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Gruppenbild mit Mann beim Verein „Oberland plastikfrei“: (v. li.) Regina Schliephake und Andrea Martin (Vorstände), die Beisitzer Sabrina Schmid, Lilo Schmid und Michael Schnell sowie Anna Meßmer, die den Laden „Ois ohne“ leitet.

Verein Oberland Plastikfrei

Gegen die Verpackungsflut

Der Verein Oberland plastikfrei kämpft gegen die Verpackungsflut. In der Mitgliederversammlung wurde über weitere Projekte gesprochen.

Bad Tölz – Das vor knapp 30 Jahren eingeführte Rücknahmesystem „Der Grüne Punkt“ hat die von Industrie und Handel produzierte Verpackungsflut nur noch vergrößert. Insbesondere Plastik wird zunehmend zum Problem, denn unvollständig entsorgt gelangt es in die Umwelt und auf Umwegen in den menschlichen Körper. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand, aber auch bürgerschaftliches Engagement. Vor wenigen Tagen wurde in der Tölzer Hindenburgstraße der genossenschaftlich organisierte Unverpackt-Laden „Ois ohne“ eröffnet (wir berichteten). Nicht damit zu verwechseln ist der 2017 gegründete Verein „Oberland plastikfrei“, der am Montag seine Mitgliederversammlung abhielt.

Worum geht es der vom Bund Naturschutz mit Rat und Tat unterstützten neuen Vereinigung? Den Vereinszweck erläuterten die Vorsitzende Andrea Martin und ihre Stellvertreterin Regina Schliephake: Der 16 Mitglieder zählende Verein will sich in der Region Oberland „für die Reduzierung von Müll, vor allem Plastikmüll“ einsetzen. Erreichen möchte man das durch „Projekte und Maßnahmen wie beispielsweise Informationsveranstaltungen, Kampagnen, Aktionsprogramme für Jung und Alt, für Kindertagesstätten, Schulen und auch für private Haushalte“.

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Der Verein lädt bereits regelmäßig zu Stammtischen in der Region ein. Dabei können sich Interessierte darüber unterhalten, wie man persönlich zur Abfallreduzierung beitragen kann. „Da findet ein reger Austausch statt“, freute sich Regina Schliephake: „Die Leute lechzen geradezu nach Informationen.“ Mit Aktionen wie Ramadama und lustigen Kampagnen möchte man die Bürger, Kommunen und Vereine, Bildungseinrichtungen und die Wirtschaft zum Mitmachen motivieren und sie über den Ist-Zustand in der Region, über Vermeidungsstrategien, gesundheitliche Aspekte und globale Zusammenhänge informieren. Und der Verein will Veränderungen anstoßen: in Haushalten, Büros und Kantinen, in der Gastronomie und im Tourismus.

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Während sich „Oberland plastikfrei“ eher als Förderverein versteht, ist der Laden „Ois ohne“ ins operative Geschäft eingestiegen. Dessen Leiterin Anna Meßmer berichtete von der ersten erfolgreichen Woche des Projekts: „Wir hatten großen Zulauf; bei der Caféteria und am Mittagstisch gab es viele gute Gespräche über unsere Anliegen.“ Andrea Martin nannte den Laden „ein starkes gesellschaftspolitisches Zeichen“. Lob gab es auch von Friedl Krönauer, dem Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz.

Wer sich für den Verein interessiert und Mitglied werden möchte, kann auf www.oberland-plastikfrei.de oder über die Facebookseite Kontakt aufnehmen. „Unsere Homepage ist erst im Aufbau“, bat Regina Schliephake um Verständnis. Das sei den noch nicht abschließend geklärten vereinsrechtlichen Formalien geschuldet. Aber ein Kontaktformular gibt’s bereits. (Rainer Bannier)

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