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Bad Tölz „viel besser“ als Geretsried und Wolfratshausen

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Von: Christoph Schnitzer

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Gute Noten bekam die Stadt Bad Tölz von den Unternehmen.
Gute Noten bekam die Stadt Bad Tölz von den Unternehmen. © Volker Preusser/Imago

Über ein Fazit freute sich die Tölzer Citymanagerin Sandra Herrmann besonders: Das Image der eigenen Stadt bewerten die Tölzer Unternehmer „viel besser“ als ihre Kollegen in Geretsried und Wolfratshausen.

Bad Tölz - Zum dritten Mal nach 2002 und 2016 haben die Wirtschaftsförderungen des Landkreises und der drei Städte eine Unternehmerbefragung durchgeführt. In der jüngsten Sitzung des Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrats wurden die Ergebnisse „in Kürze“, wie es in der Vorlage hieß, vorgestellt. Leider in Kürze, muss man sagen. Die Details der Befragung wären wohl enorm spannend gewesen. Herrmann beließ es indes dabei, ihre Erkenntnisse im Eiltempo und vielen Schaubildern auf einer Leinwand zu präsentieren. Wer als Zuhörer keine Unterlagen wie die Stadträte besaß, hatte wenig Chancen, die Ergebnisse im Detail nachzuvollziehen.

Bad Tölz: Zehn Hektar Bedarf an Gewerbeflächen

1748 Unternehmer aller Branchen im Landkreis waren von der „Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung“ angeschrieben worden. Die Rücklaufquote betrug 35 Prozent, was Herrmann als „außerordentlich hoch“ bezeichnete. Die Befragung war nicht anonym, was die Wirtschaftsförderungen nutzen wollen. So könne man nun den Gewerbeflächenbedarf besser einschätzen und gezielter nachfragen. Das Thema Gewerbeflächen war natürlich ein großes. 23 Prozent der 550 antwortenden Unternehmer haben Bedarf, und zwar offenbar deutlichen. Benötigt würden mehr als 170 000 Quadratmeter Flächen im Landkreis. In Bad Tölz sind es allein fast 10 Hektar, wie die Citymanagerin ausführte. Gesucht sind vor allem Lager- und Produktionsflächen.

Hauptproblem: Der fehlende und teure Wohnraum

Was brennt den Betrieben noch unter den Nägeln? Natürlich der fehlende und teure Wohnraum, den man für die dringend gesuchten Fachkräfte benötigt. Da schneidet Tölz mit der Note 3,71 schlechter ab als Wolfratshausen und Geretsried (beide etwa 3,5). Noch nachteiliger ist der Vergleich beim Preisniveau der Wohnflächen. Tölz bekommt nur eine 3,96, Wolfratshausen im Schnitt hingegen eine 3,64. Geretsried liegt etwas darüber. Negativer als in den anderen Landkreisorten wurden auch der öffentliche Nahverkehr, das Parkplatzangebot und die örtliche Verkehrsanbindung bewertet. Ebenso die nicht vorhandenen Hotel- und Tagungskapazitäten und Steuersätze.

Lob für Internetanbindung

Was gibt es Positives? Die Tölzer Unternehmen geben fast eine Zwei (Note 2,52), wenn es um Internetanbindung und Breitbandversorgung geht. Man merke da die Anstrengungen, die die Stadt in jüngerer Zeit beim Breitbandausbau unternommen habe, so Herrmann. Auch die Mobilfunkversorgung wird so bewertet. In beiden „Disziplinen“ liegt Tölz vor Wolfratshausen und Geretsried. Das ist insofern von Bedeutung, da diese Faktoren neben Verkehrsanbindung, Parkplätzen und der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte als „wichtigste Standortfaktoren“ angegeben wurden. Das Image der Standortgemeinde fiel in diesem Vergleich nicht so stark ins Gewicht. Auf die Frage, warum Internet/Breitband und Mobilfunk für die Wirtschaft so bedeutsam sind, hatte Herrmann eine Erklärung. Sie hätten vor allem in der Pandemie an Stellenwert gewonnen. Positiv bewerteten die Betriebe in Tölz schließlich auch die „Nähe zum Hauptkunden“ und das gute Schul- und Kinderbetreuungsangebot in der Kreisstadt.

Corona: 55,6 Prozent der Betriebe in Kurzarbeit

Stichwort Corona: 60 Prozent der Unternehmen spürten die Auswirkungen, etwa durch Wegfall von Kunden und Aufträgen. 55,6 Prozent der Betriebe hätten Kurzarbeit angemeldet, so Hermann. Gleichwohl sei der Blick in die Zukunft optimistisch. 55 Prozent gaben an, neue Dienstleistungen, Produkte und Prozesse einführen zu wollen. Man denke an Investitionen und die Neuanstellung von Arbeitnehmern.

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