Architektouren 2020: Vier Objekte im nördlichen Landkreis ausgezeichnet
+
Heuer bei den Architektouren mit dabei: Der Erinnerungsort Badehaus in Waldram.

Digitale Baubesichtigung

Architektouren 2020: Vier Objekte im nördlichen Landkreis ausgezeichnet

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
    schließen

Die Architektouren jähren sich heuer zum 25. Mal. Von insgesamt 241 ausgezeichneten Projekten stammen vier aus dem nördlichen Landkreis. Wegen Corona findet die Veranstaltung jedoch ausschließlich online statt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Ressource Architektur“ lautet das diesjährige Motto der Architektouren 2020 (siehe Kasten unten). Damit möchte der Organisator – die Bayerische Architektenkammer (BYAK) – auf die große Verantwortung, die mit der Architektur einhergeht, aufmerksam machen. Heuer jährt sich die Leistungsschau der bayerischen Architektur bereits zum 25. Mal. Von den insgesamt 241 ausgezeichneten Objekten kommen vier Bauten aus dem nördlichen Landkreis.

Von 241 ausgezeichneten Objekten sind vier aus dem nördlichen Landkreis

Die Veranstaltung fand bisher immer am letzten Juni-Wochenende stattfand. Ausgewählten Projekte öffneten ihre Pforten für Besucher und Architekten samt Bauherren gaben vor Ort Auskunft über die Bauten. Aufgrund der Corona-Pandemie läuft dieses Jahr jedoch einiges anders: Die Architektouren 2020 finden ausschließlich digital statt. „Alle Architektouren-Projekte werden online gestellt“, heißt es auf der Homepage der Architektenkammer.

Immerhin: Da die Adressen der Bauten auf der Homepage der BYAK angegeben werden, sind zumindest individuelle Außenbesichtigungen möglich. Führungen durch das Innere, das Kinderprogramm und Bustouren müssen hingegen ausfallen.

Zurück zu den „Architektour“-Projekten im Landkreis: Hier wurde etwa das Waldramer Badehaus in der Rubrik „Bildung, Wissenschaft, Kultur“ ausgewählt. Und zwar für den „Umbau des historischen Badehauses zum Museum, der Schaffung eines großzügigen Ausstellungssaales im Dachgeschoss“, wie auf der Homepage der Architektenkammer nachzulesen ist. „Mit großem Engagement vieler Bürger wurde das Badehaus vor dem Abbriss bewahrt und zu einem Erinnerungsort umgebaut“, schreibt der Wolfratshauser Architekt Klaus-Peter Scharf in einer Pressemitteilung. 

Waldram: Badehaus ist eine der „Architektour“-Bauten

Dabei blieb die äußere Hülle des Erinnerungsortes erhalten und wurde instandgesetzt. Im Inneren entstanden ein Eingangsbereich mit Treppenraum, ein Veranstaltungsraum im Gartengeschoss und ein großer Ausstellungsraum im Dachgeschoss. Die Fertigstellung fand im Oktober 2018 statt.

In der Rubrik „Freiraumgestaltung/Landschaftsarchitektur“ gilt heuer die Renaturierung des Ascholdinger Filzes in Dietramszell als Vorzeigeprojekt. Eigentümer Georg Reischl ließ das Moor auf eigene Kosten vom Landschaftsarchitekturbüro Logo verde fünf Jahre lang renaturieren. „Das war planerisch und technisch durchaus anspruchsvoll“, berichtete der Architekt Ralph Kulak einst unserer Zeitung.

„Das Areal war praktisch ganz zugewuchert.“ Fichten und Kiefern hatten sich breitgemacht, die Torfmoose hatten es schwer, sich durchzusetzen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: 40 Prozent des Moorwaldes sind durch die Renaturierung erhalten worden.

