In Tölzer Lokal

Kneipentheke in Flammen und Gast spuckt noch Alkohol rein - drei Schwerverletzte

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In einem Tölzer Lokal ist es in der Nacht zum Sonntag zu einer Verpuffung gekommen. Fünf Personen wurden dabei verletzt, drei davon schwer. Wie konnte das passieren?

Bad Tölz - Es war eine ganz normale Samstagnacht in dem Lokal an der Tölzer Badstraße. Gegen 1.30 Uhr feierten noch rund 50 Gäste in der Kellerkneipe, als es zu dem fatalen Unfall kam. Erste Ermittlungen der Polizei ergaben Folgendes: „Bei einem in dem Lokal üblichen Ritual zu einem bestimmten Lied wird von einem Bar-Angestellten kurz die feuerfeste Theke in Brand gesetzt wird“, schildert Polizeihauptkommissar Josef Treffer im Pressebericht. Dazu werde ein hochprozentiger Rum in einem feinen Streifen auf die frei geräumte Theke geschüttet. „Die Gäste werden extra aufgefordert, ein Stück zurückzutreten, bevor der Alkohol angezündet wird.“

Was bislang ohne Zwischenfälle verlief, ging dieses Mal schief: Offenbar spuckte einer der Gäste Alkohol in das Feuer, „worauf es zu einer explosionsartigen Stichflamme kam“, so Treffer. „Eine 26-jährige Tölzerin stand augenblicklich im Gesicht und an der Brust in Flammen.“ Umstehende Gäste versuchten, sofort zu helfen und schütteten Wasser und ihre Getränke über die Frau. „Die Leute haben gut reagiert“, sagt BRK-Einsatzleiter Lukas von Stülpnagel. Die Verletzte wurde nach der Erstversorgung mit dem Rettungswagen in die Unfallklinik nach Murnau eingeliefert.

Ein in der Nähe der Frau stehender 31-jähriger Gast aus Dietramszell, der in der Kneipe in seinen Geburtstag hineingefeiert hatte, erlitt ebenfalls im Gesicht und am Oberkörper Verbrennungen. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen wurde der Mann mit dem Rettungshubschrauber Christoph München ins Klinikum Bogenhausen geflogen.

Durch diese Stichflamme erlitten zudem ein 68-jähriger Gaißacher und ein 37-jähriger Tölzer Brandverletzungen im Gesicht und wurden vom BRK-Rettungsdienst ins Tölzer Krankenhaus gebracht. Einer der beiden wurde laut von Stülpnagel später weiterverlegt nach Murnau.

Nachdem es zu der Verpuffung gekommen war, herrschte natürlich Aufregung unter den Besuchern: „Die Leute haben alle das Laufen angefangen“, schildert ein 18-jähriger Warngauer, der vor Ort war. Er hatte mit seinen Freunden zum Zeitpunkt des Unglücks auf der anderen Seite der Bar gestanden. Da die Stichflamme aber nahe des Ausgangs gewesen sei, „sind erst einmal nicht viele rausgekommen“.

Trotzdem drängten die Besucher natürlich Richtung Ausgang. Das wurde einer 22-jährigen Frau zum Verhängnis. Sie wollte einem der am Boden liegenden Brandopfer helfen, als sie von einem ins Freie laufenden Gast mit dem Knie im Gesicht getroffen. Die 22-Jährige schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf und musste mit Kopfverletzungen ins Tölzer Krankenhaus gebracht werden. „Als die Polizei da war, mussten wir dann alle raus“, sagt der Warngauer, der genauso wie seine Begleiter unverletzt blieb. „Beim Eintreffen der Streife waren aber auch schon einige Gäste im Freien, die wild durcheinander liefen“, schildert Hauptkommissar Treffer.

Die 53-jährige Gastwirtin, die den Alkohol entzündet hatte, sowie die Ehefrau des schwer verletzten Dietramszellers erlitten einen Schock. Zudem musste sich das BRK noch um einen weiteren Gast kümmern, der ein internistisches Problem hatte. „Das hatte mit dem eigentlichen Einsatz aber nichts zu tun“, so von Stülpnagel.

Im Einsatz waren neben Rettungsdienst und Polizei auch ehrenamtliche Helfer der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst der BRK-Bereitschaft Bad Tölz. Das Rote Kreuz war mit insgesamt 21 Kräften, zwei Notärzten und zehn Fahrzeugen vor Ort.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. „Derzeit sind Vernehmungen im Gange“, sagt Treffer. Unter anderem geht es darum zu klären, welcher Gast die Stichflamme ausgelöst hat.

Rubriklistenbild: © dpa / Nicolas Armer

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