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Kletter-Ikone Thomas Huber kommt am Sonntag nach Bad Tölz. 

Multivisionsvortrag im Kurhaus

Huber-Bua in Bad Tölz: Kletter-Ikone verrät, wie man durchs Bergsteigen fürs Leben lernt

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Nur wegen eines Tölzer Pfarrers ist Thomas Huber - mit seinem Bruder Alexander als Huber-Buam bekannt - noch nicht aus der Kirche ausgetreten. Jetzt kommt er in die Kurstadt.

Bad Tölz – Er ist eine Kletter-Ikone, zusammen mit seinem Bruder Alexander als die „Huber-Buam“ berühmt und kommt am Sonntag ins Tölzer Kurhaus: Thomas Huber. Im Interview verrät er, was man beim Bergsteigen fürs alltägliche Leben lernen kann und was ihn mit Bad Tölz verbindet.

Herr Huber, Sie versprechen den Besuchern am Sonntag eine „wilde, philosophische, rockige Reise“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Es geht um meine Lebensgeschichte. Um den Weg, wie ich Bergsteiger geworden bin bis hin zu einer der schwierigsten Touren vergangenes Jahr in Pakistan. Wie ich mich mit dem Tod auseinandersetze, mit dem Verlust von Menschen, die ich geliebt habe. Aber auch um meine Familie. Der rockige Teil bezieht sich darauf, dass ich auch in einer Rock-Band spiele. Im Intro wird es eine kleine Geschmacksprobe meiner Musik geben.

Und der philosophische Teil?

Die Berge bewirken etwas bei dir, sie bauen dich um. Man möchte sich selber etwas beweisen. Das lässt sich wunderbar in den Alltag transferieren. Dass man niemals Angst haben sollte. Dass es auch mutig ist, mal einen Schritt zurückzugehen.

Thomas Huber: Oft leben die Menschen in Zwängen

Bei einem Vortrag auf der Bühne zu stehen, ist ja etwas gänzlich anderes, als für sich allein in der Natur unterwegs zu sein. Ist es für Sie leicht, vor Leuten zu reden?

Wenn man so viel erlebt hat, dann hat man auch ein Mitteilungsbedürfnis. Außerdem habe ich das Gefühl, eine Verantwortung dafür zu haben, den Menschen zu helfen, ihren Horizont zu erweitern. Oft leben die Menschen heute in Zwängen. Ich möchte versuchen, ihnen den Ansatz mitzugeben: Wir müssen viel mehr auf unseren Planeten Erde schauen. Wer in die Berge geht, sollte versuchten, von dort etwas mitzunehmen, für sich, für die Allgemeinheit.

Welche Verbindungen haben Sie zu Tölz?

Sehr gute Verbindungen hatte ich zu Edi Kraus (Tölzer Filmemacher und Basejumper, die Red.). Er ist ja leider tödlich verunglückt. Außerdem habe ich gute Beziehungen zu Pfarrer Peter Demmelmair. Er hat meine Frau und mich vermählt. Wenn er mich mal besuchen kommt, dann trinken wir gemeinsam ein Bier. Ich schätze ihn nicht nur als Pfarrer, sondern auch als Menschen. Er ist der einzige Grund, warum ich noch immer in der Kirche bin.

Reizt es denn jemanden, der extreme Touren gewohnt ist, überhaupt noch, einen ganz „gewöhnlichen“ Berg zu gehen?

Das Extreme kann man auch im Alltag finden oder im Kleinen. Entscheidend ist, dass man auch das ernst nimmt, was vermeintlich einfach ist. Das Einfache ist oft das Gefährlichste. Natürlich kann man auch den Ansatz haben, dass man nur geht, um auf den Gipfel zu kommen. Aber eigentlich ist der Weg das Ziel.

Ab Juli will Thomas Huber wieder nach Pakistan

Wie hat sich das Bergsteigen seit Ihren Anfangszeiten verändert?

Früher war alles heroischer. Da warst du schnell ein Hasardeur, ein Wahnsinniger. Heute sind die Leute eher Sportler. Es gibt eine Fitnesswelle. Bouldern ist ein Trendsport. Die Kinderkurse des Alpenvereins werden überrannt, Skibergsteigen ist ein eigenes Kapitel, ebenfalls sehr beliebt. Die Berge werden zu einem modernen Sportgerät. Das ist nicht negativ. Denn wer sich mit der Natur auseinandersetzt, wird auch achtsam mit ihr umgehen.

Wie sehen Ihre nächsten Pläne aus?

Jetzt mache ich zunächst meine Vortragstour. Bald geht es in Richtung Schweiz, da habe ich mit einem Freund etwas vor. Und ab Juli bin ich wieder in Pakistan unterwegs – aber Genaueres, das erfährt man dann bei meinem Vortrag am Sonntag (lacht).

Info:

Der Multivisionsvortrag „Steinzeit“ mit Thomas Huber findet am Sonntag, 24. März, um 19.30 Uhr im Tölzer Kurhaus statt. Einlass ist ab 19 Uhr. Tickets zum Preis ab 23,90 Euro gibt es online auf www.wunderfalke.de. Dort sind auch die weiteren Vorverkaufsstellen zu finden.

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