Videokonferenz Landrat Josef Niedermaier (re.) und Paul Konertz, der neue Leiter der Abteilung drei, beim virtuellen Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel.
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Videokonferenz Landrat Josef Niedermaier (re.) und Paul Konertz, der neue Leiter der Abteilung drei, beim virtuellen Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel.

Landrat berichtet vom Gespräch mit der Kanzlerin

Landrat Josef Niedermaier: Videokonferenz mit Merkel

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Zu einer Videokonferenz trafen sich die bayerischen Landräte und Oberbürgermeister mit Kanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Mit dabei war auch der Tölzer Landrat Josef Niedermaier.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Corona stellt Kommunalpolitiker vor besondere Herausforderungen. Schließlich sind sie es, die die Vorgaben aus Berlin und München umsetzen, nach außen vertreten und die Reaktionen aus der Bevölkerung darauf auch aushalten müssen. Dazu kommen logistische und personelle Herausforderungen, wie der Aufbau und Betrieb der Impf- und Testzentren – verbunden mit erheblichen Kosten, bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen aus Steuern.

„Die Kanzlerin hat Tacheles geredet“, sagt Niedermaier

Die bayerischen Landräte und Oberbürgermeister diskutierten am Freitag in einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Markus Söder über die Thematik. Mit dabei war auch Landrat Josef Niedermaier. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen forderte er eine Perspektive. „Die Kanzlerin hat Tacheles geredet, vor allem treibt sie die Sorge um das exponentielle Wachstum der Zahlen an“, berichtet Niedermaier. Sie habe aber auch davon gesprochen, „dass die Inzidenz nicht mehr ausschließlich sklavisch die Richtung vorgeben könnte. Das ist gut“, befindet der Tölzer Landrat.

Merkel habe sich auch mehrfach bei den Kommunalpolitikern bedankt, weil sie wisse, dass man an der Basis einiges auszuhalten habe, berichtet Niedermaier. Einig sei man sich gewesen, dass bei Öffnungen als nächstes der Fokus auf den Schulen – und zwar auf allen Schularten – sowie den Kindertagesstätten liegen müsse. „Wir brauchen die Aussicht auf Präsenzunterricht, Distanz- und Wechselunterricht können eine Überbrückungslösung sein, aber keine Dauerlösung“, sagt Niedermaier.

Vor zwei Jahren war Niedermaier schon einmal im Kanzleramt

Auch um die Impfstrategie und um die Aufstockung der Impfkapazitäten ging es in dem über zweistündigen Gespräch. „Ich meine schon, dass der Wunsch von uns Landräten und den Führungsstäben nach flexiblen Möglichkeiten gehört wurde.“ Die Situationen in den Landkreisen seien zum Teil sehr unterschiedlich, „da hilft keine Einheitsregelung. Wir müssen hier schnelle und pragmatische Ansätze finden und einen Weg, um die Hausärzte einzubinden“, sagt Niedermaier mit Blick auf die Impfstrategie.

Für Niedermaier war es bereits das zweite Treffen mit Merkel. Sah man sich dieses Mal nur virtuell, war der Tölzer vor zwei Jahren mit etwa 40 Vertretern des bayerischen Landkreistags in Berlin im Kanzleramt zu Gast. Damals sei es vor allem um die Situation der Krankenhäuser gegangen, so Niedermaier.

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