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Bad Tölz: Die letzte Ruhe wird teurer

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Um zehn Prozent sollen die meisten Gebühren für Grabstätten und für Bestattungen auf dem Tölzer Friedhof erhöht werden.
Um zehn Prozent sollen die meisten Gebühren für Grabstätten und für Bestattungen auf dem Tölzer Friedhof erhöht werden. © PRÖHL/ARCHIV

Die letzte Ruhe wird in Bad Tölz teurer. Der Haupt- und Finanzausschuss befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Friedhofsgebühren.

Bad Tölz - Tatsächlich ist die letzte Anpassung der Gebühren schon eine ganze Weile her. „Seit 2006 haben wir im Wesentlichen die gleichen Gebühren“, erläuterte Kämmerer Hermann Forster in der Sitzung. Das Problem: Die Ausgaben im Friedhofs- und Bestattungswesen sind in den vergangenen 15 Jahren durchaus deutlich gestiegen – unter anderem haben sich die Personalkosten in diesem Zeitraum um 30 Prozent erhöht.

Das Defizit wächst von Jahr zu Jahr

Die Folge: Die Stadt bleibt von Jahr zu Jahr auf immer höheren Kosten sitzen. Belief sich die Unterdeckung 2017 auf rund 106 700 Euro, waren es im vergangenen Jahr schon gut 148 000 Euro. Mit Blick darauf hatte auch der kommunale Prüfungsverband zuletzt empfohlen, die Gebühren für Grabstellen, aber auch für die verschiedenen Dienstleistungen bei Bestattungen anzupassen.

Zehn prozentige Erhöhung der meisten Gebühren geplant

Eine 100-prozentige Deckung werde man nie erreichen, betonte Forster. Das liegt auch daran, dass beispielsweise Kosten für die Pflege des Friedhofs auf alle Grabstellen umgelegt werden – auch auf die noch nicht verkauften. Das Delta zwischen Einnahmen und Ausgaben ließe sich aber verringern, wenn man alle Gebühren um zehn Prozent erhöhen würde, so der Vorschlag der Verwaltung. Landen würde man dann bei einer Unterdeckung irgendwo zwischen 70 000 und 100 000 Euro pro Jahr. Zudem schlägt die Verwaltung vor, die Gebühren künftig mindestens alle fünf Jahre zu überprüfen.

Kosten für ein KIndergrab werden nicht erhöht

Ausgenommen von der Erhöhung wären die Beträge, die erst vor Kurzem neu hinzugekommen sind – beispielsweise die für eine Baumbestattung. Nicht antasten will man auch die Kosten für ein Kindergrab.

Josef Steigenberger (CSU) war skeptisch. „Gewisse Sachen gehören zum Leben dazu, da will ich kein Geschäft machen“, sagte er. Er sei einfach dagegen, die Kosten für Grabstellen zu erhöhen. „Viele können sich das jetzt schon nicht leisten“, sagte Steigenberger. Standesamtsleiter Wolfgang Steger wollte das so nicht stehen lassen. „Wer nicht in der Lage ist, den Betrag auf einmal zu bezahlen, kann das in Raten über fünf oder zehn Jahre abstottern. So kann sich das jeder leisten.“ Zur Verdeutlichung: Ein Urnengrab kostet derzeit – je nach Lage – zwischen 260 und 360 Euro für zehn Jahre. Nach der Erhöhung wären es 290 bis 400 Euro. Für ein Abteilungsgrab müssen 290 bis 410 Euro für zehn Jahre bezahlt werden. Nach der Erhöhung wären es 320 bis 450 Euro.

Das letzte Wort hat der Stadtrat

Richard Hoch (Grüne) fand die Anpassung vernünftig. „Wir brauchen eine etwas bessere Kostendeckung.“ Er wollte wissen, ob unter Umständen eine Art „Sozialtarif“ denkbar wäre für alle, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind. Das sei kein Fall für die Gebührensatzung, sagte Steger. Letztlich könnten seine Mitarbeiter die Bedürftigkeit von Personen auch gar nicht prüfen. „Aber wir verweisen im Fall der Fälle an die Sozialbehörde.“ Dort finden Betroffene, die sich eine Bestattung oder eine Grabstelle nicht leisten können, bereits jetzt die nötige Hilfe.

Gegen die Stimme von Steigenberger sprach sich der Ausschuss am Ende für die Gebührenanpassung aus. Final beschließen muss das Ganze aber der Stadtrat.

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