Wunderbare Steinpilze hat Leserforums-Fotograf Marco Friedrich aus Benediktbeuern entdeckt.
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Wunderbare Steinpilze hat Leserforums-Fotograf Marco Friedrich aus Benediktbeuern entdeckt.

Trotz guter Wetterverhältnisse ist die Pilz-Ausbeute oft noch mager

Das große Suchen: Schwammerlsaison hat begonnen

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Schwammerl-Saison hat begonnen. Zahlreiche Sammler begeben sich wieder auf die Suche nach den begehrten Delikatessen. Doch nicht überall ist die Ausbeute so groß wie erwartet.

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Schwammerl zu finden, ist im Augenblick Glückssache“, sagt Edmund Garnweidner. Er ist der ehemalige Leiter der Münchner Pilzberatung und übernimmt Pilzführungen für das Zentrum für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern. „Für Speisepilzsammler ist es gerade frustrierend“, meint der Experte. Dabei hatte sich schon im Juni eine vielversprechende Saison abgezeichnet. Auch die Witterungsbedingungen mit viel Regen würden eigentlich für die Pilze sprechen, so Garnweidner. Ob die Schwammerlsuche in nächster Zeit erfolgreicher sein wird, dazu kann Garnweidner noch keine Prognose abgeben. Er ist aber zuversichtlich, dass „noch etwas kommt“.

Tipps des Experten für Anfänger

Für Anfänger, die sich selber einmal auf die Suche nach den Schmankerln begeben wollen, hat der Experte einen Tipp: „An einer Forststraße hinter der ersten Baumreihe sind normalerweise immer ein paar Schwammerl zu finden“, so Garnweidner. Denn dort würden die erfahrenen Sammler gar nicht erst suchen.

Verschiedene Schwammmerlarten – darunter der Pfifferling – bereiten dem Experten Sorgen. Er beobachtet, dass ganze Pilzfamilien langsam verschwinden. Verantwortlich dafür seien die in der Landwirtschaft verwendeten Düngemittel und Gülle. „Einige Pilzarten vertragen keinen Stickstoff“, erklärt Garnweidner.

Die Saison dauert bis in den Oktober hinein

Auch Sepp Loipolder (57) aus Hechenberg ist an seinen angestammten Plätzen noch nicht fündig geworden. „Da kommt aber freilich noch was“, ist der leidenschaftliche Schwammerlsucher überzeugt. Die Saison gehe ja erst Ende August richtig los und dauert bis in den Oktober hinein. Wie jeder regelmäßige Sammler hat auch Loipolder seine eigenen Fundstellen. „Die werden aber nicht verraten“, so der Hechenberger.

Hans Staar (71) aus Bad Tölz zieht hingegen schon eine überwiegend positive Bilanz. „Bis jetzt ist es ein gutes Schwammerl-Jahr“, sagt der passionierte Pilzsammler. Im Moment sind laut dem Tölzer besonders viele Pfifferlinge zu finden, bei den Steinpilzen hingegen fällt die diesjährige Ausbeute bescheiden aus. Häufig entdecke man im Wald nur noch alte Pilze, erkennbar an den großen Kappen. Diese seien nicht nur weniger schmackhaft, sondern möglicherweise auch von Würmern befallen, erklärt Staar. Deshalb rät er, nach möglichst frischen Exemplaren Ausschau zu halten. „Je kleiner, desto besser“, lautet in diesem Fall die Devise.

Wer bei der Bestimmung unsicher ist, sollte einen Experten zu Rate ziehen

Schwammerlsucher sollten unbedingt Folgendes beachten: „Nur die Pilze mitnehmen, die man sicher kennt“, warnt der Tölzer. Wer sich bei der Pilzbestimmung unsicher ist, dem rät Staar, einen Experten zu Rate zu ziehen oder den Pilz am besten stehenzulassen. Es besteht sonst die Gefahr, eine giftige mit einer essbaren Art zu verwechseln. So kann zum Beispiel ein giftiger Knollenblätterpilz für einen harmlosen Champignon gehalten werden.

Die Leidenschaft für das Pilzesammeln begann bei Staar bereits in seiner Kindheit, als er seinen Vater auf Waldspaziergänge begleitete. Wann immer er heute in der Natur unterwegs ist, hat Staar sein Messer für alle Fälle dabei. Erst letztens habe er bei einer Mountainbiketour am Wegesrand Pfifferlinge gefunden, erzählt der Tölzer. Bei Staar kommen aber nicht nur die altbekannten Pilze auf den Teller. „Der Reizker ist eine wahre Delikatesse“, schwärmt der Pilzliebhaber.

So können Schwammerl am besten konserviert werden

Um auch noch nach Ende der Saison die kleinen Köstlichkeiten genießen zu können, empfiehlt es sich, diese zu konservieren. „Sie sind so für mindestens ein halbes Jahr haltbar“, sagt Garnweidner. Dafür können die Schwammerl entweder getrocknet oder tiefgefroren werden. Bei letzter Variante sollten die Pilze zuvor gekocht, aber keinesfalls blanchiert werden, sagt Garnweidner. Außerdem rät er, die eingefrorenen Pilze nicht aufzutauen, sondern direkt in die Pfanne zu geben.

Allgemein sollte laut Garnweidner bei der Zubereitung darauf geachtet werden, die Schwammerl vor dem Verzehr mindestens eine Viertelstunde zu garen. Denn: „Bei theoretisch allen Pilze können sonst Unverträglichkeiten auftreten“, warnt der Pilzkenner.

Auskunft: Bei Unklarheiten findet man Hilfe bei der Pilz-Beratungsstelle in München (Pasinger Rathaus) unter der Telefonnummer 089/23 33 72 37. Sie ist vom 9. August bis zum 18. Oktober immer montags von 8.30 bis 11.30 Uhr geöffnet. (fs)

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