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Halten lange im eisigen Isarwasser aus: Birgit Martin (links) und Heidelinde Partheymüller bei ihrer letzten Trainingseinheit vor der Deutschen Meisterschaft. 

Eisschwimmerinnen trainieren auf Deutsche Meisterschaft 

Rein ins eiskalte Nass

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Bei lediglich fünf Grad Außentemperatur springen zwei Damen aus der Region in die eiskalte Isar. 

Bad Tölz – Es ist wahrlich kein Sport für Warmduscher. Das Außen-Thermometer kletterte am Freitag nur auf knapp fünf Grad. Für Birgit Martin (50), Krankenschwester aus Bad Tölz, und Heidelinde Partheymüller (50), Gärtnerin aus Schaftlach, aber kein Argument, nicht in die Isar zu springen. Dabei hat der Fluss derzeit gerade einmal eine Wassertemperatur von vier Grad. 

Die beiden Frauen sind Eisschwimmerinnen. Die Isar kommt ihnen beinahe schon warm vor. Sie trainieren den gesamten Winter in Bergseen. Im Sommer darf es auch gerne mal ein hoch gelegener Gletschersee sein, in dem sie die gewünschten Temperaturen kurz vor dem Gefrierpunkt finden. Zusätzlich muss in „normalwarmen“ Gewässern im Sommer die Kondition verbessert werden. „Wir trainieren für die Deutsche Eisschwimmmeisterschaft“, sagt Birgit Martin. Seit drei Jahren schwimmt sie regelmäßig im Eiswasser. „Es wird schon fast zu einer Sucht. Außerdem fühle ich mich danach vital und bin kaum mehr krank“, erklärt die 50-Jährige.

„Es wird schon fast zu einer Sucht“

Doch die Schwimmerinen warnen auch: Egal wie viel Erfahrung man hat, alleine sollte man niemals in derart kaltes Wasser gehen. „Es ist total spannend, die Reaktionen des Körpers zu beobachten“, sagt Partheymüller, die seit einem Jahr diesem Sport nachgeht. Nachdem man aus dem Wasser komme, fühle man sich erst wohlig, dann zittere man leicht. Wichtig sei dann, sofort in warme Kleidung zu schlüpfen. „Erst wenn ich im Auto sitze und auf dem Heimweg bin, merke ich, wie mir das kalte Blut durch den Körper schießt – ein tolles Gefühl“, sagt Partheymüller.

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Aber Achtung: Man muss sich erst schrittweise an diese Temperaturen gewöhnen. „Man kann mit 18 Grad warmem Wasser anfangen, immer eine Minute und dann schrittweise mit der Temperatur runter gehen“, erklären die beiden Frauen, die Mitglied im Tölzer Wassersportverein sind.

Schrittweise an Temperaturen gewöhnen 

So sehr der Sport auch abhärtet, das Immunsystem und Bindegewebe stärkt, dürfen nur absolut gesunde Menschen ihm nachgehen. „Man darf keine Herz-Kreislaufprobleme haben und sollte auch allgemein sehr gesund und fit sein“, erklärt Martin.

Am Wochenende beginnt die Deutsche Meisterschaft in Veitsbronn. Dort wird Birgit Martin sowohl 50 als auch 200 Meter Freistil schwimmen – im 1,3 Grad kalten Wasser. Heidelinde Partheymüller fängt mit 50 Metern Brust an. Sie ist zum ersten Mal bei der Meisterschaft dabei. 

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