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So etwas soll sich nicht wiederholen: An der Auffahrt Bad Tölz-West (nahe „Treibhaus“) zur B 472 ereignete sich 2016 ein tödlicher Unfall (Archivfoto).

Pläne des Staatlichen Bauamts

B472: Auffahrt Tölz-West wird nach tödlichem Unfall umgebaut

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2020 stehen auf den Straßen im Landkreis etliche Baumaßnahmen an. Unter anderem sollen Gefahrenstellen entschärft werden, an denen es schon schwere Unfälle gab.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Ein tödlicher Unfall im September 2016 erschütterte die Region: Ein 80-Jähriger und seine Beifahrerin (86) kamen in ihrem Peugeot ums Leben, als sie am ehemaligen „Treibhaus“ bei Bad Tölz nach links auf die B 472 auffahren wollten. Sie hatten einen von links kommenden Transporter übersehen. Durch den Aufprall wurde der Peugeot 50 Meter weit auf einen Parkplatz geschleudert.

Die Sicherheit an dieser tückischen Auffahrt erhöhen: Dies ist nun das Ziel einer der wichtigsten Straßenbaumaßnahmen im Landkreis, die sich das Staatliche Bauamt Weilheim für 2020 vorgenommen hat. Das berichtet Martin Herda, der für Bad Tölz-Wolfratshausen zuständige Abteilungsleiter, gegenüber dem Tölzer Kurier.

Auffahrt am „Treibhaus“: Linksabbieger soll durch Unterführung auf Einfädelspur geleitet werden

Die Anschlussstelle Bad Tölz-West sei ein „Unfallhäufungspunkt“, erklärt Herda. Heuer nun solle ein lange gehegter Umbauplan umgesetzt werden: Der von der Benediktbeurer Straße her kommende Linksabbiegerverkehr in Richtung Bad Tölz soll durch eine Unterführung unter der Bundesstraße hindurch geleitet werden. Die Autofahrer fahren somit eine Schleife und gelangen über eine Einfädelspur auf die B 472.

In seiner Vorausschau listet Herda einige weitere wichtige Baustellen auf, die 2020 anstehen. So werde auf der B 13 südlich von Lenggries die Fahrbahn erneuert. Hier sei die Straßendecke „in einem sehr schlechten Zustand“, erklärt der Abteilungsleiter. Das soll sich auf der Strecke über Fleck und Winkel sowie weiter in Richtung Sylvensteinspeicher ändern.

Bauarbeiten auch auf der B11 zwischen Icking und Dorfen

Das Gleiche hat sich das Staatliche Bauamt für die B 11 nördlich von Dorfen über Icking bis zur Landkreisgrenze vorgenommen. Hier sei eine Umleitung des Verkehrs über die Kreisstraße 2070 über Berg und Höhenrain angedacht.

Beide Maßnahmen sind laut Herda nicht mit Mammutbaustellen verbunden, wie sie die Autofahrer etwa von der B 472 zwischen Bichl und Sindelsdorf in leidvoller Erinnerung haben. „Beides ist in jeweils etwa zwei bis drei Wochen abgehandelt“, zeigt sich Herda zuversichtlich.

Fahrbahnerneuerung an Unfallstelle bei Puppling

Eine Reaktion auf einen schweren Unfall ist auch eine Maßnahme auf der Staatsstraße 2070 bei Puppling. Vergangenen November war auf Höhe des Golfplatzes Riedhof (Gemeinde Egling) der Anhänger eines Lkw ins Trudeln geraten und auf die Gegenfahrbahn ausgeschwenkt. Dort kam es zur Kollision mit einem entgegenkommenden Kleintransporter. Dessen Fahrer wurde schwer verletzt.

Bei Puppling krachte es vergangenen Herbst auf der Staatsstraße 2070 (Archivfoto). Das Staatliche Bauamt plant heuer eine Baumaßnahme, die das Risiko verringern soll.

Ein Risikofaktor auf diesem Streckenabschnitt ist laut Herda, dass es Rillen gibt und bei Nässe das Wasser nicht richtig abfließen kann. Das macht die Straße rutschig, „und im Extremfall gibt es Aquaplaning“. Eine Erneuerung der Fahrbahn soll das beheben.

In Dietramszell geht in diesem Jahr die Fahrbahnerneuerung auf der Staatsstraße 2368 weiter. Die Arbeiten auf der Ortsdurchfahrt waren 2019 nördlich des Abzweigs zum Kloster fertig geworden. Heuer geht es laut Herda südlich davon weiter.

Senken auf der Strecke zwischen Bad Tölz und Königsdorf werden behoben

Fortgesetzt werde außerdem die Erneuerung der Kreisstraße Töl 20 zwischen Münsing und Degerndorf. „Hier ist der nördliche Teil schon gemacht, jetzt ist der Bereich südlich vom Lagerhaus Graf inklusive eines Teils der Ortsdurchfahrt Degerndorf an der Reihe“, kündigt Herda an.

Auch auf der Strecke zwischen Oberfischbach und Königsdorf rücken 2020 die Bauarbeiter an. „Im dortigen Geh- und Radweg sieht man Senken, die sich teils bis auf die Straße ziehen.“ Dies habe mit dem wechselnden Wasserspiegel des angrenzenden Isar-Stausees zu tun. An und auf der Kreisstraße Töl 7 „werden wir tiefer reinmüssen, um hier zu sanieren“, sagt Herda. „Damit fangen wir heuer an.“

Zu welchem Termin genau welche Straßenbaustelle ansteht, steht laut Herda noch nicht fest. Auch die Frage, ob und welche Sperrungen im Einzelfall nötig sind, hänge noch von den weiteren Planungen ab.

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