Für Geimpfte gibt es künftig gewisse Erleichterungen. (Symbolbild)
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Für Geimpfte gibt es künftig gewisse Erleichterungen. (Symbolbild)

Auswirkungen der Pandemie

Bad Tölz-Wolfratshausen: Neue Corona-Regelungen: Geimpft, genesen, gefälscht

  • Melina Staar
    vonMelina Staar
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Diese Neuerungen gelten im Landkreis und in Bayern bezogen auf die Lockerungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte und Genesene.

Bad Tölz – Geimpfte sollen bald mehr Rechte zurückerhalten – in Bayern sogar schon ab diesem Donnerstag. Beispielsweise soll der volle Impfnachweis von der Testpflicht entbinden. Auch für Genesene gibt es Erleichterungen. Wie läuft das in der Praxis? Und was ist mit möglichen Fälschungen, vor denen gewarnt wird?  

So läuft’s beim Frisör

Bei Frisören ist es seit Kurzem möglich, dass vollständig Geimpfte 14 Tage nach der zweiten Impfung keinen Test vorweisen müssen. „Die meisten sagen es gleich am Telefon, dass sie schon geimpft sind“, berichtet eine Mitarbeiterin des „Lenggrieser Haarteam“. Diese bringen dann ihren Impfpass mit zu ihrem Termin. Auch mit den Tests laufe es nun gut. „Anfangs haben einige ihre Termine abgesagt wegen der Tests, aber jetzt ist es zur Normalität geworden.“ Viele würden die Möglichkeit der Lenggrieser Teststation nutzen oder direkt vor dem Salon einen Selbsttest durchführen.

Was gilt für Genesene

Tatsächlich laufen derzeit zahlreiche Anfragen im Tölzer Gesundheitsamt ein, wie Genesene künftig nachweisen können, dass sie die Infektion bereits durchgemacht haben. „Aktuell liegen uns aber noch keine entsprechenden Vollzugshinweise vor“, sagt Behördensprecherin Marlis Peischer. „Wir warten auf einen entsprechenden Hinweis vom Gesundheitsministerium.“ Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte am Dienstag in einer Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder davon gesprochen, dass man eine digitale Möglichkeit für Genesene in Betracht ziehe.

Dubioses Angebot

Ziemlich überrascht war ein Tölzer kürzlich, als er über das soziale Netzwerk Facebook eine Nachricht erhielt. Ein beigefügter Link führte ihn auf eine Internetseite, die ihm anbot, einen Corona-Impfpass zu kaufen. Dem Tölzer schien das alles nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Zurecht, wie Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Anfrage bestätigt. „In der gesamten Corona-Krise ist es wiederholt zu Betrügereien gekommen“, berichtet er. „Es gibt einige, die Hoffnung haben, da ein Geschäft zu machen.“ Diese spezielle Internetseite sei ihm zwar noch nicht untergekommen. Aber dass mit Impfpässen auch Betrügereien möglich seien, möchte er nicht ausschließen. „Mit hoher Sicherheit steckt da keine legale Geschichte dahinter.“

Bad Tölz: Immer wieder neue Betrugs-Maschen in der Corona-Krise

Sollte jemandem ein solches Angebot gemacht werden, sagt Sonntag, sollte man es auf keinen Fall annehmen. „Damit macht man sich strafbar.“ Am besten sei es, derartige Nachrichten sofort zu löschen und unter Umständen auch Anzeige bei der örtlichen Polizeiinspektion zu erstatten. „Dann wird versucht, die Hintermänner dieser Aktion ausfindig zu machen.“ Immerhin: Stolze 300 Euro verlangen die unbekannten Drahtzieher hinter der Webseite für einen Impfpass. Alles sei „legal“, heißt es in weiteren Notizen. Unsinn, sagt Sonntag. „Einen echten Impfpass kann man nicht im Netz kaufen.“ Gültig sei nur eine Impfbestätigung einer Behörde oder eines Arztes, die direkt beim Impfen vergeben werde.

Natürlich bestehe die Gefahr, dass eine potenzielle Fälschung auf den ersten Blick von einem Laien nicht erkannt werde. Aber die Experten der Schleierfahndung, die darauf spezialisiert sind, würden laut Sonntag sofort erkennen, wenn ein Dokument nicht echt ist. Welche Strafe droht, werde im Einzelfall entschieden. Sollte der Polizei ein gefälschter Impfpass unterkommen, werde dieser sichergestellt und der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben.

Absage Impftermine

Bayernweit war zuletzt davon zu lesen, dass viele Menschen ihre Termine für Zweit-impfungen in den Pfingstferien absagen. Dies sei im Landkreis derzeit kein großes Thema, sagt Sprecherin Marlis Peischer.

Hotspot Tölz?

Auffällig ist, dass in den vergangenen Wochen Bad Tölz der Ort mit den meisten Infektionen im Landkreis war. Teils waren die Zahlen doppelt so hoch wie in den anderen Städten Geretsried und Wolfratshausen. Einen besonderen Grund dafür kann Peischer aber nicht ausmachen. „Wir haben weiterhin ein diffuses Infektionsgeschehen“, sagt sie. „Die Infektionen sind verteilt und können nicht zugeordnet werden.“

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