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Fahren ohne Fahrerlaubnis: Ein 19-Jähriger hat jetzt Ärger am Hals.

Konflikt eskaliert

Von der Nachbarin angeschwärzt: 19-jähriger Tölzer landet vor Gericht

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Wenn Nachbarn sich nicht grün sind, ist Ärger oft nur eine Frage der Zeit. Das musste ein junger Bursche (19) aus Bad Tölz feststellen, der sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis vor dem Jugendrichter verantworten musste.

Bad Tölz/Wolfratshausen– Die Verhandlung hatte er seiner Nachbarin (67) zu verdanken. Die Rentnerin will gesehen haben, wie der damals 18 Jahre alte Heranwachsende einen Opel Vectra kurz aus einer Parklücke steuerte und unmittelbar darauf rückwärts wieder einparkte. Das Verfahren endete mit einem Freispruch.

Vor Gericht schilderte die Zeugin noch einmal, was sie beobachtet hatte. „Ich hörte ein Auto und dachte, dass das der Postbote ist. Deshalb bin ich ans Fenster gegangen. Da sehe ich den Jungen rausfahren und wieder rein“, erzählte die Rentnerin. „Schön langsam reicht’s“, habe sie gedacht und unverzüglich die Polizei gerufen. „Weil ich mir gedacht hab’, dass der Bub noch keinen Führerschein hat“, begründete sie ihren Argwohn. „Ich weiß nicht, ob das erlaubt ist, und dachte: Eine Belehrung könnte nicht schaden.“

Der Angeklagte wies die Behauptung entschieden von sich: „Ich bin nicht gefahren.“ Er habe an dem Opel lediglich die Reifen gewechselt. „Dazu war genug Platz, dafür wäre es nicht nötig gewesen, das Auto zu bewegen.“ Danach habe er zwar drin gesessen, aber nur, um wegen eines anderen Fahrzeugs, das er habe verkaufen wollen, zu telefonieren. Als die Polizei gegen 13.30 Uhr am Tatort eintraf, war die Motorhaube des Opels aber tatsächlich warm. Die Erklärung: Der Vater (52) des Angeklagten sei damit am späten Vormittag noch in die Autowerkstatt gefahren, um ein defektes Ventil am Reifen reparieren zu lassen. Dies bestätigte der Senior. Zudem wies er darauf hin, dass es sich beim Motor des Pkw um einen „alten Busmotorblock“ gehandelt habe. „Der braucht viel länger, bis er abkühlt“, sagte der Vater.

Tölz: „Ich weiß nicht, was ich gemacht habe.“

„Ich mache gerade meinen Führerschein, den werde ich nicht aufs Spiel setzen“, bekräftigte der Angeklagte. Zur Nachbarin haben Vater und Sohn ein gespanntes Verhältnis. „Sie macht uns das Leben zur Hölle“, sagte der Junior. „Früher hatten wir ein gutes Verhältnis, aber aus heiterem Himmel, hat sie uns nicht mehr angeschaut“, ergänzte der Senior. „Ich weiß nicht, was ich gemacht habe.“

Als der Nachbar sie eines Tages wegen Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gefahren hatte, habe sie von der Ärztin den Rat bekommen, sich von den Leuten fernzuhalten, erzählte die Rentnerin, die ihr heutiges Nebeneinander so beschrieb: „Ich wohne da, alles andere interessiert mich nicht mehr.“

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Am Ende reichten die Beobachtungen der Zeugin, in deren Aussage es mehrmals „zeitliche Verschiebungen“ gab, nicht für eine Verurteilung aus. „Es bleiben Fragen offen. Es kann durchaus so gewesen sein, wie sie sagt, aber insgesamt wusste die Zeugin kaum noch etwas von dem Vorfall“, sagte Richter Urs Wäckerlin. Er sprach den 19-Jährigen nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ frei. Der junge Mann freute sich, „dass ich nicht für etwas verurteilt werde, was ich nicht gemacht habe“.

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Aus Wut über mangelndes Entgegenkommen eines Autofachhandels griff ein Tölzer zu drastischen Mitteln.

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