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Zur Vernissage im Untergrund des seit 2015 geschlossenen Alpamare kamen über 50 Kunstfreunde. In einer Ecke gibt es eine Installation aus Zivilisationsmüll. 

Ausstellung im leer stehenden Alpamare

Kunst unter dem Schwimmbecken

Das Tölzer „Alpamare“ ist seit gut zwei Jahren geschlossen. Das Untergeschoss beherbergt nun aber eine Kunstausstellung.

Bad Tölz – Nicht zuletzt der morbide Charme des alten Gebäudes hatte erst im Oktober viele Besucher zur Ausstellung des Tölzers Florian Hüttner in die Wandelhalle gelockt. Jetzt gibt es in der „alternativen“ Tölzer Kunstszene eine neue Location, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen dürfte: Markus Pollinger, Philipp Sajnovits und der Tölzer Erik Semmelroth präsentieren ihre Werke in dem seit August 2015 geschlossenen Alpamare. Weit über 50 Gäste kamen zur Vernisaage ins ehemalige Tölzer Spaßbad, in dem die Zeit im wahrsten Sinn des Wortes stehen geblieben ist.

Die Uhren am Eingang und im tiefer gelegen Umkleidebereich zeigen Viertel nach drei an. Der Kassenbereich sieht aus, als ob gleich jemand käme, um das Eintrittsgeld zu kassieren. Und im großen Umkleidebereich erwartet man jeden Moment, dass eine schreiende Kinderschar um die Ecke biegt. Doch nichts passiert. Man muss noch durch ein paar enge Gänge und Türen, um dann unter dem ehemaligen Schwimmbecken in einem kahlen Raum aus Sichtbeton zu landen. Nur ein paar Neonröhren erhellen den Bereich. Hier hat Semmelroth auf großen Pergamentbögen seine Schlagschnurbilder arrangiert. Auf mehreren Podesten präsentiert der professionelle Münchner Kunstschmied Markus Pollinger seine Werke aus dunklem Stahl. Und an die Betonsäulen schmiegen sich die kleinformatigen Zeichnungen mit Bezug zu Bad Tölz von Philipp Sajnovits. Ihn habe man „von der Kunstakademie ausgeliehen“, sagt Semmelroth etwas ironisch bei der Vernissage. Der junge Künstler studiert nämlich an der Akademie bei Prof. Stephan Dillenmuth, bei dem auch Florian Hüttner sein künstlerisches Rüstzeug erworben hat.

Am auffallendsten in einer Ecke ist eine Installation aus allerlei Zivilisationsmüll, die verdeutlicht, dass auch hier die „Zeit over“ ist.

Ein Glücksgriff für die Vernissage war die Augsburger Band „Deep“, die mit ihren Klängen, erzeugt von zwei elektrisch verstärkten Bassgitarren, das Skurrile der fast unwirklichen Szenerie im „Underground“ noch vertiefte.

Die Ausstellung ist am 9./10 und 16./17. Dezember von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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