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Der Teilabbruch auf dem Jahnschulgelände ist deutlich teurer geworden als erwartet.

Thema im Bauausschuss

Abrissarbeiten an Tölzer Jahnschule: Viele Gründe für Kostenexplosion

Die Kosten für den Abriss an der Tölzer Jahnschule sind drastisch gestiegen. Das war jetzt auch Thema im Bauausschuss.

Bad Tölz – Wieso werden aus rund 500 000 Euro für einen Abriss 826 000 Euro? Diese Frage versuchte das Bauamt der Stadt Bad Tölz in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses am Beispiel Jahnschule zu erklären und stützte sich dabei auf Erläuterungen des bauleitenden Ingenieurbüros Alischer/Buchner/Hoheisl. Kernaussage: Die Abbrucharbeiten an der alten Bausubstanz waren im Voraus nicht abzuschätzen und stellten sich als deutlich aufwendiger heraus als angenommen.

Für Bürgermeister Josef Janker ist zwar ärgerlich, dass man vorab keine belastbaren Zahlen gehabt habe. Da verstehe er den Unmut einzelner Stadträte. Probebohrungen vorab hätten zum Beispiel auch Aufschluss über den, wie sich herausstellte, schwierigen Untergrund gebracht. Jedoch wäre diese detaillierte Kostenberechnung teuer gewesen und „hätte letztendlich die Abbruchkosten nicht gemindert“, sagt Janker. „Die wären sowieso gekommen.“

Tölzer Jahnschule: Überraschungen im Untergrund

Ein erheblicher Posten ist auch die Erneuerung des Kanals. Der hatte sich als ziemlich marode herausgestellt. Da der Kanal später auch für den Anschluss des geplanten neuen viergruppigen Kindergartens sowie möglicherweise auch bei der Schulerweiterung verwendet werden soll, wurde entschieden, den alten Kanal abzubrechen und neu zu erstellen. Allein das sind über 100 000 Euro.

Ein erhebliches Problem stellen die hohen Anforderungen des Freistaats bei der Trennung von Abbruchmaterial dar. Bevor es teilweise in andere Bundesländer zur Entsorgung gebracht wird, muss es aufwendig auf städtischen Flächen zum Beispiel im Farchet zwischengelagert werden. Die Schadstoffentsorgung alleine kostete die Stadt bei der Jahnschule 32 000 Euro.

Könnte man nicht, so fragte Karsten Bauer (CSU) im Finanzausschuss nach, sicherheitshalber einen Kostenpuffer einbauen, um Unwägbarkeiten vorwegzunehmen und den schlechten Eindruck der Kostenexplosion zu vermeiden? „Kann man nicht“, antwortete Bauamtsleiter Christian Fürstberger. Das Honorar der Bauplanungsbüros orientiere sich nicht an den letztlich festgestellten Kosten, sondern an der Kostenberechnung. Würde also einen Bauvorhaben kostengünstiger, müsste man dennoch das zuvor höher geschätzte Honorar bezahlen.  chs

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