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Digitalisierung steht zum Schulstart im Fokus - Informatik ist jetzt an Mittelschulen Pflicht

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Von: Melina Staar

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Warten auf den Schulanfang: Am Dienstag geht es für Kinder und Jugendliche im Landkreis wieder los. © Foto: DPA

Das Schulamt verkündet zum Schulstart: Im Landkreis sind die Schulklassen klein und genügend Lehrkräfte gibt es auch. Fortbildungen in Digitalisierung für die Lehrer und neue Schulfächer für die Schüler stehen zudem auf dem Jahresprogramm. Darunter: Informatik und „Kulturelle Bildung und Werteerziehung“.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Fast identisch mit dem Vorjahr ist die Gesamtzahl der Schüler im Landkreis, die Grund- und Mittelschulen besuchen – „mit einer leichten Tendenz nach oben“, sagte Schulamts-Leiterin Petra Burkhardt beim Pressegespräch am Donnerstag. Für 1067 Schüler an staatlichen Schulen ist am Dienstag der erste Schultag, gut 50 mehr als im Vorjahr. Knapp 1800 Schüler besuchen die Mittelschulen im Landkreis.

Die Klassengrößen liegen mit 21,12 im Schnitt bei den Grundschulen unterhalb des oberbayerischen Mittelwerts. „Viele Klassen haben sogar weniger als 20 Schüler. Eine erfreuliche Komponente“, sagte Burkhardt. Allerdings sei häufig die Personalzuweisung nicht so gut, wenn die Klassen kleiner sind. „Aber wir wurden bedarfsgerecht versorgt“, zeigte sich die Schulamts-Leiterin zufrieden. Bei den Lehrern sei eine große Beständigkeit vorhanden. „Das ist kein Nachteil.“ Kleine Veränderungen gebe es natürlich immer. Neue Lehrer hätten auch mit der schwierigen Wohnsituation im Landkreis zu kämpfen gehabt. „Wir versuchen, die Lehrer so einzusetzen, dass sie nicht mehr Zeit im Auto verbringen als im Schulhaus“, erklärte Burkhardt.

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Besonders im Fokus steht im kommenden Schuljahr das Thema Digitalisierung. „Hier sollen alle Lehrkräfte fortgebildet werden“, sagte stellvertretender Schulamts-Leiter Christian Breu. Informatik wird zum Schuljahr 2018/19 als Pflichtfach in den Mittelschulen eingeführt. „Wir fragen bei den Schulen ab, ob es im Lehrerkreis jemanden gibt, der für das Fach in Frage kommt“, sagte Breu. Diese Lehrkraft werde im kommenden Schuljahr fortgebildet und dann das Fach übernehmen. Außerdem soll es im Landkreis einen Koordinator für die Digitalisierung geben.

Ein weiterer Schwerpunkt sei das Thema Datenschutz, zu dem ebenfalls Fortbildungen geplant seien sowie ein spezielles Lese-Förderprojekt, so Breu. Erweitert werden soll der Bereich Schulpsychologie. „Hier bekommen wir eine neue Beratungsstelle. Es geht um Kinder, die besondere Schwierigkeiten beim Erlernen der Mathematik haben“, sagte Burkhardt. „Das ist ein wichtiger Ausbau.“

Die Karl-Lederer-Grundschule in Geretsried erhält im Oktober als dritte Schule im Landkreis eine Urkunde als „Inklusions“-Schule. 40 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden dann dort unterrichtet.

Eine weitere Neuerung: Die so genannten Übergangsklassen für Kinder mit Migrationshintergrund heißen künftig „Deutsch-Klassen“ und sind an der Tölzer Südschule und an der Mittelschule Geretsried angesiedelt. „Ähnlich wie vorher sind auch diese Ganztagsklassen“, sagte Breu. „Das ist von Vorteil, weil die Kinder und Jugendlichen so gezwungen sind, lange Deutsch zu sprechen.“ Neu ist das Fach „Kulturelle Bildung und Werteerziehung“, das nicht benotet wird. „Es soll die Integration erleichtern“, sagte Breu.

Wer nach der neunten Klasse gerne den M-Zug besuchen möchte, dies aber aufgrund des Notenschnitts nicht schafft, hat die Chance über die Vorbereitungsklassen den Mittelschul-Abschluss in zwei Jahren zu bewältigen. Solche Klassen gibt es im Wechsel an der Tölzer Südschule und an der Mittelschule Gaißach.

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„Erziehung ist für uns natürlich wichtig, aber der Unterricht ist unser Kerngeschäft“, sagte Burkhardt. Daher sei dessen Weiterentwicklung einer der Schwerpunkte. Ein Stichwort heißt „Unterricht live“. Hierbei können Lehrer sich gegenseitig beim Unterrichten zusehen und dabei Ideen austauschen.

In den kommenden Jahren erwarten Burkhardt und Breu vor allem in Geretsried aber auch Wolfratshausen stark steigende Schülerzahlen aufgrund von Zuzug. Erfreulich sei, dass auch so kleine Standorte wie die Jachenau stabil bleiben. „Wir haben immer 50 bis 60 Schüler dort“, so Burkhardt. In diesem Jahr gibt es eine eigene erste und zweite Klasse, aus den Klassen drei und vier wird eine Kombiklasse gebildet. „Von den Eltern wird es sehr geschätzt, wenn die Kinder wohnortnah in die Schule gehen können.“

Eher verhalten angenommen wird das Angebot der gebundenen Ganztagsklassen an der Tölzer Jahnschule. An der Mittelschule Benediktbeuern war das Interesse so gering, dass „wir diesen Standort verloren haben“, so Burkhardt. Hier gibt es eine Kooperation mit Penzberg, die aber nicht wirklich genutzt wird. „Die meisten Eltern wollen doch am liebsten, dass ihre Kinder direkt am Ort die Schule besuchen.“

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