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Kastanien-Rettung: Verpflanzung wohl möglich - Unterstützung kommt von den Rosentagen

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Von: Andreas Steppan

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Die Rettung der Kastanie besprachen (v. li.) Grünen-Stadtrat Johannes Gundermann, Michaela Dorfmeister, Großmutter Angelika Anweiler und Vater Peter Kreitmeir mit Poldi (5) und Paulina (2), Frank Dorfmeister, Thomas Hölzl vom vor Ort beauftragten Bauunternehmen und Bernd Küster (Firma Opitz Großbaumverpflanzung).
Die Rettung der Kastanie besprachen (v. li.) Grünen-Stadtrat Johannes Gundermann, Michaela Dorfmeister, Großmutter Angelika Anweiler und Vater Peter Kreitmeir mit Poldi (5) und Paulina (2), Frank Dorfmeister, Thomas Hölzl vom vor Ort beauftragten Bauunternehmen und Bernd Küster (Firma Opitz Großbaumverpflanzung). © PRIVAT

Eigentlich soll die über 40 Jahre alte Kastanie gefällt werden. Nun ergibt ein Ortstermin, dass eine Verpflanzung wohl möglich sei. Doch es gibt noch einiges zu bedenken.

Bad Tölz – Das Projekt, einen Kastanienbaum an der Ecke Bairawieser Straße/Höhenbergweg zu retten, hat weitere Unterstützer gewonnen. Die Organisatorin der Rosentage, Michaela Dorfmeister, und ihr Mann Frank Dorfmeister haben nun ein Spendenkonto eingerichtet, um die Verpflanzung des Baums zu ermöglichen.

Fünfjähriger Poldi will Kastanie retten

Die Idee, den wohl über 40 Jahre alten Baum vor der Fällung zu bewahren, geht wie berichtet auf den fünfjährigen Poldi und seinen Vater Peter Kreitmeir zurück. Die Kastanie sollte eigentlich im Zuge der Sanierung der Bairawieser Straße entfernt werden. Stattdessen könne der Baum aber auch versetzt werden, meinten Poldi und sein Papa und kontaktierten eine Spezialfirma sowie das Rathaus.

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Dorfmeister verbindet Erinnerungen mit dem Kastanienbaum

Auf den Kurier-Artikel darüber habe er viel positive Resonanz bekommen, berichtet Peter Kreitmeir. So habe sich über Facebook eine Frau gemeldet, die eine Spende von 1000 Euro in Aussicht gestellt habe. Auch das Ehepaar Dorfmeister schloss sich mit Kreitmeir kurz. „An dem Baum haben wir mit unseren Kindern und Enkelkindern immer Kastanien gesammelt“, begründet Michaela Dorfmeister, warum sie die Baum-Rettung unterstützt. Zudem verschönere der Baum die Ortseinfahrt. Und es gebe auch nur noch wenige Kastanienbäume in der Stadt. „Kastanien sind etwas ganz Wichtiges für Kinder“, sagt sie. Sie sei sich sicher, dass viele Mädchen und Buben auf dem Weg zum Lebenshilfe-Kindergarten ihre Freude an dem Baum hätten – so wie auch Poldi.

Sonder-Spendenkonto für Baum-Rettung

Die Dorfmeisters richteten ein Sonder-Spendenkonto für die Baum-Rettung ein, unterstützen die Aktion auch selbst und bürgen für den Fall, dass nicht genug Geld zusammenkommt, damit der Auftrag schon einmal erteilt werden kann. Zudem sei mit Familie Kreitmeir eine Aktion bei den Rosentagen im Gespräch.

Verpflanzung wohl günstiger als gedacht

Positive Signale hat Kreitmeir auch von einem Ortstermin mit der Spezialfirma und Vertretern der Stadt am Montag mitgenommen. Es habe sich herausgestellt, dass die Versetzung der Kastanie doch günstiger komme als gedacht, da es möglich sei, sie in einer einzigen Aktion aus- und zehn Meter weiter – auf einer geplanten neuen Verkehrsinsel – direkt wieder einzupflanzen, ohne sie zwischenlagern zu müssen. Ein konkretes Angebot der Firma liege noch nicht vor. Kreitmeir kalkuliert statt der veranschlagten 9000 nun aber grob mit vielleicht 6000 Euro.

Stadt will sich an Verpflanzung beteiligen - Noch sind Fragen offen

Dass die Stadt die Verpflanzung bezahlt, ist offenbar vom Tisch. Kreitmeir sagt unter Berufung auf Stadtrat Johannes Gundermann (Grüne), bei einer Stadtratsklausur am Wochenende habe sich keine Mehrheit dafür gefunden. Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach sagt auf Anfrage, dass es bei der Klausur keine offizielle Abstimmung dazu gegeben habe und auch nicht geplant sei, das Thema dem Stadtrat vorzulegen. Sie bestätigt aber, dass die Stadt bereit sei, sich im Umfang der Kosten, die sonst für die Fällung und die Ersatz-Neuanpflanzung von Obstbäumen entstanden wären, an der Verpflanzung zu beteiligen. „Nur ob das in Form von Geld oder Arbeitsleistung geschieht, ist noch nicht klar.“

Baum würde wöchentlich 1000 Liter Wasser benötigen

Insgesamt bremst Otterbach den Enthusiasmus etwas. Die Baum-Rettung mit Hilfe von Bürger-Engagement sei zwar eine „tolle Aktion“. Aber es gebe noch einiges zu bedenken. Das Gespräch mit der Fachfirma habe zwar ergeben, dass die Verpflanzung „möglich zu sein scheint“. Endgültig müsse das aber noch mit Probebohrungen im Boden geklärt werden. Und damit der Baum überlebt, müsse er zwei bis drei Jahre lang wöchentlich mit 1000 Litern Wasser gegossen werden, so Otterbach. „Es ist noch nicht klar, wer das übernehmen möchte.“ Die Stadt stoße da angesichts von 7000 Bäumen im Stadtgebiet an ein Limit.

Spendenkonto

Empfänger: Rosentage GmbH, „Poldis Baumprojekt“, IBAN: DE83 7005 4306 0011 9129 20

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