Großeinsatz läuft: Polizei evakuiert Rathaus von Augsburg - Gewalttat angedroht

Großeinsatz läuft: Polizei evakuiert Rathaus von Augsburg - Gewalttat angedroht
+
Rosemarie von Funcke vor ihrem Bild „Tischgesellschaft“. Gitarrist Perry Schack (vom „Machado Quartett“) umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch. 

Ausstellung von Rosemarie von Funcke im Tölzer Kunstsalon

„Find Face“: Verfremdete Gesichter mit einer Botschaft

Mit ihrer sehenswerten Ausstellung „Find Face“ macht die in Berg am Starnberger See ansässige Künstlerin Rosemarie von Funcke derzeit Station im Tölzer Kunstsalon. Ihre Arbeit wendet sich ganz dem menschlichen Antlitz, also dem Gesicht zu.

Bad Tölz – Rosemarie von Funcke malt aber keine Porträts im herkömmlichen Sinn, sondern sie sucht die Persönlichkeit eines Menschen hinter dessen Fassade – die sie als Maske oder Larve darstellt, welche das Authentische, das Eigentliche verbirgt.

Die Künstlerin bedient sich dabei auch der Stilmittel des Symbolismus und Expressionismus und knüpft zum Beispiel an Alexej von Jawlensky aus dem Umfeld des „Blauen Reiter“ an. Mehr noch erinnern die holzschnittartig scharfen Linien und Umrandungen ihrer maskenhaften Gesichter an Max Beckmann oder durchaus auch an Edvard Munch, wobei sich die Künstlerin im Grad der Abstraktion teilweise noch weiter vom realen Abbild entfernt.

Lesen Sie auch: Tölzer Kulturverein „Lust“ holt im Februar nur Künstler aus Südtirol auf die Bühne

Das zeitbezogen Neue in ihrem Werk sei „die Digitalisierung unserer Lebensrealität“, sagte die Künstlerin – im Privaten wie im Gesellschaftlichen, etwa beim Massenphänomen einer narzisstisch geschönten Selbstinszenierung mit Selfies oder den kommerziellen Kunstfiguren von Influencern. Die 76-Jährige sieht aber auch die politische Dimension, wenn Gesichtserkennungsprogramme die Horrorvision des gläsernen Menschen endgültig Realität werden lassen.

Rosemarie von Funckes verfremdete Gesichter und Köpfe sind geometrisch reduziert und mit kräftigen Farben gezeichnet. Mund und Augen hebt sie besonders hervor. Diese Visagen sind entweder witzig oder können Schrecken einjagen. „Jeder hat ein eigenes Gesicht“, sagte die Künstlerin. Es sei „ein Ort der Repräsentation und damit der gesellschaftliche Teil des Menschen“. Mit einem „künstlichen Gesicht“ hingegen könne der Mensch eine gewollte Rolle in der Gesellschaft anstreben, er könne damit auch lügen und täuschen. Und er könne mit der Verhüllung seines Gesichtes in die Anonymität abtauchen.

Lesen Sie auch: Kampf um automatische Haustür: Rollstuhlfahrerin (39) aus Benediktbeuern fühlt sich gedemütigt

In den Gesichtern ihrer großformatigen „Tischgesellschaft“ in der Art eines surrealistischen Stillebens verwendet von Funke mit spöttischem Blick auf das Geschehen ganz verschiedene, teils eindeutig sexuelle Symbole, wobei sie – wie in allen ihren Porträts – auf der zweidimensionalen Ebene bleibt und auf Perspektive und Tiefe verzichtet. Ein großes Fressen mit Mäulern wie einer Kussmundkirsche, als Appetitanreger serviert zwei wohlgeformte Brüste, weiterhin ein „Fischkopf“ von der Küste und andere Schwachköpfe sowie Früchtchen, die nicht empathisch miteinander reden: Jeder labert da für sich und aneinander vorbei.

Manche ihrer Gesichter sind nicht eindeutig identifizierbar – gleich jenen „Doppelbildern“, bei denen je nach persönlicher Wahrnehmung ganz unterschiedliche Dinge erkennbar werden. 

Die Ausstellung im Kunstsalon (Marktstraße) ist bis zum 17. Februar jeweils freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Finissage findet am 17. Februar um 11 Uhr statt. (Rainer Bannier)

Lesen Sie auch: Verwirrt und orientierungslos: Bienen-Verhalten gibt Imker aus Bichl Rätsel auf

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölz Live: Grüne gründen Ortsverband in Lenggries
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Grüne gründen Ortsverband in Lenggries
Altlasten: Entwarnung auf der Baustelle in Benediktbeuern
Das neue Baugebiet am Benediktbeurer Bahnhof hat in jüngster Zeit für Unruhe gesorgt. Im Kern stand die Frage, wie stark der Boden belastet ist. Landratsamt und …
Altlasten: Entwarnung auf der Baustelle in Benediktbeuern
„Es gibt keine Schule ohne Mobbing“ - aber die Tölzer Realschule steuert gegen
Mobbing ist an allen Schulen ein Thema. An der Tölzer Realschule wird seit 2011 versucht, aktiv dagegen vorzugehen.
„Es gibt keine Schule ohne Mobbing“ - aber die Tölzer Realschule steuert gegen
Almbauern:  Wolf und Weidehaltung passen nicht zusammen
Der Wolf, das Bienen-Volksbegehren und das Thema Wegebau kamen in der Almbauernversammlung in Lenggries zur Sprache.
Almbauern:  Wolf und Weidehaltung passen nicht zusammen

Kommentare