Wie die Kommunionsvorbereitung in den kommenden Monaten aussieht erklärt Diakon Hubertus Klingebiel den Kindern und ihren Eltern in der Kochler Kirche.
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Wie die Kommunionsvorbereitung in den kommenden Monaten aussieht erklärt Diakon Hubertus Klingebiel den Kindern und ihren Eltern in der Kochler Kirche.

Pfarrgemeinden setzen auf verschiedene Möglichkeiten der Vorbereitung

Erstkommunion in Corona-Zeiten: Verschieben oder digital?

Die Erstkommunion ist für Katholiken ein wichtiger Schritt. Heuer müssen sich die Buben und Mädchen jedoch etwas länger gedulden, bis sie das Sakrament empfangen. Viele Gemeinden haben wegen der Corona-Pandemie beschlossen, die Vorbereitung erst nach Ostern beginnen zu lassen. Die Erstkommunionsfeiern sollen dann frühestens ab Mai stattfinden.

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Wir haben uns dazu entschieden, die Gruppenstunden erst im Frühsommer starten zu lassen“, sagt Hubertus Klingebiel, Diakon der Pfarrgemeinde Benediktbeuern-Bichl. Insgesamt 40 Kinder aus Benediktbeuern, Bichl und Kochel sollen heuer die Erstkommunion empfangen.

Hoffnung auf Unterricht von Angesicht zu Angesicht

Der Präsenzunterricht könne durch Videokonferenzen nicht ersetzt werden, so der Diakon. Auch seien die Kinder nicht hinreichend mit der Technik vertraut. „Den Firmlingen traue ich das zu, aber Drittklässler kommen damit weniger zurecht“, erklärt Klingebiel die Verschiebung. Auch würden in längst nicht allen Familien die Kinder in diesem Bereich genügend unterstützt werden.

Die Gruppenstunden sollen Stand jetzt ab Mai beginnen. Der Diakon hofft, dass der Unterricht bis dahin wieder von Angesicht zu Angesicht stattfinden kann. In Benediktbeuern soll die Erstkommunion nach den Sommerferien, in Kochel vor den Ferien gefeiert werden. „Wir überlegen noch, ob der Termin nicht auch nach hinten verlegt wird“, sagt Klingebiel.

In Bad Heilbrunn schaut man nach Ostern, wie die Zahlen sind

Auch in Bad Heilbrunn „findet pandemiebedingt derzeit keine Vorbereitung statt“, erklärt Pfarrsekretärin Anneliese Stockinger. Die Hoffnung liege auf einer Verbesserung der Coronasituation. Wenn die Zahlen es zulassen, könnten ab Ostern wieder Gruppenstunden vor Ort angeboten werden. Gegebenenfalls könne man den Unterricht nach draußen verlegen, so Stockinger.

„Wir können leider nicht groß vorplanen und müssen abwarten, was vielleicht im Mai möglich ist“, meint die Pfarrsekretärin. Stockinger erscheint es, wie auch Klingebiel, sinnvoller, die Gruppenstunden in Präsenz statt online abzuhalten. „Da kann man ganz anders arbeiten“, meint sie. Voraussichtlich im Juli werden die 23 Kinder erstmals die Kommunion empfangen. Aktuell sind dafür zwei Gottesdienste geplant.

Pfarrverband Bad Tölz geht einen anderen Weg

Einen anderen Weg geht der Pfarrverband Bad Tölz. Teilweise wurden aufgrund der lange Zeit niedrigen Inzidenz im Landkreis bereits Gruppenstunden in Präsenz durchgeführt, aber auch der digitale Weg wurde bestritten. 60 Kinder sollen heuer laut Gemeindereferentin Brigitte Blösl in Bad Tölz das Sakrament empfangen. Nicht alle Gruppenleiter zeigen sich von der Umstellung auf virtuellen Unterricht begeistert. Blösl hält ihn hingegen für eine gute Möglichkeit, auch in diesen Zeiten miteinander in Kontakt zu bleiben und Inhalte zu vermitteln. Allerdings findet sie schade, dass das Gemeinschaftsgefühl aufgrund der Distanz verloren geht.

Neben dem Unterricht ist laut Blösl die Hinführung zum Gottesdienst das „A und O.“ „Die Vorbereitung zur Erstkommunion kann nur gelingen, wenn es einen Bezug zum Gottesdienst gibt“, erklärt sie. Die Kinder sollen auch in diesen Zeiten in der Kirche zum Gottesdienst hingeführt werden. Im letzten Lockdown habe wegen der geschlossenen Gotteshäuser diese Erfahrung teilweise gefehlt, so die Gemeindereferentin. Nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Familien sollten den Kindern das Evangelium näher bringen, meint Blösl. Die Entwicklung eines religiösen Bewusstseins sollte auch innerhalb der Familien gefördert werden. Termine für die Erstkommunion sind für Mai angesetzt. Derzeit sei aber noch nicht abzusehen, wie sich die Situation bis dahin entwickele, so Blösl.

„Die Gemeinschaftserfahrung ist bei den Gruppenstunden besonders wichtig“

Pastoralreferent Christoph Freundl von der Pfarrei St. Jakob in Lenggries setzt hingegen nicht auf die Alternative Online-Unterricht. „Die Gemeinschaftserfahrung ist bei den Gruppenstunden besonders wichtig“, erklärt er. Außerdem gehe es darum, Themen praktisch zu erfahren. Beides sei aber bei der digitalen Umsetzung nicht möglich. Deshalb ist in Absprache mit den Eltern entschieden worden, die Stunden zu verschieben. Freundl hofft, dass in der wärmeren Jahreszeit auch Kommunionsunterricht in Präsenz möglich sein wird. „Wir müssen auf Sicht fahren.“ Im Moment sei nicht abzusehen, wie sich die Situation weiter entwickle. Zwar sind die Gruppenstunden erst für Mai angesetzt, der Startgottesdienst für die 64 Erstkommunionkinder hat aber bereits stattgefunden.

Den Pfarrgemeinden ist es trotz der Situation wichtig, die Kinder auf ihren besonderen Tag so gut wie möglich vorzubereiten. (Von Franziska Selter)

Einen Überblick über die aktuelle Corona-Entwicklung im Landkreis gibt es hier.

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