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Alles anders: Während früher Kunden in Bankfilialen dicht an dicht standen, ist heute Abstand das Gebot der Stunde – sofern es noch Publikumsverkehr gibt. 

„Wir haben eine stabile Bargeldversorgung“

Lächeln statt Händedruck: So reagieren Banken auf das Coronavirus

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Sicherheitsabstand, abgesagte Termine und kein Händeschütteln: Auch im Alltag der Geldinstitute macht sich das Coronavirus bemerkbar. Unsere Zeitung hat sich bei den Banken im Landkreis umgehört, wie sie mit der aktuellen Lage umgehen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Kundenandrang in den Filialen? Nicht bei der Raiffeisenbank Oberland. „Unsere Kunden wissen, dass sie den Kontakt einschränken sollen. Das gilt auch für Bankgeschäfte“, erklärt Vorstandsvorsitzender Hansjörg Hegele.

Schutz vor dem Coronavirus: Sicherheitsabstand und Desinfektionsmittel

 Zum Schutz gegen Covid-19 hat die Bank bereits Maßnahmen ergriffen: Aufgestellte Flipcharts weisen auf den Sicherheitsabstand hin, und Desinfektionsmittelspender stehen bereit.

Mitarbeiter, die zur Corona-Risikogruppe gehören, arbeiten nicht mehr im Servicebereich. „Momentan überlegen wir, vor den Schaltern Plexiglasscheiben anzubringen“, berichtet Hegele. 

Verkürzte Öffnungszeiten - gratis Bargeld-Lieferungen

Seit dieser Woche gelten in den Filialen verkürzte Öffnungszeiten. Ältere und nicht mobile Kunden bekommen – falls gewünscht – das Bargeld kostenlos nach Hause geliefert. Besonders eine Entwicklung hat Hegele in letzter Zeit bemerkt: den gestiegenen Bargeldbedarf. Seine Vermutung: „Anstatt zweimal zur Bank zu gehen, heben die Leute lieber einmal einen etwas größeren Betrag ab.“

Trotz Coronavirus: „Wir haben eine stabile Bargeldversorgung“

Viel Geld vom Konto abheben: Bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen kommt das „lediglich in Einzelfällen“ vor, berichtet Alexander Potzka, Leiter des Vorstandsstabs. Und er bezeichnet dieses Verhalten auch als „absolut unnötig“. Potzka: „Wir haben eine stabile Bargeldversorgung.“ Außerdem warnt er davor, dadurch Opfer von Kriminellen zu werden: Betrüger geben sich am Telefon als an Covid-19 erkrankte Enkel aus und fordern hohe Mengen Bargeld. Potzka appelliert: „Bewahren Sie zu Hause nicht mehr Geld auf als nötig.“

Statt Handschlag gibt‘s ein Lächeln

Zum Schutz der Mitarbeiter vor dem Virus hat die Bank ebenfalls Schritte eingeleitet: Die Angestellten verzichten auf den üblichen Handschlag, dafür gibt es ein „freundliches Lächeln“. Veranstaltungen werden abgesagt, Sicherheitsabstände eingehalten, Homeoffice-Möglichkeiten ausgebaut. Die Kunden zeigen sich einsichtig. In den vergangenen Tagen hat der Kundenverkehr abgenommen. „Vor zwei Wochen sah das noch anders aus. Aber seitdem viele Läden geschlossen sind, hat sich die Situation verändert“, sagt er. Die kleineren Geschäftsstellen der Sparkasse bleiben seit dieser Woche ebenfalls zu. Viele Bankgeschäfte seien heute digital oder telefonisch zu erledigen. „Dazu rufen wir unsere Kunden jetzt mit Nachdruck auf.“

Größte Herausforderung: alle Mitarbeiter gesund zu halten

Anders sieht die Situation bei der Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg aus: „Bei den Kunden gibt es gefühlt keinen großen Unterschied“, sagt Vorstandsvorsitzender Christian Glasauer. Das könne jedoch daran liegen, dass die zweite Filiale in Eurasburg derzeit geschlossen ist. Momentan die größte Herausforderung der Bank: „alle Mitarbeiter gesund zu halten.“ Bereits angeschlagene Angestellte bleiben deshalb zu Hause. In der geöffneten Filiale hält man sich an den Sicherheitsabstand, benutzt Desinfektionsmittel und sagt vereinbarte Termine, so gut es geht, ab. Möglichkeiten zum Homeoffice sind bereits geschaffen, „aber wir versuchen so lange wie möglich, mit unseren Mitarbeitern vor Ort zu arbeiten.“

Banken schränken Geschäftsbetrieb ein

Sehr ruhig geht es seit letzter Woche bei der VR Bank München Land zu. Am Donnerstag stellte das Geldinstitut den Schalter- und Publikumsverkehr ein. Die Geldautomaten bleiben in Betrieb. Marketingleiter Peter Wein: „Unsere Berater sind weiterhin vor Ort erreichbar – nur eben per E-Mail oder Telefon.“ Was Wein vor der Schließung zu bedenken gab: „Viele Kunden, die unsere Geschäftsstellen besuchten, gehören aufgrund ihres Alters zur höchsten Risikogruppe.“

Ähnliche Maßnahmen hat die Raiffeisenbank Isar-Loisachtal getroffen: „Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind alle Geschäftsstellen bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen“, sagt Xaver Much, stellvertretender Bereichsleiter im Betriebsmanagement. Besuche der Geschäftsstelle sind nur noch nach vorheriger Absprache erlaubt. Per E-Mail und via Telefon bleiben die Mitarbeiter auch hier weiterhin erreichbar.

kof

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