Vorzeigeprojekt: Renaturierung des Ascholdinger Filzes

Auch Geretsried ist bei den Architektouren mit dabei. Genauer: der sogenannte „Kirschgarten“, im Geretsrieder Stadtteil Stein. In der Summe sind das 68 Eigentumswohnungen und 30 öffentlich geförderte Wohnungen. Letzteres war eine Auflage der Stadt Geretsried an den Bauträger, die GIEAG Immobilien AG. Der Spatenstich erfolgte im März 2017, im August 2019 war die Fertigstellung. Laut Marcus Kottermair vom Architekturbüro Kottermair und Rebholz aus Murnau hat die Wohnanlage „den Charakter einer Gartenstadt“: Alle Gebäude wurden von der Mitte aus erschlossen. 

Dort entstanden als Treffpunkt zwei kleine Plätze. „Das städtebauliche Konzept ermöglicht es, trotz hoher städtebaulicher Dichte eine großzügige, lichte Wohnanlage mit unterschiedlich großen Wohnungen auf dem Grundstück auszubilden“, so Kottermair. Die BYAK honoriert die Wohnanlage nun in der Rubrik „Wohnungsbau, Einfamilienhaus“.

Kirschgarten in Stein ausgezeichnet

An einem Hang am Ortsrand von Degerndorf steht ein modernes Einfamilienhaus. Dieses wurde von der BYAK ebenfalls in der Rubrik „Wohnungsbau, Einfamilienhaus“ ausgewählt. „Das Haus soll aussehen, als sei es in den Hang hineingeschnitten“, sagt Architekt Steffen Bathke, von Bathke Geisel Architekten GbR. Auf Plateaus und Ausgrabungen wurde daher verzichtet. Anstatt einer Terrasse gibt es deshalb eine im Gebäude eingeschnittene Loggia.

Architektouren 2020: Einfamilienhaus in Degerndorf

Die innere Struktur wurde dementsprechend angepasst: Gemeinsamer Treffpunkt ist der Ess-und Wohnbereich im Obergeschoss. Dieser liegt zwischen dem Elternbereich im Dach und den Räumen der Kinder im Erdgeschoss. Auch das Thema Nachhaltigkeit kommt nicht zu kurz: „Das Haus ist komplett aus Holz, und die Heizung wird mit Pellets gefeuert“, verrät Bathke.

Was sind die Architektouren?

Die Architektouren sind eine jährlich stattfindende Präsentation von Architektur in Bayern. Hierbei können realisierte Projekte aus den Bereichen Architektur, Landschafts-, und Innenarchitektur sowie Stadtplanung besichtigt werden. Bei den Bauten handelt es sich in der Regel um Neu- und Umbauten, Modernisierungen, Sanierungen, Innenräume, Renaturierungen, Parks oder Grün- und Außenanlagen.

Infos im Internet:

www.byak.de/akutelles

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jachenauer Parkplatz-Fragen
Bei der Milderung der Verkehrsprobleme am Walchensee ruhen die Hoffnungen unter anderem auf der Schaffung von Ausweichparkplätzen am Südufer. Die Behandlung des …
Jachenauer Parkplatz-Fragen
Tölzer Hütte: Bürgschaft spart viel Geld
Die Tölzer Hütte wird seit bald 100 Jahren von der AV-Sektion Tölz betrieben. Heuer wird das Gebäude am Fuß des Gipfelaufbaus zum Schafreiter energetisch und …
Tölzer Hütte: Bürgschaft spart viel Geld
Walchenseer sammeln Unterschriften gegen Parkplatz
Die Idee der Gemeinde Kochel, das Wildparken von Ausflüglern im Ort Walchensee mit einem Zusatzparkplatz einzudämmen, stößt auf Gegenwehr.
Walchenseer sammeln Unterschriften gegen Parkplatz
Das Kloster Benediktbeuern wird zur Großbaustelle
Aufatmen im Kloster Benediktbeuern. Mit der Millionenzusage aus dem Fördertopf des Bundes kann ein Mammut-Vorhaben finanziert werden: Die Sanierung und Umgestaltung des …
Das Kloster Benediktbeuern wird zur Großbaustelle

Kommentare