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Zehn Kreis-, Stadt- und Gemeinderätinnen stellten sich im Landratsamt den Fragen interessierter Bürgerinnen. 

Im Tölzer Landratsamt

Das etwas andere Speed-Dating: Frauen motivieren Frauen zur Politik

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Es gibt zu wenig Frauen in der Politik. Deshalb gab es jetzt ein etwas anderes Speed-Dating im Tölzer Landratsamt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Frauen sind in der Kommunalpolitik zwar keine Seltenheit mehr, aber noch immer klar in der Minderheit. Im Bichler Gemeinderat sitzen beispielsweise 14 Männer – aber nur eine Frau. Kaum besser sieht es in Eurasburg, Bad Heilbrunn, Benediktbeuern, Kochel am See und in der Jachenau aus. Auch hier liegt der Frauen-Anteil in den Gemeinderäten jeweils unter 12 Prozent. Damit sich das ändert, veranstaltete die Gleichstellungsbeauftragte Karin Weiß im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamts ein sogenanntes „Speed-Dating“ mit Kreis, Stadt- und Gemeinderätinnen aus dem Landkreis.

Beim Speed-Dating hatten die etwa 15 Besucherinnen die Möglichkeit, zwanglos mit den zehn Kommunalpolitikerinnen ins Gespräch zu kommen. Jeweils nach zwei Minuten ertönte eine Glocke – und dann wurden die Gesprächspartnerinnen durchgewechselt.

„Es waren nette Gespräche, sehr informativ“, sagen die Teilnehmerinnen

Die Beteiligten waren angetan von diesem Gesprächsformat. „Es ist toll, dass man hier die Möglichkeit hat, mit den Politikerinnen zu sprechen“, kommentierte Christiane Bäumler. Da sie den Großteil der Anwesenden schon kannte, habe sie nur mit zwei Politikerinnen gesprochen. Die Kernaussagen? „Man muss nicht alles wissen, wenn man sich in ein Gremium wählen lässt, und man soll sich einfach trauen.“ Man komme nicht unvorbereitet in die Sitzungen, innerhalb der Fraktion gebe schon vorher einen regen Austausch.

Julia Cabrerizo und Barbara Fuhrmann nutzten die Gesprächsmöglichkeit dagegen von ersten bis zur letzten Sekunde und sprachen mit allen Kommunalpolitikerinnen. „Es waren nette Gespräche, sehr informativ“, befanden die beiden. Einige ihrer Gesprächspartnerinnen hätten bedauert, dass sie erst so spät in die Politik eingestiegen seien: „Sie haben gesagt, dass man früh anfangen soll, dann wächst man schon rein.“ Das Wichtigste sei, dass man ohne Angst an die Aufgaben herangehe. Zudem müsse man damit zurechtkommen, dass man auch mal „blöd angemacht“ werde.

Den Frauen die Angst nehmen

SPD-Kreisrätin Gabriele Skiba stellte fest, dass ihre Gesprächspartnerinnen vor allem die Frage beschäftigte, ob sie für ein kommunalpolitisches Amt qualifiziert seien. Skiba versuchte, ihnen die Angst zu nehmen. Das Wichtigste seien gesunder Menschenverstand und Neugier. Das Wissen komme von ganz allein, schließlich gebe es Fortbildungs-Veranstaltungen, beispielsweise zum Baurecht.

Entscheidend sei, dass man mit Spaß bei der Sache sei: „In der Kommunalpolitik verdient man nichts – das ist ein Ehrenamt, genauso, wie wenn man sich in einem Verein oder einem Elternbeirat engagiert.“ Skiba hält es für sehr wichtig, dass sowohl Frauen als auch Männer in Gremien sitzen. „Denn die Gedankengänge sind völlig verschieden. Wenn man die Gedanken von Frauen zusammenbringt, kommt was Gutes raus.“  pr

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