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Weniger CO2, mehr Energieverbrauch: Klimaschutzmanagerin zeigt Entwicklung bei Landkreisliegenschaften auf

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Praktisch umweltneutral ist das Heizen mit Hackschnitzeln. Die gleiche Menge an CO2, die bei der Verbrennung frei wird, ist im Holz gebunden.
Statt auf Gas setzt der Landkreis bei der Wärmeerzeugung unter anderem auf Hackschnitzel. (Symbolbild) © red

Im Kreisbauausschuss führt die Klimaschutzmanagerin Veronika Böhm aus, wie weit der Landkreis in den vergangenen Jahren in Sachen mehr Nachhaltigkeit gekommen ist.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren viel Geld in seine Schulen investiert. Ein Ziel war dabei auch, die Wärme- und Stromversorgung möglichst nachhaltig zu gestalten, auf erneuerbare Energiequellen zu setzen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. In einem Zwischenbericht erläuterte Klimaschutzmanagerin Veronika Böhm am Montag dem Kreisbauausschuss, wie weit man auf diesem Weg gekommen ist.

CO2-Ausstoß aller Kreisliegenschaften hat sich um 50 Prozent reduziert

Es gibt durchaus gute Nachrichten: Im Vergleich zu 2008 hat sich der CO2-Ausstoß aller Kreisliegenschaften um 50 Prozent reduziert. 2021 ist er allerdings im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht angestiegen. Verantwortlich dafür ist auch die Pandemie. Einmal würden die neuen Lüftungsgeräte einiges an Strom verbrauchen. Schulen, die noch keine Lüftungsanlage haben, heizen oft bei gleichzeitig geöffnetem Fenster.

Tatsächlich wird insgesamt mehr Energie verbraucht als 2008 – fünf Prozent sind es unterm Strich. Im Bereich der Wärme liegt das Plus bei drei Prozent, beim Strom sind es 15 Prozent. Insgesamt sind die Energiekosten des Landkreises seit 2008 um sieben Prozent gestiegen.

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Insgesamt ist der Energieverbrauch gestiegen - Woran liegt das?

Karl Murböck (CSU) wunderte sich. „Wir haben eine Steigerung beim Gesamtverbrauch, obwohl wir viel Geld in die Sanierung der Schulen gesteckt haben. Woran liegt das?“, wollte er wissen. Böhm nannte die Digitalisierung als Grund. „Es kommen mittlerweile sehr viele Geräte zum Einsatz. Wo es früher Tafeln gab, hängen jetzt Whiteboards.“ Dazu kommen zahlreiche Lehrer- und Schüler-Laptops und Tablets. Diese Erklärung ließ Murböck für den Strom gelten, „aber bei der Wärme...“ Hier dürfe man nicht vergessen, dass Schülerzahlen gestiegen und Flächen dazugekommen seien, sagte Hauptamtsleiter René Beysel. Und: Natürlich sei vieles saniert worden, „aber vermutlich sind wir nicht einmal bei 50 Prozent unseres Gebäudestands angekommen“.

Landkreis setzt auf Hackschnitzel und Fernwärme statt Gas

Deutlich gesenkt hat der Landkreis in den vergangenen Jahren jedenfalls den Gasanteil bei der Wärmeerzeugung – um ganze 62 Prozent. Stattdessen setzt er nun auf Hackschnitzel und Fernwärme. Der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung liegt bei 67 Prozent – wenn man davon ausgeht, dass die über das Fernnetz bezogene Wärme vollständig unter Verwendung erneuerbarer Energien gewonnen wird. „Das möchte ich im nächsten Bericht noch einmal genauer aufdröseln“, sagte Böhm.

Strom stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen

Der verbrauchte Strom stammt jedenfalls zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen. Auf vielen Schuldächern und dem Landratsamt gibt es bereits eine oder mehrere Photovoltaikanlagen, weitere werden folgen. Zuletzt im Fokus stand hier die geplante Anlage auf dem Dach der Dreifachhalle des Geretsrieder Schulzentrums. Noch im Juni hatte der Bauausschuss die Ausschreibung mit Blick auf den überhitzten Markt und die Kostenexplosion eigentlich verschoben. „Die Ausschreibung geht jetzt aber doch diese oder nächste Woche raus. Mit Blick auf die prognostizierten Strompreise haben wir uns dazu entschlossen“, sagte Beysel auf eine Nachfrage von Jakob Koch (Grüne). Ob es allerdings sofort die vom Ausschuss beschlossene große Variante werde oder ob man sich eine Ausbauoption für später offenhalte, werden die Ausschreibungsergebnisse zeigen müssen. Zuletzt war die Rede davon, dass die Beschaffungspreise bei PV-Anlagen um rund 43 Prozent gestiegen sind.

Nikolaus Mair (Grüne) sah den Landkreis auf jeden Fall „auf dem richtigen Weg. Es ist viel passiert. Danke an das Hauptamt“. Er hatte aber auch noch weiteres Potenzial ausgemacht. „Auf dem Tölzer Gymnasium gibt es noch gar keine PV-Anlage. Ist da was angedacht?“ Im kommenden Jahr, antwortete Beysel.

Bernhard Simon (CSU) knabberte immer noch an dem gestiegenen Energieverbrauch. Durch viele der umgesetzten Maßnahme sollte eigentlich Energie eingespart werden. „Vielleicht liegt es an einem falschen Nutzerverhalten. Das könnte man noch einmal überprüfen.“ Ein Beschluss war nicht notwendig. Der Ausschuss nahm die Ausführungen zur Kenntnis.

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