Hier könnte es bald rundgehen: Die Ampeln an der Einmündung Isarbrücke/Säggasse/Kappellengasteig sollen durch einen Kreisverkehr ersetzt werden.
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Hier könnte es bald rundgehen: Die Ampeln an der Einmündung Isarbrücke/Säggasse/Kappellengasteig sollen durch einen Kreisverkehr ersetzt werden.

Thema Im Bauausschuss

Kreisel an der Tölzer Isarbrücke schafft Platz für Radfahrer

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Der Kreisverkehr am Amortplatz soll einen Zwilling am anderen Ende der Brücke bekommen. Die Idee kam schon vor einem guten Jahr auf. In der Bauausschusssitzung lag nun die Antwort auf die Frage vor, ob sich der Kreisel dort verwirklichen lässt.

Bad Tölz Nach der ersten Beratung über den Mini-Kreisel im Dezember 2019 hatte die Stadt das Verkehrsplanungsbüro BBW mit den näheren Untersuchung betraut. Dabei ging es nicht nur darum, die Verkehrsströme zu untersuchen, Radler, Fußgänger und Fahrzeuge zu zählen und die technische Umsetzbarkeit zu prüfen, sondern auch um die Frage, inwieweit die Situation für Radfahrer an diesem Knotenpunkt am Eingang der Marktstraße verbessert werden kann. Das Fazit von Vize-Bürgermeister Michael Lindmair (FWG), der die Sitzung des Bauausschusses leitete: „Der Kreisverkehr ist möglich und würde gleich mehrere Probleme lösen.“

Querungsmöglichkeit für Fußgänger auf der Isarbrücke

Beispielsweise würden in der Säggasse, auf der Brücke und am Kapellengasteig die Abbiegespuren entfallen. Das schafft Platz für eigene Radlstreifen, wie Rathaus-Verkehrsexperte Alexander Schindler erläuterte. „Das ist eine wesentlich verbesserte Situation. Ich denke da vor allem an die Schüler.“ Gelöst werden könnte auch das Problem des Lieferverkehrs, der aus der Marktstraße kommt und sich derzeit ohne eigene Ampelregelung irgendwie in den fließenden Verkehr hineinwurstelt. Außerdem wird eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger auf der Brücke geschaffen. Ähnliche Querungen gibt es – analog zum Kreisel am Amortplatz – an den anderen Einfahrten.

Generell würde der Kreisel die Verkehrsströme verstetigen, sagte Schindler. Die Wartezeiten für alle Verkehrsteilnehmer reduzieren sich, die Anfahr- und Bremsgeräusche fallen weg. „Und die Fahrschüler freuen sich, weil sie am Kapellengasteig nicht mehr am Berg anfahren müssen“, sagte Schindler. Auch die Unterhaltskosten für die Ampeln würde sich die Stadt sparen. Jährlich sind das 3500 Euro. Muss eine neue Anlage angeschafft werden, schlägt das mit 100 000 bis 150 000 Euro zu Buche.

Neuer Kreisverkehr kostet grob geschätzt 250.000 Euro

Natürlich gibt es auch den Kreisel mit einem Außendurchmesser von 18 Metern und überfahrbarer Mittelinsel nicht zum Nulltarif. Von rund 250 000 Euro Kosten geht Schindler aus. „Das ist aber nur eine grobe Schätzung.“ Mehr Details soll die Ausführungsplanung liefern, die der Ausschuss einstimmig in Auftrag gab.

Generell stehen alle der Idee positiv gegenüber. Martin Harrer (FWG) beispielsweise ist „ein totaler Fan von Kreisverkehren“, sagte er. „Mich erfreut das sehr“, betonte auch René Mühlberger (CSU). Er fragte sich aber, ob das Ganze auch bei sehr hohem Fußgängeraufkommen – beispielsweise während der Märkte – funktioniere. „Das ist bewältigbar“, sagte Schindler. Es könnte sogar besser funktionieren, denn während jetzt einige bei Rot über die Ampel gehen, könnten künftig Lücken im Verkehr einfach genutzt werden. „Und wenn da viele Leute stehen, hält meistens ein Autofahrer ohnehin an.“ Auch sollen die Aufstellflächen der Querungshilfen mit 2,50 Meter so breit sein, dass dort auch bequem Menschen auf die nächste Lücke warten können, ergänzte Lindmair.

Stadträte müssen demnächst Prioritäten festlegen

Franz Mayer-Schwendner (Grüne) freute sich, dass es mit dem Projekt vorwärts geht. „Die Kosten sind im Vergleich zu dem, was wir hier sonst behandeln, überschaubar. Ich hoffe, dass es zügig vorangeht.“

Wie zügig – das müssen die Stadträte sagen, die demnächst eine Priorisierung der in den kommenden Jahren anstehenden Projekte vornehmen müssen. Mit Blick darauf fragte Anton Mayer (CSU), ob es Sinn hat, schon jetzt eine Ausführungsplanung zu machen. „Vielleicht sollten wir erst planen, wenn wir wirklich bauen. In drei, vier Jahren könnten die Kosten deutlich höher sein.“ Bauamtsleiter Christian Fürstberger sah das anders. „Wenn wir planen, haben Sie detaillierte Zahlen, über die Sie diskutieren können.“

Möglichkeit, gehbehinderte Fahrgäste aussteigen zu lassen, wird geprüft

Noch einen weiteren Wunsch für die Planung hatte Johannes Gundermann (Grüne) – aus seiner Erfahrung als Taxifahrer heraus. Gehbehinderte Menschen könnten derzeit am Eingang der Marktstraße aussteigen. Ob das auch bei einem Kreisel möglich sei, sollte er wissen. Schindler ist skeptisch. „Jeder der da steht, hemmt die Flüssigkeit des Verkehrs.“ Man werde aber prüfen, ob es eine Möglichkeit gebe.

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