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Bad Tölz: Montagsspaziergänger bekommen Gegenwind: Angemeldete Demo mit 150 Menschen

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Die Polizei trennte beide Meinungslager am Montag auf der Marktstraße streng ab.
Die Polizei trennte beide Meinungslager am Montag auf der Marktstraße streng ab. © Arndt Pröhl

Ein sogenannter Spaziergang von Kritikern der Corona-Maßnahmen auf der einen Seite. Eine Demonstration gegen derartige unangemeldete Kundgebungen und Querdenker auf der anderen Seite der Marktstraße.

Bad Tölz –Das Konfliktpotenzial schwebte am Montagabend nur so über der Kurstadt, als sich gegen 18.15 Uhr die ersten Unterstützer der angemeldeten Gegenbewegung zu den Spaziergängen am Marienbrunnen versammelten.
Die Polizei rückte mit einem Aufgebot von 28 Einsatzkräften an – unterstützt wurden sie durch einen Einsatzzug aus Weilheim. Immerhin erwarteten sie etwa gleich viele Spaziergänger, wie bereits in den Wochen davor (wir berichteten). Diese Mutmaßung bewahrheitete sich auch, als gegen 18.30 Uhr etwa 700 Menschen mit Kerzen, wenig Abstand und ohne Maske vom Winzerer-Denkmal bis zur Klammergasse im Kreis gingen.

Bad Tölz: 700 unangemeldete Teilnehmer von Montagsspaziergängen und 150 angemeldete Gegendemonstranten

Zu einer direkten Konfrontation der Teilnehmer aus beiden Lagern kam es nicht. Die Polizei stellte sich zwischen beiden Parteien auf und ließ für die Dauer der Demonstration niemanden durch. „Für uns war es sehr unklar, wie sich die Lage entwickeln könnte“, erklärt Alois Grünwald von der Tölzer Polizeiinspektion. Er selbst war auch vor Ort. Die Beamten konnten die Durchgangssperre gut durchsetzen. „Hin und wieder gab es Versuche von Teilnehmern, auf die andere Seite zu kommen“, so Grünwald. Generell habe die Polizei aber keine Anzeige aufnehmen müssen.

Bad Tölz: Polizei rückt mit großem Aufgebot an

Organisator der Gegendemo mit etwa 150 Teilnehmern ist Andreas Richter. Der Tölzer möchte damit ein Zeichen setzen. „Ich will zeigen, dass es auch noch normal denkende Menschen gibt“, sagt er. „Die Mehrheit ist für die Corona-Maßnahmen und fürs Impfen“, unterstreicht er. Anders komme man nicht aus der momentanen Lage heraus. Besonders wütend machen ihn Verschwörungsmythen rund um das Thema Impfen. „Wenn wir mit einem vernünftigen Diskurs nur zwei dieser Spaziergänger überzeugt bekommen, sich impfen zu lassen und diesen Wahnsinn nicht weiter zu unterstützen, wäre schon viel gewonnen“, sagt Richter. Dazu verkündet er: „Wir werden nun jeden Montag weitermachen und dagegenhalten.“ Für kommenden Montag, 17. Januar, habe er bereits beim Landratsamt eine Demo angemeldet – mit 250 Teilnehmern. „Wir versuchen, Vereine zu akquirieren, sich uns anzuschließen und suchen auch nach freiwilligen Ordnern, damit weiterhin alles friedlich verläuft“, sagt Richter und lobt in dem Kontext die Polizeiarbeit.

Die Montagsspaziergänger waren im oberen Teil der Markstraße unterwegs.
Die Montagsspaziergänger waren im oberen Teil der Markstraße unterwegs. © arp

Politische Unterstützung bekamen die Gegendemonstranten von SPD-Kreisrätin Filiz Cetin, die auch als Rednerin auftrat. „Die Spaziergänge sind unangemeldet und damit eine Ordnungswidrigkeit. Es ist schlimm, wie diese Menschen versuchen, unsere Demokratie zu unterwandern“, schimpfte sie. Zusätzlich warf Cetin der anderen Seite vor, sich mit diesen Spaziergängen „mit Rechtsradikalen“ zu solidarisieren. Auf der gleichen Seite standen Monika und Richard König aus Lenggries. „Mich nervt es, dass die Minderheit mit ihren verschwurbelten Gedanken auf die Straße geht und so andere beeinflussen will“, sagt Monika König. „Die Mehrheit ist geimpft und als solches müssen wir dagegenhalten“, betonte sie.

Weitere Spaziergänge in Lenggries, Reichersbeuern und Wolfratshausen

Außer in Bad Tölz gab es am Montag auch unangemeldete „Spaziergänge“ in Lenggries und Reichersbeuern. Die Polizei schätzt die Teilnehmer in Lenggries auf 120 und in Reichersbeuern auf 40. „In beiden Kommunen verlief es friedlich. In Lenggries waren drei Beamte vor Ort, und in Reichersbeuern haben wir eine Streife vorbeigeschickt“, berichtet Grünwald. In Wolfratshausen gab es 920 „Spaziergänger“. Auf der Seite hatten 430 Bürger aus Wolfrathausen und Umgebung eine Menschenkette gebildet, alle mit Maske und durch Schals verbunden, als Zeichen für einen solidarischen Weg aus der Pandemie. (feb)

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