Viele Reiserückkehrer haben das Virus im Gepäck.
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Viele Reiserückkehrer haben das Virus im Gepäck.

Corona-Virus

Neuinfektionen in Bad Tölz-Wolfratshausen: Ein Viertel sind Reiserückkehrer

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Neuinfektionen im Landkreis steigen. Viele Reiserückkehrer bringen auch das Coronavirus mit nach Hause. Es zeigt sich, dass vor allem Ungeimpfte sich anstecken.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Zahl der aktuell mit Corona Infizierten im Landkreis steigt seit einiger Zeit wieder stetig. Doch während viele Gesundheitsämter klagen, dass eine Kontaktnachverfolgung kaum noch möglich sei, gibt das Tölzer Landratsamt hier Entwarnung. Bestätigt wird dagegen ein anderer Trend: Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen entwickelt sich Corona zu einer Pandemie der Ungeimpften.

Vor dieser hatte vergangene Woche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewarnt. „90 bis 95 Prozent der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen seien nicht geimpft“, sagte Spahn. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen waren am Donnerstag (Stand: 14 Uhr) 199 Menschen mit Corona infiziert. „Darunter sind 22 Menschen, die vollständig geimpft waren“, sagt Sabine Schmid, Pressesprecherin am Tölzer Landratsamt. Alle 22 hätten „keine oder nur leichte Symptome“, so die Behördensprecherin.

Aktuell nur 22 geimpfte Personen unter den Infizierten

Schaut man auf die Impfzahlen im Landkreis, geht es nach wie vor etwas schleppend voran. Bis zum vergangenen Montag sind 69 450 Erstimpfungen verabreicht worden. 66 400 Bürger sind vollständig geimpft. Das entspricht rund 52 Prozent der Gesamtbevölkerung im Landkreis. Tatsächlich dürften die Zahlen etwas höher liegen, weil die Impfungen bei Betriebsärzten nicht eingerechnet werden. Auch Bürger, die außerhalb des Landkreises geimpft werden, fließen nicht in die Statistik ein. Und natürlich leben im Landkreis auch viele Kinder unter 12 Jahren, die gar nicht geimpft werden können.

Stetig gestiegen ist in den vergangenen Tagen die Zahl der Infizierten. Bis zu 30 Neuinfektionen pro Tag registrierte das Gesundheitsamt. „Etwa ein Viertel der Neuinfektionen ist auf Reiserückkehrer zurückzuführen“, sagt Schmid. Hinzukomme, dass sich die Delta-Variante auch hier ausbreite, „die deutlich ansteckender ist“, so Schmid. Ebenso eine Rolle spielen allerdings die fehlenden Beschränkungen. So haben Infizierte momentan natürlich deutlich mehr Kontakte als während des Lockdowns. Diese Vielzahl von Kontakten bringt manche Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung wie im vergangenen Winter wieder an die Grenzen des Machbaren. In Tölz ist das noch nicht so: „Trotz der steigenden Zahlen ist dem Gesundheitsamt die Nachverfolgung noch möglich“, so Schmid.

Krankenhaus-Ampel noch auf grün

Eine Kurve nach oben macht auch die Sieben-Tage-Inzidenz. Lag der Wert vor einer Woche bei 82,7, kratzte er am Freitag mit 97,5 an der 100er-Marke. Allerdings hätte das Überschreiten dieses Werts keine Konsquenzen mehr, wie Schmid bestätigt. Denn die Inzidenz als alleiniges Bewertungskriterium wurde von der bayerischen Krankenhausampel abgelöst. Und die steht mit Blick auf die Krankenhauseinweisungen und die Auslastung der Intensivstationen mit Corona-Patienten derzeit auf Grün. Schmid: „Erst wenn die Krankenhaus-Ampel auf Gelb umschaltet, kommen wieder Einschränkungen auf uns zu.“

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