Statue der Justizia als Richterin
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Ein 19-jähriger Tölzer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

19-Jähriger wegen sexueller Belästigung zu 500 Euro Geldbuße verurteilt

In Tölzer Club: Fremder Frau im Gedränge an den Po gefasst

  • vonRudi Stallein
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Wegen sexueller Belästigung musste sich ein Tölzer jetzt vor dem Gericht verantworten. Der 19-Jährige muss eine Geldstrafe bezahlen.

  • In der vorigen Silvesternacht fasst ein 19-Jähriger in einem Tölzer Club einer Frau an den Po.
  • Vor Gericht bestreitet er vehement die Tat.
  • Ein zweiter Verhandlungstag bringt Klarheit.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Der junge Mann (19), gepflegt, modisch gekleidet, die Haare akkurat gestylt, soll in der vorigen Silvesternacht in einem Tölzer Club einer Frau (21) an den Po und an die Brust gefasst haben. Als der Freund der Studentin ihn deshalb zur Rede stellen wollte, soll der Beschuldigte ihn ins Gesicht geschlagen haben. Die Beharrlichkeit, mit der der 19-Jährige beteuerte, unschuldig zu sein, bescherte dem Jugendgericht dafür zwei Verhandlungstage. Am Ende wurde der Heranwachsende wegen sexueller Belästigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldbuße von 500 Euro, zahlbar ans Landratsamt zu Gunsten des Sozialen Trainingskurses, verdonnert.

Die Geschädigte erinnerte sich trotz eines silvesterbedingt erhöhten Alkoholpegels von rund zwei Promille sehr deutlich an die Situation. „Eine falsche Erinnerung schließe ich zu 100 Prozent aus“, betonte die 21-Jährige. „Es war sehr viel Adrenalin im Spiel in dem Moment.“ Sie sei auf dem Weg zur Toilette gewesen, als sie ihm Gedränge „spürte, dass ich am Hintern angefasst werde“. Sie habe sich sofort umgedreht und den Angeklagten hinter ihr gesehen. Auf die Frage, was das solle, habe er nicht reagiert. Dann habe ihr Freund, den sie auf den Vorfall aufmerksam gemacht hatte, eine Faust ins Gesicht bekommen. „Er stand hinter uns, ich habe ihm für eine Sekunde in die Augen geschaut, dann kam gleich ein Schlag ins Gesicht“, erzählte der Student (22). Er verletzte sich dabei am Auge.

Angeklagter: „Habe nur meine Bauchtasche verloren“

Ein Freund des Paares bestätigte die Version und will auch den Griff ans Gesäß gesehen haben. Der Beschuldigte behauptete: „Ich hatte meine Bauchtasche verloren, habe sie gesucht, dann standen zwei Typen vor mir, wollten mich nicht vorbeilassen, einer sagte: ,Scheiß Kanacke‘.“ Es habe eine kurze Schubserei gegeben, dann sei er rausgeschmissen worden.

Wenn Aussage gegen Aussage steht, ist das häufig von Vorteil für den Angeklagten. Der hat aber schlechte Karten, wenn gleich drei Zeugen den Sachverhalt übereinstimmend völlig anders schildern. Deshalb beharrte der 19-Jährige darauf, dass auch seine Zeugen gehört werden. Dem Wunsch kam das Gericht nach und setzte einen weiteren Verhandlungstermin an.

Aussage der Freunde „wenig überzeugend“

Zwei Freunde des Angeklagten, bei dem kurz nach der Tat rund 1,3 Promille Alkohol im Blut festgestellt worden waren, bemühten sich, dessen Version zu bestätigen, waren dabei jedoch wenig überzeugend. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Freunde ihn schützen wollten“, stellte die Staatsanwältin fest und beantragte, gegen den Angeklagten einen Freizeit-Arrest zu verhängen.

Richterin Friederike Kirschstein-Freund beließ es aber bei der von der Jugendgerichtshilfe vorgeschlagenen Geldauflage, die sie mit 500 Euro festsetzte. Der Tölzer, der in seinem Schlusswort betont hatte, er wolle „mit niemandem Probleme haben und normal leben, wie alle Menschen“, nahm das Urteil an.

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