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Amtsgericht

Azubi rauscht mit 1,2 Promille durch den Gartenzaun

Eine Geburtstagsfeier bei einem Freund nahm für einen 18-jährigen Tölzer ein krachendes Ende. Jetzt stand der vor dem Amtsgericht.

Bad TölzAuf dem Heimweg überfuhr der junge Mann mit seinem Audi ein Verkehrsschild und durchbrach einen Gartenzaun auf vier Metern Länge, bevor er im Vorgarten zum Stehen kam. Eine Blutprobe, die kurz nach dem Unfall im März dieses Jahres entnommen wurde, ergab, dass der Auszubildende mit 1,24 Promille unterwegs gewesen war. Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs stand er nun vor dem Amtsgericht Wolfratshausen. Das Urteil: 13 Monate Führerscheinentzug und 800 Euro Geldstrafe. Anders als beim Eintreffen der Polizei am Unfallort in Bad Tölz, als der Vater des Angeklagten zunächst behauptet hatte, am Steuer gesessen zu sein, räumte der 18-Jährige vor Gericht seine Schuld vollumfänglich ein. Nach der Party bei seinem Freund habe er zwei, drei Stunden geschlafen. Dann habe er sich fit gefühlt und geglaubt, die kurze Strecke von rund 1,5 Kilometern nach Hause fahren zu können. Das Vorhaben wurde von einer Katze durchkreuzt, die kurz vor Erreichen des Ziels über die Straße gelaufen war. Im Reflex habe er das Lenkrad verdreht, das Auto sei nach links ausgebrochen. „Dann hab ich’s nicht mehr überrissen“, erklärte der Azubi.

Schon bald nach dem Unfall hatte der junge Tölzer die Caritas-Suchtberatung aufgesucht und ein Alkohol-Abstinenzprogramm begonnen. Das kam ihm bei der Strafzumessung nun zugute. Jugendrichter Urs Wäckerlin folgte dem Antrag des Staatsanwalts, der für den „auf der gerichtsbekannten nach oben offenen Trunkenheitsskala im moderaten Bereich liegenden“ Promillewert eine Geldstrafe von 800 Euro sowie einen Entzug der Fahrerlaubnis für noch sieben Monate (sechs ist der Schein bereits weg) gefordert hatte. Wäckerlin betonte jedoch, dass der Fahranfänger „deutlich die Grenze zur absoluten Fahruntüchtigkeit“ überschritten habe und bläute ihm zudem ein: „Alkohol wird durch Schlaf oder Kaffeetrinken nicht schneller abgebaut. Sie hätten noch einige Stunden mehr gebraucht, bis sie wieder ein Auto hätten steuern können.“ rst

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