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Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird Tourismus „als Belastung gesehen“

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Von: Melina Staar

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Der Walchensee: Dank tiefblauem Wasser trägt er den Beinamen „bayerische Karibik“. Er ist der perfekte Ausgangspunkt für Unternehmungen im Wasser und zu Lande. ARP/A
Vom Verkehr besonders geplagt ist die Gegend rund um den Walchensee. Im Kreisausschuss ist die Besucherlenkung ein großes Thema für die Zukunft. © arp/A

Die Tourismus-Zahlen im Landkreis sind wieder besser. Dennoch hat „Tölzer Land Tourismus“ große Herausforderungen zu bewältigen. Eine davon: Die geringe Akzeptanz von Tourismus.

Bad Tölz-Wolfratshausen – „Alarmierend niedrig“: So nannte Andreas Wüstefeld, Fachbereichsleiter Tourismus von „Tölzer Land“, die Tourismusakzeptanz im Landkreis. Im jüngsten Kreis-Ausschuss am Montag präsentierte er die Bilanz von 2021.

Präsentation zeigt: Bürger nicht überzeugt vom Tourismus im Landkreis

Während sich die Zahlen aus der coronabedingten Senke wieder nach oben orientieren, zeigte eine gemeinsame Präsentation der Hochschulen Deggendorf und München sowie der FOM Hochschule München und der Universität Innsbruck vom März, „dass der Bürger nicht überzeugt ist vom Tourismus im Landkreis, er nicht erkennt, welche Wertschöpfung drin steckt“, so Landrat Josef Niedermaier. Und zwar nicht nur für den Landkreis, sondern auch für ihn persönlich. „Nicht nur wird das nicht erkannt, Tourismus wird auch als Belastung gesehen“, resümierte Niedermaier.

Michael Häsch (CSU) gab zu bedenken, dass viele beim Stichwort Tourismus vielleicht an die Tagesausflügler denken, durch die an schönen Wochenenden „alles voll“ sei. Doch auch die Naherholer seien ein riesiger Umsatzfaktor, sagte Niedermaier. 51 Prozent des Bruttoumsatzes würden diese ausmachen, verdeutlichte Wüstefeld. „Es ist so viel vom Tourismus abhängig, das ist vielen nicht bewusst“, so Niedermaier.

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Verdeutlichen, welchen Wirtschaftsfaktor der Tourismus ausmache

Franz Schöttl (CSU) meinte, man müsse bedenken, dass die Studie in der Zeit während der Pandemie gemacht wurde. „Das darf man nicht außer Acht lassen.“ Damals hatten viele Einheimische über die noch größere Anzahl an Tagesausflüglern geklagt. Man müsse den Menschen im Landkreis viel mehr verdeutlichen, welchen Wirtschaftsfaktor der Tourismus ausmache. Die Kampagne „charmant miteinand“, die Christina Baier vorstellte, zielt darauf ab, die Menschen vor Ort für das Thema Tourismus zu sensibilisieren – mit großen Plakaten, Anzeigen in Print-Medien und einer Social-Media-Kampagne.

Besucher sollen mit Hilfe von Parkraumsensorik gelenkt werden

Neben der höheren Akzeptanz ist auch die Besucherlenkung ein großes Thema für die Zukunft. „Da sind wir dran“, so Wüstefeld. Künftig sollen Echtzeit-Daten an den „Ausflugsticker Oberbayern“ geschickt werden, erklärte Holger Lortz. Möglich wird dies durch sogenannte Parkraumsensorik, also Messgeräten, die erfassen, wie viele Autos auf einem Parkplatz stehen. „Wir hoffen, dass wir so viele Daten wie möglich an den Ticker ausspielen können.“ Zur Lenkung gehöre es auch, wie Christina Baier sagte, dass im Rahmen der Kampagnen auf schöne Touren im nördlichen Landkreis hingewiesen wird. Gerade die Tagesausflügler fahren an schönen Tagen eher die Berge im Süden an.

„Müssen aufpassen, dass wir Privatvermieter im Tourismus halten können“

Allerdings, so Wüstefeld, komme bereits die nächste Krise auf den Tourismus zu. Durch die allgemein steigenden Preise würde auch Urlaub teurer werden. Daher wolle man den Vermietern zur Seite stehen. „Wir sind hier im Landkreis nicht so schlecht aufgestellt. Aber wir müssen aufpassen, dass wir die Privatvermieter im Tourismus halten können.“ Diese seien die Sorgenkinder, da sie schon in der Corona-Krise oft bei Fördermaßnahmen nicht berücksichtigt worden seien.

Ob die traumhaften Bilder der „European Championships“ für mehr Gäste sorgen, wird sich zeigen

Eine tolle Außenwirkung hätte das Radrennen der „European Championships“ gehabt, sagte Wüstefeld. Traumhafte Bilder aus dem Landkreis gingen um die Welt. Ob das nun auch ganz neue Gäste anlocken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bilanziert werden. Bislang kommen die Gästeanfragen vorwiegend aus dem Inland, ein Viertel aus Bayern selbst.

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