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Bürgermeister Ingo Mehner hofft auf viele Ideen, wie sich Kinder und Jugendliche ihre Freizeiträume vorstellen. Auf den Postkarten können Vorschläge notiert werden.

Große Umfrage

Bad Tölz soll für Kinder und Jugendliche attraktiver werden

  • Silke Scheder
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Bad Tölz hat eine Umfrage unter Schülern gestartet. Die Frage: Was wünscht sich die heutige Jugend von der Stadt. Das Ergebnis soll dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage dienen.

Bad Tölz – Bad Tölz soll „bespielbarer“ werden. Deshalb hat die Stadt eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen gestartet, wie sie sich ihre Freizeiträume vorstellen. Bis zum Ende der Sommerferien können Schüler aus der Kurstadt mitmachen.

Rund 30 Rückmeldungen hat Birte Otterbach bereits erhalten – per E-Mail, aber auch per Post mit selbstgemalten Bildern. „Daran sieht man, wie groß die Zielgruppe ist und wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Bad Tölz. Zusammen mit dem Planungsbüro „Die Stadtentwickler“ wird die Stadtverwaltung die Einsendungen sichten und daraus einen Statusbericht erstellen. „Dieser soll den Stadtratsmitgliedern als Grundlage dienen, um entscheiden zu können, ob, wo und wie die Spielräume in Bad Tölz künftig gestaltet werden sollen“, sagt Otterbach.

Die Idee für die bespielbare Stadt wurde schon vor Monaten angestoßen, kam aber in der Folge des Lockdowns vorübergehend zum Erliegen. Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) ist froh, dass das Projekt nun startet: „Wir wollen Bad Tölz für alle Altersgruppen attraktiver machen, unbedingt auch für unsere Kinder und Jugendlichen.“ Einzelmaßnahmen aber hält er nicht für sinnvoll. „Wir brauchen ein vernünftiges Konzept, um möglichst vielen Altersstufen, allen Stadtteilen und vor allem auch den unterschiedlichen Ideen über eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gerecht zu werden.“ Zu berücksichtigen gelte es die unterschiedlichen Ansprüche von kleinen und großen Heranwachsenden. Deshalb benötige Tölz die Bandbreite vom Kleinkindspielplatz über Bewegungs- und Sporträume bis hin zu Treffpunkten, wo Jugendliche beispielsweise legal das Sprühen von kunstvollen Graffitis ausprobieren dürfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Veränderte Anforderungen in den letzten Jahrzehnten

„Die Anforderungen haben sich in den letzten Jahrzehnten geändert“, sagt Mehner. „Spielplätze, wie der am Taubenloch, sind unschätzbar wichtig. Bespielbare Plätze können aber zum Beispiel auch Bolzplätze sein. So habe sich der Skaterpark als „goldrichtig“ erwiesen. Die Tölzer Jugendförderung biete zudem mit ihrem Angebot und dem Programm „Open House Sport“ attraktive Möglichkeiten außerhalb eines Vereins. „Jetzt müssen wir herausfinden, was die Kinder und Jugendlichen außerdem nutzen würden.“

Ursprünglich hätten an den Schulen Workshops mit der Zielgruppe stattfinden sollen. Corona-bedingt hat die Stadt das Ganze nun in eine Postkartenaktion umgewandelt: In letzter Zeit wurden Otterbach zufolge in den drei Tölzer Grundschulen und im „Jugendcafé“ Postkarten verteilt. Darauf sollen die Schüler ihre Ideen beschreiben. Einsendeschluss ist der 7. September.

Mehner will vernünftigen Betrag für sinnvolle Freizeitgestaltung ausgeben

„Abhängig von unserer Haushaltslage können gemäß der konzeptionellen Vorgaben dann Jahr für Jahr Projekte umgesetzt werden“, stellt Mehner in Aussicht. „Darüber wird der Stadtrat entscheiden. Ich lehne mich aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich heute schon sage, dass wir in eine sinnvolle Freizeitgestaltung unserer Jugendlichen regelmäßig einen vernünftigen Betrag investieren sollten.“

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