hat, außer Acht zu lassen. Den erweiterten Sportpark auf der Flinthöhe, die Kommunale Sozialplanung mit dem personellen Glücksfall Armin Ebersberger, die Umsetzung des Schul- und Hallenkonzepts, sozialer Wohnungsbau und vieles mehr verbuchte Hermann Forster dabei auf der Haben-Seite. All das mit einer kaum gestiegenen Verschuldung.

Beim Blick in die Zukunft fielen Forster Projekte wie eine neue Lettenholzschule, ein Ausbau der Jahnschule zur Ganztagschule, ein neuer Kindergarten, die Stärkung der Tourismus-Destination Blomberg, neue Spielplätze, Wohnungsbau, ein ausgebautes Familienbad auf der Flinthöhe und der alte Plan der Umsiedlung des Jugendcafés und stattdessen dort Wohnungsbau ein. „Wir sind gut aufgestellt.“

Ingo Mehner (CSU) blieb bei seiner Haushaltsrede im Jahr 2018. Man habe zwar gute Steuereinnahmen, die „aber keine Berechtigung sind, das Hirn auszuschalten“. Die gute Einnahmesituation werde nicht so bleiben. Bestehende Einrichtungen in Schuss zu halten, sei wichtiger, als neue zu schaffen, die das gewisse Etwas ausmachen. Er verwies auf sinkende Kurbeiträge und dringend nötige neue Beherbergungsbetriebe. Die früher üblichen hohen Gewinnabführungen der Stadtwerke seien auch nicht mehr zu erwarten.

„Ein grundsolider Haushalt“, lobte FWG-Sprecher Andreas Wiedemann die Kämmerei und den „Strategen und Manager“ Hermann Forster. So lange er sich zurückerinnere, sei das durch alle Wellentäler hindurch nie anders gewesen.

Franz Mayer (Grüne) erinnerte sich zurück, dass er einem früheren Haushalt mal die Note 4 gegeben habe. „Der heurige hat die Note 2.“ Die großen finanziellen Spielräume führte er in erster Linie auf die sprudelnden Steuereinahmen zurück. „Da kann man leicht dicken Backen haben.“ Dass es keine Note 1 geworden war, verknüpfte Mayer mit der immer noch fehlenden Auflistung der städtischen Anlage- und Immobiliengüter. „Die Kennzahl Verschuldung ist ohne Aussage, wenn ich nicht weiß, was ich an Anlage- und Immo-Vermögen besitze.“

Willi Streicher (SPD) vermisste im Haushalt einige Wünsche, die bisher unerfüllt sind. „Ich hätte zum Beispiel gerne Geld ausgegeben“ für den Kauf des Bahnhofs oder die Entwicklung der Flächen um die Hauptpost oder das Alpamare. Was bezahlbaren Wohnraum angehe, könnten die Bemühungen der Stadt „nur ein erster Schritt“ gewesen sein. Christoph Schnitzer

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