Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft.
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Prostitution ist in Städten in der Größe von Bad Tölz verboten.

Zeuge erkennt sie

„Privat und diskret besuchbar“ - trotz Corona: Frau bietet sich in Tölzer Hotel an - sie ist keine Unbekannte

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Eine Frau hat in einem Hotel in Bad Tölz Liebesdienste angeboten - obwohl das dort auch wegen Corona verboten ist. Die Polizei kam ihr auf die Schliche.

  • Eine Prostituierte bewarb im Internet ihre Dienste - unter Angabe der Adresse eines Tölzer Hotels.
  • Prostitution ist in Städten unter 30.000 Einwohnern generell verboten und aufgrund der Corona-Bestimmungen zurzeit sogar ins ganz Bayern nicht zulässig.
  • Ein Zeuge, der die 27-jährige Rumänin schon aus Landsberg kannte, brachte, die Polizei auf ihre Spur.
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Bad TölzProstitution ist in einer Stadt in der Größe von Bad Tölz verboten – was eine rumänische Liebesarbeiterin nicht davon abhielt, in einem Hotel im Badeteil ihre Dienste anzubieten. Das bestätigt die Polizei auf Anfrage.

Prostituierte in Bad Tölz unterwegs: Mann erkennt sie

Ein Zeuge hatte dies am Freitag dem Tölzer Kurier sowie der Polizei mitgeteilt. Derselbe Mann hatte schon vergangene Woche in Landsberg die Ordnungshüter verständigt, weil die Frau auch dort ihrem Gewerbe nachging. Laut einem Bericht des Landsberger Tagblatts schaute eine Streife auf den Hinweis hin in dem Landsberger Hotel nach und traf eine 27-Jährige in einem Zimmer an. Die Umstände hätten den Verdacht nahegelegt, dass die junge Frau dort tatsächlich der Prostitution nachging. Gegen sie wurde Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit erstattet.

Frau hatte Liebesdienste in Bad Tölz über das Internet angeboten

Die Frau zog daraufhin offenbar nach Bad Tölz weiter. Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, bestätigt, dass die Rumänin auf entsprechenden Plattformen im Internet die Adresse eines Tölzer Hotels angegeben hatte, wo sie „privat und diskret von 10 bis circa 1 Uhr besuchbar“ sei.

Polizei traf Prostituierte in Tölzer Hotel nicht mehr an

„Wir haben dort nachgeschaut, sie aber nicht mehr angetroffen.“ Die Frau sei der Polizei jedoch namentlich bekannt. Sonntag geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie an einem anderen Ort in Erscheinung tritt und die Polizei ihrer habhaft werden kann. Dann könnte gleich in mehrfacher Hinsicht Ärger auf sie zukommen.

Denn in Städten ab 30.000 Einwohnern ist Prostitution zwar in angemeldeter Form und unter bestimmten Auflagen gestattet. Einige Städte wie Dachau haben Bordellen in leerstehenden Gebäuden aber den Kampf angesagt. In kleineren Kommunen ist das Gewerbe jedoch generell verboten. „Beim ersten Mal ist es als Ordnungswidrigkeit zu ahnden, bei Wiederholung wird es als Straftat gewertet“, so Sonntag. Außerdem ist die Ausübung der Prostitution in Bayern aktuell wegen der Corona-Infektionsschutzauflagen nicht genehmigt - was so manches Bordell in Bayern auf kreative Lösungen bringt.

Prostituierte bleiben nur kurz an einem Ort und ziehen dann weiter

Die Rumänin ist offenbar Teil eines Phänomens, das der Polizei alles andere als neu ist. Laut Sonntag bieten Liebesarbeiterinnen, die meist aus Rumänien oder Bulgarien stammen, ihre Dienste illegal in diversen Kleinstädten an, bewerben diese offensiv auf einschlägigen Internetseiten und ziehen dann nach maximal zwei bis drei Tagen weiter. Dies sei im gesamten deutschsprachigen Raum zu beobachten.

Corona-Krise: Frauen bieten wieder öfter ihre Dienste übers Internet an

Bis März seien der Polizei zahlreiche solche Fälle bekannt geworden, mit Beginn der Corona-Krise seien die Aktivitäten dann aber „fast auf null“ zurückgegangen, erklärt Sonntag. „Mittlerweile sind wir zwar noch nicht wieder ganz auf Normalniveau, aber die Damen inserieren wieder häufiger“, so der Polizeisprecher.

Der Hotelier, in dessen Haus der käufliche Sex angeboten wurde, hat laut Sonntag übrigens nichts zu befürchten. „Das wäre nur dann der Fall, wenn er davon gewusst hätte. Meistens checken die Frauen aber als normale Gäste ein.“

Vor dem Amtsgericht Wolfratshausen stand kürzlich ein Vermieter vor Gericht. In seinen Wohnungen hatten Frauen unter dem Deckmantel eines Massagestudios Liebesdienste angeboten.

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