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Noch ein Jahr länger in den Kindergarten oder doch lieber schon in die Schule? Mit dieser Entscheidung können sich Eltern, deren Kinder zwischen 1. Juli un d 30. September geboren sind, heuer bis 3. Mai Zeit lassen. Das erschwert die Planung.

Schulamt

Einschulungsreform sorgt für allgemeine Verunsicherung

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Noch ein Jahr länger in den Kindergarten oder doch lieber schon in die Schule? Mit dieser Entscheidung können sich Eltern, deren Kinder zwischen 1. Juli und 30. September geboren sind, heuer bis 3. Mai Zeit lassen. Das erschwert den Kindergärten und dem Schulamt in Bad Tölz-Wolfratshausen in die Planung.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Die Situation ist paradox: Auch nach den Schul-Einschreibungen, die kürzlich stattfanden, steht für das Schulamt Bad Tölz noch nicht endgültig fest, wie viele Abc-Schützen es im Herbst im Landkreis geben wird. Auch die Kindergärten tappen bis zum 3. Mai im Dunkeln. So lange können sich Eltern heuer erstmals Zeit mit der Entscheidung lassen, ob ihr Nachwuchs eingeschult werden soll oder nicht – zumindest, wenn die Kinder zwischen dem 1. Juli und 30. September geboren worden sind. So will es der neue bayerische Kultusminister Michael Piazolo. In der Region stößt die Einschulungsreform auf ein geteiltes Echo.

Einerseits begrüßen Lehrer und Erzieher die größere Flexibilität. Andererseits kritisieren sie die übereilte Einführung der neuen Regelung. „Alle sind verunsichert: die Eltern, Schulen und wir“, sagt Sieglinde Bock, Leiterin der Gemeinde-Kindertagesstätte St. Josef in Lenggries. Der Grund: Eine gezielte Planung heuer werde durch das Hauruck-Verfahren erschwert. Zwar habe es auch bisher jedes Jahr ein bis zwei Kinder gegeben, die zurückgestellt worden seien. „Aber es macht einen Unterschied, ob wir von ein bis zwei oder fünf bis acht Kindern sprechen“, sagt Bock.

Kindergärtnerin hat sich über Schnellschuss „tierisch geärgert“

In Lenggries hat die Leiterin noch keine Plätze an die neuen Kindergartenkinder vergeben. Sie wartet den Stichtag ab und folgt damit einer Empfehlung der Fachberatung für Kindertagesstätten am Tölzer Landratsamt. „Grundsätzlich sind die Erziehungsberechtigten mit den entsprechenden Pädagogen der Kitas schon vorab sehr gut im Gespräch“, betont Behördensprecherin Sabine Schmid. Trotzdem könne es bis zum 3. Mai zum Umdenken einiger Eltern kommen. Damit am Ende keine Plätze fehlen, weil ein Kind doch nicht im Herbst in die Schule geht, müssen die Kindergärten mit ihrer endgültigen Planungen etwas länger warten als gewohnt.

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Anders als die Kindergärten, die nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen zu vergeben haben, muss das Schulamt ohnehin alle Buben und Mädchen unterbringen – egal, wie viele sich anmelden. Nicht nur deshalb sieht Schulamtsleiterin Petra Burkhardt dem kommenden Monaten gelassen entgegen. „Wir erwarten keine großen Verschiebungen.“ Wenn Kinder in der Vergangenheit zurückgestellt worden seien, waren es ohnehin meist die, die zwischen Anfang Juli und Ende September geboren worden sind. Bei diesen sogenannten „Korridor-Kindern“ spricht man aufgrund der Reform allerdings nicht mehr von „Zurückstellung“. Die betroffenen Mädchen und Buben kommen einfach ein Jahr später in die Schule, wenn die Eltern das so möchten.

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Anders als manche Kindergärten stellt der Stichtag am 3. Mai das Schulamt vor keine größeren Schwierigkeiten. „Vorher sind unsere Planungen meist eh nicht angelaufen“, sagt Burkhardt. Für die Kindergärten sei die Situation „kritischer“.

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Das findet auch Maria Girmann, Leitern des Arche-Noah-Kindergartens in Bad Tölz. Zwar ist ihr Haus kaum von der schnellen Einführung der neuen Regelung betroffen – zufällig besucht aktuell nur ein Korridor-Kind die Einrichtung. Trotzdem hat Girmann der Schnellschuss des Kultusministers „tierisch geärgert“, zumal sie erst aus der Zeitung von den Plänen erfuhr. In das nächste Kindergartenjahr gehe sie nun zumindest vorgewarnt. „Erzieher und Eltern müssen dann einfach noch mehr miteinander kommunizieren“, sagt Girmann. Ziel müsse es sein, zu einer guten Entscheidung für das Kind zu kommen.“

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