111 Schüler schrieben heuer am Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium das Abitur.
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111 Schüler schrieben heuer am Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium das Abitur.

Gymnasien

Abiturnoten nach dem Corona-Schuljahr: Guter Schnitt für ungewöhnlichen Jahrgang

Ihr Weg zum Schulabschluss war alles andere als Routine und sorgte für viele Diskussionen: An den drei Gymnasien im südlichen Landkreis bekamen am Freitag die Abiturienten ihre Noten.

Bad Tölz/Lenggries/Reichersbeuern – Ein bisschen mulmig war es den Schülern am Freitag sicher zumute, als sie zum letzten Mal ihren Schulweg antraten. Die Bekanntgabe der Abiturnoten stand an. Trotz aller Schwierigkeiten, die Corona mit sich brachte, können sich die Ergebnisse aber mehr als sehen lassen.

„Wir haben einen Gesamtdurchschnitt von 2,0“, sagt Schulleiter Christoph Beck vom St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries erfreut. 15 von 47 Schülerinnen haben mit einer Eins vor dem Komma abgeschnitten, und zwei von ihnen, Franziska Bürk und Maria-Louisa Metzner, erzielten die Traumnote 1,0.

Schulleiter: Corona-Situation hat Schülerinnen „gar nicht arg“ eingeschränkt

Die Corona-Situation hätte die Mädchen laut Beck in ihrer Vorbereitung „gar nicht arg“ eingeschränkt. „Was eher fehlte, war, dass sie nicht feiern gehen konnten und nur zu Hause waren.“ Für die Abiturienten-Verabschiedung sind dieses Mal nur die Mädchen mit ihren Eltern eingeladen. „Ansonsten sind bei uns immer die gesamte Schule, auch die Jüngeren, dabei“, so Beck. „Das wird dieses Jahr leider nicht gehen.“

Am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz wartet man derzeit noch auf „Infos von oben“ für die Abschiedsfeier, so Oberstufen-Koordinatorin Stefanie Regus. Und auch während der Prüfungen spielte Corona ständig eine Rolle. „Es ging viel Zeit drauf, da wir immer in getestet, geimpft und genesen aufteilen mussten“, so Regus. Trotz des „immensen organisatorischen Aufwands“ habe aber alles reibungslos funktioniert. „Von 111 Schülern haben bislang 98 bestanden, aber es gibt noch die Möglichkeit zur Nachprüfung. Zwei Schüler sind noch nicht fertig.“ Der Gesamtdurchschnitt lag bei 2,21. „Das ist besser als im Vorjahr“, vermeldet Regus. Zweimal gab es auch hier die Note 1,0, und 15 Abiturienten haben Abschlussnoten zwischen 1,0 und 1,5 erzielt.

Viel kritisierte Prüfungsaufgaben in Mathe: Am Gymnasium Bad Tölz liegen Noten im Normalbereich

„Sehr zufrieden“ mit seinem Schnitt von 1,7 ist Tobias Demmel. Er möchte wahrscheinlich ebenfalls studieren und kann sich als Fach Lehramt für Chemie und Biologie gut vorstellen. Am Freitagabend wollte der 18-Jährige aber erst mal mit seinen Freunden zum Feiern.

Dass die Mathe-Aufgaben zu schwer gewesen sein sollen, was viele Absolventen monierten, sehen die Lehrkräfte am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium anders. „Es ist nicht so, dass es nicht machbar war. Die Noten liegen auch im Normalbereich“, sagte eine Lehrkraft. (Anmerkung der Redaktion: Dieses Zitat wurde in der Erstfassung dieses Textes versehentlich der Schülerin Josefine Altenried zugeordnet. Das ist nicht richtig. Wir bitten um Entschuldigung.)

„Kein Abiturient muss sich durch Corona-Lösungen benachteiligt fühlen“

Am Max-Rill-Gymnasium in Reichersbeuern waren die Noten zwar auch nicht schlechter als sonst. Schulleiterin Carmen Mendez aber empfand die Matheprüfung durchaus als „etwas schwieriger“. Trotzdem bezeichnet sie den erzielten Schnitt aller Schüler von 2,3 als „Klassiker“. An dem Reichersbeurer Internat nahmen 21 Schüler an den Abiprüfungen teil, davon vier mit nichtdeutscher Muttersprache. „Es gibt fünf Schüler mit einem Einser-Abitur, die Beste ist ein Schweizer Mädchen aus unserem Internat, Lorena Arnold, mit 1,3, deren Eltern im Ausland leben und arbeiten“, so Mendez. Insgesamt lobt sie Bewältigung der Corona-Situation in der Oberstufe. „Es sind sehr sinnvolle Lösungen gefunden worden, sodass sich kein Abiturient benachteiligt fühlen muss.“

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Von Elena Royer

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