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Einen Stundentakt auf der Linie zwischen den drei Städten sah der Vorschlag der Grünen bislang vor. Der CSU sind die zusätzlich geplanten Verbindungen am Wochenende aber zu viel.

Kreisausschuss

CSU bremst Busverbindungen zwischen den drei Städten aus

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Im Infrastrukturausschuss war noch alles gut: Mit einer Gegenstimme hatte das Gremium die massive Ausweitung der Busverbindungen zwischen den drei Städten beschlossen. Der Kreisausschuss ruderte am Montag nun ein Stück zurück.

Bad Tölz-Wolfratshausen–  Mit 6:5-Stimmen beschloss die Mehrheit aus CSU und FDP/Ausschussgemeinschaft, auf die zusätzlichen Busse am Wochenende zu verzichten. Für die Grünen, von denen der ursprüngliche Antrag stammt, ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Zwischen Montag und Freitag werden die Fahrten zwischen Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz von 18 auf 27 erhöht. Das kann auch die CSU mittragen. „Aber wir machen hier ein Fass auf“, sagte Fraktionschef Martin Bachhuber. Um die Kosten niedriger zu halten, regt die CSU daher an, es am Wochenende und an Feiertagen bei acht Fahrten pro Tag zu belassen. Bislang war dafür – vor allem am Samstag – ebenfalls eine deutliche Aufstockung beantragt worden.

390 000 Euro pro Jahr würde das Gesamtpaket den Landkreis zusätzlich kosten. Theoretisch. Denn hier seien keinerlei Einnahmen eingerechnet, erklärte Matthias Schmid, am Landratsamt zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr. Bislang gebe es aber auf dieser Linie eine Kostendeckung von 90 Prozent. Die wird zwar sinken, weil auch vermehrt Busse außerhalb der Hauptverkehrszeiten fahren sollen, aber 50 bis 60 Prozent dürften weiterhin realistisch sein.

Die anderen Fraktionen versuchten, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Gerade der Samstag ist beispielsweise für Angestellte und Azubis im Handel ein normaler Arbeitstag“, warb Kreis-Wirtschaftsförderer Andreas Roß für die Ausweitung des Fahrplans auch an diesem Tag. Er wisse von Tölzer Unternehmen, die keinen Azubi aus Geretsried einstellen können, weil es eben zu wenig Busverbindungen gibt. Aber auch diejenigen, die ihre Freizeit am Wochenende im Tölzer Land verbringen, wären vielleicht bereit, auf den Bus umzusteigen, „wenn man abends auch mal eine Stunde länger im Biergarten sitzen bleiben kann“, ergänzte Landrat Josef Niedermaier (FWG).

Auch für Klaus Koch (Grüne) ist nur die konsequente Ausweitung des Angebots zielführend. „Ein Drittel unseres Energieverbrauchs liegt im Bereich Verkehr.“ Für eine erfolgreiche Energiewende brauche es hier ein Umdenken. Und zu dem komme es nur, „wenn die drei Städte auch am Wochenende und abends vernünftig miteinander verbunden sind“.

Oft brauche es „einen langen Atem“, so Koch, bis derartige Änderungen in den Köpfen der Leute angekommen seien und Angebote angenommen würden. Deshalb beinhaltet der Beschluss auch, dass nach zwei Jahren genau untersucht wird, welche Fahrten angenommen werden und welche eventuell wieder wegfallen können. „Einstellen können wir hier immer noch was“, warb Niedermaier dafür, mit dem umfassenden Angebot ins Rennen zu gehen.

Sie vermisse einfach belastbare Zahlen, hielt Sabine Lorenz (CSU) dagegen. „Aber belastbare Zahlen bekommen wir doch nur, wenn wir es mal ausprobieren“, sagte der Landrat. Anders ließe sich nicht ermitteln, wie viele Menschen einen Bus nutzen, den es momentan einfach noch nicht gibt.

Es half alles nichts. Die CSU setzte mit Hilfe der Stimme von Günther Fuhrmann (FDP/Ausschussgemeinschaft) durch, dass es am Wochenende bei acht Fahrten bleibt. Das letzte Wort hat aber der Kreistag. Koch (Grüne): „Wir wollen versuchen, dort eine Mehrheit für unseren Antrag zu organisieren.“

„Bitte mehr Mut“: Einen Kommentar zum Thema Busverbindungen gibt es hier.

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