Die Änderungen im neuen Schuljahr erläuterten die beiden Schulrätinnen Petra Burkhardt (li.) und Ute Hübner im Rahmen einer Pressekonferenz im Landratsamt.
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Die Änderungen im neuen Schuljahr erläuterten die beiden Schulrätinnen Petra Burkhardt (li.) und Ute Hübner im Rahmen einer Pressekonferenz im Landratsamt.

„Gewaltiger logistischer Aufwand“

Bad Tölz-Wolfratshausen: Im neuen Schuljahr ändern sich die Corona-Maßnahmen an Grundschulen

  • Patrick Staar
    VonPatrick Staar
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Zweimal pro Woche mussten Grundschüler bislang per „Nasenbohrer“-Selbsttest checken, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Voraussichtlich am 20. September ändert sich im Landkreis das Verfahren.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Voraussichtlich ab der zweiten Schulwoche sollen PCR-Pool-Tests für Klarheit sorgen. Die Schulrätinnen Petra Burkhardt und Ute Hübner erläuterten im Rahmen einer Pressekonferenz im Landratsamt, wie sie konkret ablaufen sollen. In Zukunft wird der Tag so beginnen: Die Kinder lutschen für etwa 30 Sekunden an einem Tupfer – so wie an einem Lolli. Danach stecken alle Tupfer in dasselbe Pool-Röhrchen. Dabei werden die Proben vermischt. Anders als Schnelltests sind diese Lolli-Tests keine Antigen-Tests, sondern aufwändige PCR-Tests. Damit lässt sich deutlich zuverlässiger feststellen, ob eine Corona-Infektion vorliegt – oder nicht. Zusätzlich werden neben der Poolprobe auch Einzelproben genommen. Diese Proben kommen in ein Röhrchen, das mit einem Barcode versehen wird. Jede Probe lässt sich so einem bestimmten Schüler zuordnen. Anschließend werden sie zur Untersuchung in die beiden oberbayerischen Labore in Ingolstadt und München gebracht. Bis zum Abend ist die Auswertung erledigt. „Wenn alle Tests negativ sind, können alle Lehrer, Eltern und Schüler eine ruhige Nacht genießen“, sagt Burkhardt. Gerade der Transport der Speichelproben bedeute „einen wahnsinnigen logistischen Aufwand: „Die Proben müssten aus ganz Oberbayern in die beiden Labore gebracht werden – und sehr eng getaktet.“

Lolli-Test ersetzt Nasenbohrer-Test

Sollte der Pooltest positiv ausfallen, gehen die Untersuchungen weiter. Nun wird der Inhalt der einzelnen Röhrchen genau unter die Lupe genommen. Das Labor muss klären, welche Schüler sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die betroffenen Eltern erhalten um sechs Uhr morgens per E-Mail die Nachricht, dass sie ihr Kind nicht in die Schule schicken dürfen. Auch die Schule wird informiert. Alle Informationen laufen in einem Schulverwaltungsprogramm zusammen. „Alle Datenschutzfragen sind abgeklärt“, betont Burkhardt. „Die Eltern dürfen informiert werden.“ Fällt ein Test positiv aus, schaltet sich das Gesundheitsamt ein. Die Mitarbeiter würden sich jeden Fall individuell ansehen, sagt Burkhardt. Mithilfe des Lehrers ermitteln sie die Banknachbarn des infizierten Kindes. Ebenso klären sie, ob es noch andere Betroffene geben könnte – zum Beispiel, weil sich das infizierte Kind an Gruppenarbeit beteiligt hat.

Gesundheitsamt soll über Quarantäne entscheiden

Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, entscheidet das Gesundheitsamt, welche Schüler in Quarantäne müssen – und welche nicht. Bewertet wird auch, ob im Klassenzimmer ein Luftfilter im Einsatz ist, sagt die Schulrätin. Sie betont: „Luftfilter sind nicht das alleinige Kriterium, sie werden in die Bewertung nur mit einbezogen. Man kann also nicht sagen: Kein Luftfilter – Quarantäne. Luftfilter im Einsatz – keine Quarantäne.“ Das Gesundheitsamt nehme sich sehr viel Zeit, um die Situation mit den Beteiligten abzusprechen, sagt Burkhardt. „Da wurde schon in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet.“ Ganze Klassen seien schon lange nicht mehr in Quarantäne geschickt worden. „Im Normalfall nur die Banknachbarn und engen Kontaktpersonen.“ Im Gegensatz dazu ändert sich für die Kinder und Jugendlichen in weiterführenden Schulen im nächsten Schuljahr nicht allzu viel – mal abgesehen davon, dass sie sich in Zukunft drei- statt zweimal wöchentlich selbst testen müssen. „Das hat sich etabliert“, sagt Burkhardt. „Wir haben von allen Schulen die Rückmeldung bekommen, dass das kein Problem darstellt – auch nicht für die Kleinen.“

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