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Bad Tölz-Wolfratshausen: Reiter bitten andere Verkehrsteilnehmer um Rücksicht

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Von: Felicitas Bogner

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Die Pferdebesitzer Christine und Martin Farkasch mit Westino (li.) und Nabucco freuen sich über das rücksichtsvolle Verhalten einer Radfahrerin. „Es wäre schön, wenn alle so umsichtig miteinander umgehen würden. Ich glaube aber, dass sich einige nicht bewusst sind, dass Pferde sich leicht erschrecken“, sagt Christine Farkasch.
Die Pferdebesitzer Christine und Martin Farkasch mit Westino (li.) und Nabucco freuen sich über das rücksichtsvolle Verhalten einer Radfahrerin. „Es wäre schön, wenn alle so umsichtig miteinander umgehen würden. Ich glaube aber, dass sich einige nicht bewusst sind, dass Pferde sich leicht erschrecken“, sagt Christine Farkasch. © Privat

Das Frühjahr und der Sommer locken viele Freizeitsportler ins Tölzer Land. Dabei stoßen auf einigen Wegen und Straßen verschiedene Interessen aufeinander. Jetzt bitten Reiter aus dem Landkreis Fahrrad- und Autofahrer um Rücksicht – denn immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sobald die Sonne herauskommt, zieht es viele in die schöne Natur. Manche Wege und Straßen sind dabei nicht nur bei Fahrradfahrern, Bikern und Wanderern beliebt. Es gibt auch einige Einheimische, die gerne auf vier Beinen und mit einem PS ihre Freizeit genießen. Reiter sind keine Seltenheit im Tölzer Land. Doch es kommt immer wieder zu unangenehmen, teils lebensgefährlichen Situationen zwischen den verschiedenen Freizeitsportlern.

Pferde sind Fluchttiere und somit leicht zu erschrecken

„Ich glaube, das liegt größtenteils auch daran, dass sich manche nicht bewusst sind, dass Pferde als Fluchttiere leicht zu erschrecken sind“, mutmaßt die Reiterin Christine Farkasch. Die Königsdorferin hat gemeinsam mit ihrem Mann Martin Farkasch einen kleinen Privatstall in Schwaighofen mit zwei Edelbluthaflingern. „Wir sind mit den Pferden öfter draußen, ob Ausreiten oder mit den Pferden spazieren“, berichtet sie. Dabei sei es leider keine Ausnahme, dass manche Rad- und Autofahrer schnell und nah von hinten die Pferde überholen. „Das trifft wie immer freilich nicht auf alle zu. Aber es kann eben sehr gefährlich werden.“

Denn Pferde haben einen stark ausgeprägten Fluchtreflex. „Kommt von hinten etwas unvermittelt, schnell oder zu nah an, dann erschrecken die Tiere und gehen im Zweifel durch“, erklärt Farkasch. Das könne je nach Pferd, Reiter und Situation unterschiedlich schlimm enden. Im vergangenen Jahr gab es laut Polizeihauptkommissar Lars Werner von der Polizeiinspektion Bad Tölz zwei größere Verkehrsunfälle, in die Pferde verwickelt waren. Mitte Mai 2020 etwa sei am Höhenweg in Bad Heilbrunn ein Pferd erschrocken, da ein Mountainbike-Fahrer schnell und laut nah an dem Tier über ein Weidegitter gefahren ist. „Das Tier hat sich losgerissen und ist dann in Richtung B 472 gerannt. Dabei ist es in ein Wohnmobil gedonnert und tödlich verunglückt“, berichtet Werner. Hier könne man trotz des schrecklichen Endes für das Tier immer noch von Glück sprechen, „dass nicht noch viel mehr passiert ist“.

2020 in Lenggries und Bad Heilbrunn: Verkehrsunfälle mit Pferden

Im Oktober kam es auch in Lenggries zu einem Verkehrsunfall mit einem Pferd. „Ein Reiter war auf der Straße unterwegs, und ein entgegenkommendes Auto hat ein Fahrrad auf der anderen Seite recht schnell überholt“, sagt Werner. Bei dem Überholmanöver sei der Autofahrer dem Pferd sehr nahe gekommen. Das Ross sei daraufhin so sehr erschrocken und durchgegangen, dass es mit den Hinterhufen gegen das fahrende Auto getreten habe. „Der Fahrer ist dann einfach weitergefahren, konnte aber durch Zeugenaussagen ausfindig gemacht werden“, so Werner. Bei diesem Unfall sei jedoch zum Glück niemand gestorben.

Generell appelliert der Polizist in diesem Zusammenhang auf „gegenseitige Vorsicht und Rücksicht, wie es auch im ersten Paragrafen der Straßenverkehrsordnung festgehalten ist. Und die gilt für alle, die am Verkehr teilnehmen“, betont Werner. Glücklicherweise halte sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Pferden im südlichen Landkreis „wirklich in Grenzen“. Dennoch sei Vorsicht von allen Teilnehmern geboten, denn etwaige Kollisionen können sehr schlimm für alle Beteiligten enden.

Polizei Bad Tölz appelliert: „Gegenseitige Vorsicht und Rücksicht“

Vorsicht und Rücksicht: Genau darum möchten auch Reiter wie Christine Farkasch bitten. „Ich hatte neulich ein sehr nettes Erlebnis beim Reiten. Eine Radfahrerin kam von hinten an und hat mich gewarnt. So konnte ich zur Seite und sie langsam an mir vorbeifahren“, berichtet die Pferdebesitzerin. „Es wäre doch einfach schön, wenn alle so nett und rücksichtsvoll miteinander umgehen würden“, meint sie. „So können alle die traumhafte Umgebung nutzen und es kommt weder zu Problemen noch zu Unfällen.“

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