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Bei Ebay (Beispiel-Screenshot) machte der Käufer nach seinem Mega-Fund einen großen Fehler.

Kurioser Fall regt

Krug für 10.000 Euro: Flohmarkt-Besucher macht Mega-Fund - und begeht beim Weiterverkauf Riesenfehler

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Ein Tölzer hat den Wert von einem Flohmarkt-Schnäppchen erst entdeckt, als er es bei Ebay schon verkauft hatte. Ein Fall für das Landgericht München II.

München/Bad Tölz– Einen etwas skurrilen Fall verhandelte vor Kurzem Richter Johannes Brose am Landgericht München II: Ein Mann aus Bad Tölz hatte auf einem Flohmarkt in München für fünf Euro einen Keramik-Krug mit Zinndeckel gekauft – und diesen dann im Oktober 2018 für das 200-fache auf der Internetplattform Ebay verkauft. 

Allerdings wollte ihn der Mann am Ende doch nicht herausrücken: Er hatte nämlich zwischenzeitlich herausgefunden, dass das gute Stück noch deutlich mehr als die 1000 Euro wert ist. Der Käufer beharrte jedoch auf der Erfüllung des Vertrags, weshalb sich beide Parteien nun vor Gericht trafen.

Bad Tölz: Seltener Krug mindestens 10.000 Euro wert - für Bruchteil zu Verkauf angeboten 

Vermutlich handelt es sich bei dem Streitobjekt um einen sogenannten Bartmannskrug aus dem 16. Jahrhundert, wahrscheinlich im Westerwald in der Werkstatt Anno Knütgen hergestellt. „Der Wert eines derartigen Bartmannskrugs beläuft sich auf mindestens 10.000 Euro“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landgerichts München II. Vor diesem Hintergrund wollte der Tölzer den Kaufvertrag bei Ebay nicht mehr gelten lassen. Dort hatte er den Krug mit der Beschreibung: „Krug Westerwald Steinzeug Bartmannskrug Keramik Steingut Zinndeckel“ für 1000 Euro zum Verkauf angeboten. Ein Ebay-Kunde aus dem nordrhein-westfälischen Jülich akzeptierte den Preis, überwies das Geld, erhielt aber den Krug nicht. „Mit der Behauptung, er habe sich geirrt“, erklärte der Tölzer die Anfechtung des Vertrages, heißt es in der Pressemitteilung. Für die Klage ist wegen des Wohnorts des Beklagten das Landgericht München II zuständig.

Bad Tölz: Verkäufer hat Wert des 10.000-Euro-Krugs falsch eingeschätzt 

„Das Problem an einer Anfechtung wegen Irrtums ist, dass man bloß wegen einer fehlerhaften Vorstellung über den Wert einer Sache nichts anfechten kann“, teilt Pressesprecherin Ulrike Fürst mit, die auch Vorsitzende Richterin am Landgericht ist. Man müsse sich schon über die sogenannten „wertbildende Faktoren“ getäuscht haben. Genau darüber stritten die Parteien dann auch. Der Beklagte aus Bad Tölz behauptete, er habe den Krug als Werkstück aus dem 19. Jahrhundert eingeschätzt und sich damit in einer „verkehrswesentlichen Eigenschaft“ geirrt. Der Kläger dagegen ging davon aus, dass sich der Tölzer lediglich beim Marktpreis des Kruges verschätzt hatte.

Entscheiden musste das Gericht die Sache am Ende übrigens nicht: Nach einigem Verhandeln einigten sich die Parteien darauf, dass der Krug für 4000 Euro an den Kläger übergeben wird. Pressesprecherin Fürst bilanziert: „Ende Krug, alles Krug“.

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