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„Was ist schon alt?“ heißt die Ausstellung, die derzeit im Foyer des Landratsamts gezeigt wird.  

Landratsamt

Zwischen Rollator und Sportwagen

Bad Tölz - "Was ist schon alt?" heißt die neue Ausstellung im Landratsamt. Zu Eröffnung sprach Altlandrat Otmar Huber ein Grußwort. Der 88-Jährige radelt viel und betreibt Langlauf.

Beim Anblick mancher Fotografien muss man schmunzeln: So steht eine Seniorin mit ihrem Rollator neben einem offenen Sportwagen und betrachtet ihn genau. Oder der Herr im Businessanzug nimmt sich eigenhändig des Strickwerks einer der drei Damen an, zwischen denen er Platz genommen hat. Passend dazu lautet der Titel der Schau „Was ist schon alt?“ Diese Beiträge zum Foto- und Videowettbewerb des Bundesfamilienministeriums sind derzeit im Landratsamt zu sehen.

Zur Eröffnung sprach neben Landrat Josef Niedermaier auch Altlandrat Otmar Huber ein Grußwort – und sorgte für reichlich gute Stimmung. Der 88-Jährige ist eine Ausnahmeerscheinung, denn er radelt und betreibt noch Langlauf in Wettkampfform. Aus seinem Leben erzählte er sogar in Gedichtform und zitierte Sätze wie jenen seiner Tochter: „Früher bist du den Mädchen hinterhergelaufen, heute laufen sie dir davon.“ Der sportlich immer noch aktive Senior ärgere sich, dass er nur noch langsam joggen könne, und dass es ab 90 Jahren keine Kategorie mehr bei den Seniorenweltmeisterschaften im klassischen Langlauf gebe.

Diese außergewöhnlichen Darstellungen Hubers unterstrichen die Worte von Landrat Niedermaier: „Die gewohnten Kategorien verschwimmen. Früher hielt ich schon 40-Jährige für alt, heute fühle ich mich mit 50 noch überhaupt nicht so.“ Die Ausstellung solle zum Nachdenken anregen über die Begegnungen der Generationen untereinander. Huber wünscht allen älteren Menschen Erfahrungen aus Ehrenamt oder aus dem Familienleben. „Es ist wichtig, dass man eine Aufgabe hat“, sagte er.

Die Ausstellung lädt auch zur Interaktion ein. Auf einem Medienpult können beispielsweise Videos angeklickt werden. In einem animiert eine Seniorin ihre Generation dazu, unter jungen Menschen zu bleiben, das motiviere. Eine junge Familie macht sich in einem anderen Video Gedanken über ihr Zusammenwohnen in der Zukunft. Dagegen zeigt eine Aufnahme den Blick in einen langen Gang eines Heimes, auf dem einsam eine Seniorin mit Rollator geht. Interessant ist auch das Quiz, das man auf dem Medienpult abrufen kann.

Eine Broschüre, die im Foyer ausliegt, zeigt alle Fotos des Wettbewerbs von 2011. Die Ausstellung ist noch bis 7. März zu sehen – und zwar zu folgenden Öffnungszeiten: Montag von 7.30 bis 18 Uhr sowie Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7.30 bis 12 Uhr. bib

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