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Mit Ehrgeiz und der nötigen Lernzeit: Franziska Selter hat das beste Abitur im südlichen Landkreis geschrieben.

Tölzer Schülerin schafft 1,0

Bad Tölz: Trotz Corona zur Traumnote

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Besser geht’s nicht: Franziska Selter hat einen Abiturschnitt von 1,0 geschafft.

Bad Tölz – Die allgemeine Hochschulreife war heuer für viele Schüler während der Corona-Krise eine besondere Herausforderung. Nicht so für Franziska Selter aus Bad Tölz. Trotz aller Widrigkeiten mit Schulschließung, Home-Schooling und Co. erreichte sie den Traum vieler: Ein glattes 1,0-Abitur am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium.

Die Vorbereitungsphase auf die Abiturprüfungen hatte sich Franziska Selter zwar anders vorgestellt, doch sie konnte sich gut auf den Online-Unterricht einstellen. „Ich hatte das Glück, dass wir zu Hause alle technischen Voraussetzungen dafür hatten, und ich mir auch nicht wie andere mit Geschwistern einen PC teilen musste“, sagt die 17-jährige bescheiden. Langfristig hoffe sie aber, „dass das kein Dauerprojekt wird, und die Schüler der kommenden Jahrgänge wieder normalen Unterricht haben können“.

Corona hin oder her, um ein 1,0-Abitur zu bekommen, erfordert es laut der Schülerin „schon sehr viel Ehrgeiz, dazu muss man sich die Zeit zum Lernen nehmen und einrichten“. Ihr habe es aber stets Spaß gemacht, sich mit Schulthemen zu befassen: „Ich mag es einfach, neue Dinge zu erfahren und das Wissen dann in Aufgaben anwenden zu können.“

„Vor dem Deutschabi war ich am nervösesten“

Ihr absolutes Lieblingsfach dafür war Mathematik und in der 12. Klasse dann auch Physik. „Vor allem Astrophysik fand ich sehr spannend“, sagt sie. Doch das war nicht immer so: „Bis zur achten Klasse hatte ich öfter Dreier und Vierer in Mathe im Zeugnis, aber irgendwann hat es Klick gemacht. Das Schöne ist, dass in Mathe das Ergebnis richtig oder falsch ist und nicht so viel subjektiver Interpretationsraum wie in Deutsch ist.“ Vor dem schriftlichen Deutschabitur sei sie auch „bei Weitem am nervöstesten“ gewesen.

Um die Glanzleistung in alles Prüfungen zu erreichen, hatte die junge Tölzerin ein festes Konzept. „Ich habe mir für jedes Fach einen Themenüberblick zusammengefasst und dann erst mal die Lücken gefüllt, die ich noch hatte.“ Zum Beispiel in Stochastik habe sie sich nicht mehr an alles erinnern können, was in den vergangenen zwei Jahren Oberstufe behandelt worden ist.

„Sonst kann ich jedem nur empfehlen, die Abitur-Prüfungen der vergangenen Jahre zu machen, das hat mir viel Routine gegeben und Unsicherheit genommen, da ich wusste, wie die Aufgaben aufgebaut sind“, erklärt sie. Ihre Mutter habe sie öfter nach dem Lernen noch abgefragt. „Aber da habe ich auch das große Glück, dass ich mir schnell und leicht Dinge merken kann und das nicht mehr oft wiederholen muss“, erklärt Selter.

Jeden Tag zwei bis drei Stunden gelernt

Die Lockdown-Phase sei für sie, was das Lernen betrifft, nicht sonderlich schlimm gewesen. Denn schon vor Corona hat die Absolventin lieber alleine gelernt: „Lerngruppen oder Ähnliches waren noch nie so mein Ding.“ Vor dem Abitur habe sie jeden Tag „zwischen zwei und drei Stunden gelernt“.

Für die Prüfungen selbst, rät sie dazu: „Einen Wecker mitnehmen und sich einen Zeitplan schreiben, wie lange man für welche Teilaufgabe brauchen sollte, das habe ich vor allem in Geschichte und Deutsch gemacht.“ So habe man immer einen Überblick. Und was während der Klausuren auf gar keinen Fall fehlen durfte war: „Ganz klar, jede Menge Traubenzucker und eine gute Verpflegung“, sagt die 17-jährige und lacht.

Selter will den Ehrgeiz nicht verlieren. Noch diesen Herbst will sie mit dem Studieren beginnen. Und zwar Politikwissenschaften und im Nebenfach Geografie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Was ich danach machen will, weiß ich noch nicht. Entweder Journalistin werden oder Diplomatin. Aber da lasse ich mich noch überraschen.“

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