+
Am Geierstein in Lenggries verschafften sich Mitarbeiter des Forstbetriebs am Montag einen Überlick über die Sturmschäden. 

Schwere Schäden in den Wäldern

Gefahr für Wanderer und Waldbauern - Föhnsturm hinterlässt Spur der Verwüstung 

Bad Tölz-Wolfratshausen– Besonders im Gebiet um den Lenggrieser Geierstein sieht es wild aus im Wald: Wanderer berichten, dass dort selbst tiefwurzelnde Bäume umgeknickt sind und durcheinander liegen wie Zündhölzer.

In den Waldgebieten der Bayerischen Staatsforsten im Südlandkreis bei Benediktbeuern, Vorderriß, Jachenau und Hohenburg sind die Schäden besonders verheerend. 12 000 bis 15 000 Kubikmeter Holz fällte der Sturm laut Robert Krebs dort mutmaßlich. Der stellvertretende Chef des Tölzer Forstbetriebs machte sich am Montag am Geierstein ein Bild. Dort müsse man den beliebten Steig vorerst schließen. „Der Weg ist mit Holz zugefallen, Stämme hängen darüber und brechen auch noch nach“, sagt Krebs. „Das ist eine große Gefahr für Wanderer.“ Es werde wohl bis zum Frühjahr dauern, bis die Schäden dort behoben seien. Die querliegenden Bäume ziehe man mittels Holzseilbahn aus den Hängen.

Lesen Sie auch: Sturm beschädigt Kapelle in der Ramsau stark

Fielen in einigen Teilen des Landkreises nur einzelne Bäume, sind es andernorts ganze Schneisen. Der Föhnsturm wütete mit unterschiedlicher Intensität. Das bestätigt Robert Nörr vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen, das auch für den hiesigen Landkreis zuständig ist. „Es gibt Bereiche, da sieht es furchtbar aus“, sagt Nörr. „Im Nordlandkreis fielen dafür zum Teil nur einzelne Bäume.“ Das Verheerende am Föhn sei die Süd-Richtung, aus der der Wind blase, die hohe Geschwindigkeit und die Turbulenzen, die ein solcher Sturm mit sich bringe. „Die Wälder hierzulande sind eher Sturm aus Norden und Nord-Ost gewöhnt“, sagt der Wolfratshauser Revierförster und AELF-Sprecher.

Ein Problem, das Nörr zufolge speziell bei diesem Sturm auftrat, war das Laub, das aktuell noch an den Bäumen hängt. „Die Blätter boten dem Wind eine große Angriffsfläche.“

Die Sicherheit stehe nun an oberster Stelle. Die gelte es für Waldbauern, Spaziergänger und Wanderer herzustellen. Waldbauern sollen beachten: „Sturmschäden sind extrem gefährlich, da sollten nur Profis ran“, sagt Nörr.

Auch Florian Loher, Geschäftsführer der Waldbesitzer-Vereinigung (WBV) Wolfratshausen, betont die Gefahren, die von den Sturmschäden ausgehen. „Es geht jetzt erst einmal darum, Sicherheit auf Wegen und Straßen für Autofahrer und Spaziergänger herzustellen“, sagt Loher. Hohe Priorität habe auch die Sicherheit bei der Aufarbeitung der Schäden. „Da braucht es sehr viel Fachwissen, Erfahrung und Schutzausrüstung“, sagt Loher. Die WBV empfiehlt – wie das AELF – Spezialisten dafür hinzuzuziehen und vermittelt diese laut Loher auch. Auch bei der WBV läuft die Schadenserhebung: „1000 Kubikmeter Sturmholz gibt es bei einzelnen Waldbesitzern.“

Doch warum genau ist das Sturmholz so gefährlich? „Bei der regulären Holzernte sägt der Arbeiter, anschließend fällt der Baum, man arbeitet ihn auf und dann erst kommt der nächste Stamm an die Reihe“, erklärt Loher. Jetzt liegen die Bäume kreuz und quer, seien nicht ganz umgefallen oder hängen ineinander. „Das bedeutet, die Bäume stehen unter Spannung, und es ist unkalkulierbar, in welche Richtung sich der Baum entspannt, wenn man an ihm sägt“, so der Königsdorfer. Bei der Aufarbeitung des Holzes „herrscht keine Eile.“ Die Saison für den Borkenkäfer sei ohnehin vorbei. 

(Nora Linnerud)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

173 Kerzen als Zeichen für den Frieden
173 Kerzen erleuchteten am Sonntagabend die Tölzer Marktstraße. Sie symbolisierten am Volkstrauertag die 173 Tölzer Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs, der …
173 Kerzen als Zeichen für den Frieden
Diese Heilbrunnerin bietet Hilfe für gestresste Augen
Millionen Menschen in Deutschland arbeiten den ganzen Tag am Computer. Eine der Folgen: Die Kurzsichtigkeit nimmt rasant zu. Was man seinen Augen Gutes tun kann, …
Diese Heilbrunnerin bietet Hilfe für gestresste Augen
Neues Stück der Komischen Gesellschaft: Weniger wäre mehr gewesen
Die Komische Gesellschaft zeigt noch bis Anfang Dezember das Stück „Wir sind keine Barbaren“. Nach Ansicht des Kurier-Kritikers hat die Truppe das Beste aus dem Stoff …
Neues Stück der Komischen Gesellschaft: Weniger wäre mehr gewesen
Das Geheimnis eines „eisernen“ Ehelebens: Miteinander reden
Wie man es 65 Jahre miteinander aushält? Für Gretel und Hans Reitel ist die Frage schnell beantwortet: „Man muss einfach viel miteinander reden“, sagen beide unsiono. An …
Das Geheimnis eines „eisernen“ Ehelebens: Miteinander reden

Kommentare