Die Belegung des Tölzer Wohnmobil-Stellplatzes an der Isar ging im Krisenjahr 2020 lediglich von vorher 10 200 Besucher auf 9200 zurück.
+
Die Belegung des Tölzer Wohnmobil-Stellplatzes an der Isar ging im Krisenjahr 2020 lediglich von vorher 10 200 Besucher auf 9200 zurück.

Aus dem Ausschuss

Bad Tölz: Tourismus-Jahresbilanz fällt verhältnismäßig milde aus

Die Tölzer Kurdirektorin Brita Hohenreiter legt in der Sitzung des zuständigen Ausschusses Tourismus-Jahresbericht vor. Dabei kam Bad Tölz mit Blick auf die Corona-Pandemie verhältnismäßig gut weg.

Bad Tölz – Alle Hoffnung, was touristische Reisen angeht, ruht auf Pfingsten. Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter jedenfalls setzt auf Lockerungen in der Corona-Pandemie, damit die Tölzer Beherbergungs-, Gastronomie- und Handelsbetriebe der Stadt „von einer starken Saison profitieren können“. Im Mittelpunkt ihrer Ausführung in der jüngsten Kurausschuss-Sitzung stand allerdings der Jahresbericht 2020 – und der fiel erwartungsgemäß nicht wirklich positiv aus.

Hohenreiter zitiert in der 50-seitigen Dokumentation des Referats für Tourismus und Kultur auch den bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der in seinem Rückblick auf 2020 von einem „katastrophalen Jahr für den Tourismus“ sprach. Zwei Lockdowns, von denen einer immer noch andauert, hätten die Branche stellenweise fast vollständig zum Erliegen gebracht. Eine Öffnungsperspektive sei aktuell nicht in Sicht. Ähnliche Aussagen gab es auch von Hohenreiter, wobei sie sogar positive Nachrichten parat hatte. Während beispielsweise in der Landeshauptstadt München die Übernachtungszahlen der Vorjahre um über 60 Prozent einbrachen, habe man in Tölz „noch recht passable Gesamtzahlen“ erreicht. So gingen die Gästeankünfte im Vorjahr um 42 Prozent auf 46 500 zurück, während die Übernachtungen „nur“ um 30 Prozent abnahmen, in absoluten Zahlen auf 240 000. Das liege daran, so Hohenreiter, dass die Gäste, die vor allem in der gut verlaufenen Hochsaison in den Sommermonaten kamen, länger blieben.

„Zählen zu den Regionen mit den geringsten Rückgängen“

Freuen konnte man sich dabei über viele jüngere Besucher – wobei die ganz jungen wegen der fehlenden Klassenfahrten wiederum ausblieben. Da dies auch im Moment so ist, habe die Tölzer Jugendherberge auf der Flinthöhe auch weiterhin einen schweren Stand. Insgesamt bilanzierte Hohenreiter: „Aufgrund der hervorragenden Angebotsmischung aus Gesundheitsprodukten und Urlaubsofferten zählt Tölz im deutschlandweiten Vergleich zu den Regionen mit den geringsten Rückgängen. Ferienwohnungen, kleine Pensionen und Gästehäuser waren gefragt wie selten zuvor.“ So konnte man Interessenten, die sich ab Juli kurzfristig für einem Tölz-Aufenthalt entschieden hatten, nur mit hohem Aufwand passende Übernachtungskapazitäten vermitteln.

Tourismus in Großstädte wesentlich härter von Corona-Auswirkungen getroffen

Als Gegenbeispiele nannte sie Großstädte, die vielfach von Messen und Geschäftsreisenden profitieren oder Tourismus-Hotspots wie Neuschwanstein, die vor allem unter den ausbleibenden asiatischen Besuchern zu leiden hatten. Negativ wirkte sich in Bad Tölz aus, dass die Kliniken im Mai 2020 nicht öffnen durften, da sie Reservebetten für Corona-Patienten vorhalten mussten.

Die meisten Gäste kamen aus Österreich, der Schweiz und den Beneluxländern. USA, Russland, Italien und Großbritannien spielen eine weniger gewichtige Rolle. Bei den deutschen Gästen dominieren nach wie vor die Bayern vor Urlaubern aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Nur einen geringfügigen Rückgang verzeichnet der beliebte Wohnmobilstellplatz an der Isar, der gerade auch in jüngster Vergangenheit wieder gut belegt war.

Weitere Werbemaßnahmen von der Stadt geplant: Journalistenreisen und Anzeigen

Hohenreiter gab auch einen Ausblick auf geplante Werbemaßnahmen, wobei das Gastgeberverzeichnis nur noch eine Auflage von 32 000 Stück haben soll, da der Besuch von Tourismusmessen derzeit nicht möglich ist. Inzwischen hat auch die Werbung in den Printmedien wieder einen größeren Stellenwert, wobei man sich auf sogenannte Qualitätsmedien konzentrieren will. Auch durch Journalistenreisen will man den Tourismus in Tölz verstärkt ankurbeln. Dabei kommen auch entsprechende Flyer und digitale Medien zum Einsatz. (Karl Bock)

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare