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Die Franzmühle bleibt kirchlicher Besitz. Den Immobilientausch mit der Stadt gegen Franziskuszentrum und Alte Madlschule hat der Stadtrat nun abgelehnt.

Stadtrat

Bad Tölz gibt der Kirche einen Korb: Immobilientausch ist vom Tisch

Der Immobilientausch ist geplatzt: Tölzer Madlschule und Franziskuszentrum bleiben in der Hand der Stadt, die Franzmühle ist auch künftig kirchlicher Besitz.

Bad Tölz – Die Bedenken hatten zuletzt klar überwogen. Und so hat der Tölzer Stadtrat am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung eine klare und einstimmige Entscheidung getroffen: Es wird keinen Immobilientausch zwischen der Kirche und der Kommune geben. Die Alte Madlschule sowie das Franziskuszentrum bleiben in städtischer Hand, die Kirche ist nach wie vor Eigentümer der Franzmühle.

Im Januar 2016 war erstmals die Idee publik geworden, dass die Stadt mit ihrer Jugendförderung in die Franzmühle ziehen könnte. Dafür hätte sie das ehemalige Kloster hergegeben, was der Erzdiözese ganz neue Möglichkeiten für die Nutzung der Franziskanerkirche (sie alleine gehört der Erzdiözese) eröffnet hätte. Generalvikar Peter Beer war dafür Ende des vergangenen Jahres eigens nach Tölz gekommen, um mit Bürgermeister Josef Janker zu sprechen. Zur großen Rochade hätte auch die Alte Madlschule (Besitzer: Stadt) gehört, die kirchlich werden sollte und der Pfarrei die seit langem angestrebte Chance auf eine Erweiterung des Pfarrzentrums gegeben hätte.

Aus all dem wird nun nichts. Zahlen aus dem lange erwarteten Gutachten wollten gestern weder Bürgermeister Janker noch Ordinariats-Sprecherin Bettina Göbner nennen. Die Werte seien ja jetzt nicht mehr relevant, verteidigte Göbner die intransparente Haltung der Amtskirche, die auch darauf gedrängt hatte, dass die Sitzung nichtöffentlich stattfindet. Janker wollte nicht gegen die Abmachung verstoßen. Auch den Wert der eigenen Immobilien nannte er nicht. Nur: „Annähernd gleich“ sei die Bewertung ausgefallen.

Entscheidend sei etwas anderes gewesen: Mit dem Franziskuszentrum hätte die Kirche eine funktionierende und brandschutztechnisch einwandfreie Immobilie bekommen, die Stadt hätte ihrerseits ein Gebäude eingetauscht, das nicht so wie gewünscht zu nutzen ist. Die Raumaufteilung in der ehemaligen Mühle ist für Jugendarbeit ungünstig, sagt Janker. Hinzu kommen die fehlenden Außenbereiche und mögliche Lärmprobleme mit den Nachbarn.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch der mangelhafte Brandschutz der oberen Stockwerke in dem Turm. Das hätte erhebliche und teure Maßnahmen erfordert.

Keine Rolle spielte hingegen laut Janker die Stiftungsproblematik. Die Diözese habe bei einer Überprüfung festgestellt, dass Stiftungsvermögen aus der Hand gegeben werden darf.

Positiver Randaspekt des gescheiterten Hauptdeals Franziskuszentrum gegen Franzmühle ist, dass auch die Madlschule städtisch bleibt. Für die darin untergekommenen Vereine und Mieter (unter anderem die Lust, Komische Gesellschaft, Ballett, Billard) ändert sich nun nichts – ganz so, wie es sich die Nutzer gewünscht hatten. Für die Stadtkapelle sind im neuen Jahnschulzentrum ohnehin schon länger neue Probenräume angedacht.

Janker kündigte an, dass man sich mit der Tölzer Pfarrei zusammensetzen werde. Dabei werde es auch um die gemeinsame Gestaltung des Vorplatzes gehen. Der Parkplatz vor der Madlschule ist dem Stadtoberhaupt ein Dorn im Auge. Dieser könne eine „super Aufenthaltsqualität besitzen.“

Eine Reaktion des Ordinariats auf die Entscheidung gab es am Mittwoch nicht. Göbner: „Die Entscheidung der Stadt muss man respektieren. Deshalb redet man ja.“ Ob das Auswirkungen auf das angedachte geistliche Zentrum an der Franziskanerkirche hat, und wenn ja, welche, dazu wollte Göbner nichts sagen. Es sei ihr klar, dass ihre Antworten „etwas dürftig“ ausfallen. „Aber wir haben nichts in der Schublade, was wir bei einer Ablehnung einfach herausziehen können.“ chs

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