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Bad Tölz soll Hochschulstandort werden

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Von: Elena Royer

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„Wäre ein Meilenstein in der Historie der HM“: Prof. Thomas Stumpp, Vizepräsident für Wirtschaft der Hochschule München.
„Wäre ein Meilenstein in der Historie der HM“: Prof. Thomas Stumpp, Vizepräsident für Wirtschaft der Hochschule München. © Julia Bergmeister

Die unternehmerische Kompetenz vor Ort mit einer Hochschuleinrichtung zu verbinden – diesen Wunsch hat der Landkreis schon länger. Jetzt wird dieser Wunsch wohl Wirklichkeit.

Bad Tölz - Die Hochschule München (HM) plant in Bad Tölz die Gründung eines Transfer- und Innovationszentrums im Oberland (TIZIO). Als Standort hatten sich neben der Kurstadt auch Wolfratshausen, Geretsried und die Gemeinde Eurasburg beworben. Die Hochschule habe alle Bewerberorte „anhand von Ausschlusskriterien bewertet“, sagt Landratsamtssprecherin Marlis Peischer. „Dann hat sie für den Standort Bad Tölz eine Empfehlung ausgesprochen.“

Innovationszentrum könnte an den Sitecpark am nördlichen Ortsrand ziehen

TIZIO soll „Ausstattung und Infrastruktur für Kooperationen zwischen Unternehmen aus der Region und der HM bereitstellen“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Landratsamt, Stadt und HM. In die Realität umgesetzt werden sollen die Pläne auf einem 25 000 Quadratmeter großen Areal nahe der Flinthöhe. Dort, am nördlichen Stadtrand, soll ein campusartiges Gelände mit mehreren Gebäuden geschaffen werden, in denen Start-Ups und Co-Working-Spaces ebenso Platz finden wie etablierte Unternehmen. Sie alle sollen dort vorhandene technische Dienstleistungen für Entwicklungen nutzen können. Auch Büroräume, Forschungslabore und Werkstätten können dort untergebracht werden. „Das TIZIO wäre im ,Technologie Campus Toelz‘ am Sitecpark in ein optimales unternehmerisches Umfeld eingebettet“, so die Mitteilung weiter.

Stadt und Landkreis nehmen einiges an Geld in die Hand

Dafür nehmen Stadt und Landkreis einiges an Finanzmitteln in die Hand. Für die Unterbringung von TIZIO werden bis zu 90 000 Euro jährlich veranschlagt, 60 Prozent der Kosten trägt die Stadt, 40 Prozent der Kreis. Die entsprechenden Beschlüsse haben die Gremien bereits gefasst. Dies gilt zunächst für die Anschubphase von fünf Jahren. Bewähre sich TIZIO, prüft der Freistaat dann die Übernahme der Grundfinanzierung. Vom Freistaat gibt es für die Hochschule auch Mittel für den Betrieb.

Mit TIZIO würde ein Standort entstehen, an dem Hochschule und Unternehmen voneinander profitieren und lernen können. „Zahlreiche Unternehmen haben in einer Vorababfrage bereits Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet“, so die Pressemitteilung. Vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Fertigung und Werkstoffe, aber auch im Bereich nachhaltiger Tourismus wurden bereits bestimmte Felder umrissen. Die Kooperationen reichen von studentischen Arbeiten über Promotionsprojekte hin zu ausgewachsenen kooperativen Forschungsprojekten. „Das Vorhaben eines Technologietransferzentrums in Bad Tölz wäre definitiv ein Meilenstein in der Historie der HM“, sagt Prof. Thomas Stumpp, Vizepräsident für Wirtschaft der HM. „Ich wünsche mir sehr, dass unser schönes Oberland über diesen Weg mit einem Standort der Hochschule bereichert wird und sich dadurch für Unternehmen sowie die Gesellschaft vor Ort eine attraktive Struktur zur Zusammenarbeit mit unserer Hochschule etablieren ließe.“

Tölzer Bürgermeister: „Die Planung ist eine Win-Win-Situation“

Die Idee, dass Forschung und Praxis Hand in Hand arbeiten, gefällt Landrat Josef Niedermaier: „Der Landkreis würde dadurch gestärkt. Das macht unsere Region als Bildungs- und Wirtschaftsstandort noch attraktiver.“ Für die Unternehmen eröffne das zudem die Möglichkeit, „nun auch räumlich auf kurzem Weg, direkt mit der Wissenschaft zu kooperieren.“ Das sieht der Tölzer Bürgermeister Ingo Mehner ähnlich: „Die Planung ist eine Win-Win-Situation: Stadt, Landkreis und die Hochschule würden von der Kooperation profitieren und neue hochwertige Arbeitsplätze können entstehen.“

Der nächste Schritt ist laut Peischer die Vorlage des fachlichen Konzepts der Hochschule München beim bayerischen Wissenschaftsministerium. Gibt es von dort grünes Licht für die Finanzierung, könnte mit der Umsetzung begonnen werden.

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