Hilfe bei den Hausaufgaben, Unterstützung im Sportverein, bei der Feuerwehr oder im sozialen Bereich: Wer sich ehrenamtlich im Landkreis betätigen will, hat eine große Auswahl. Der Landkreis sucht nun neue Wege, Vereine und Menschen, die sich engagieren wollen, in Kontakt miteinander zu bringen.
+
Hilfe bei den Hausaufgaben, Unterstützung im Sportverein, bei der Feuerwehr oder im sozialen Bereich: Wer sich ehrenamtlich im Landkreis betätigen will, hat eine große Auswahl. Der Landkreis sucht nun neue Wege, Vereine und Menschen, die sich engagieren wollen, in Kontakt miteinander zu bringen.

Aus dem Kreis-Sozialausschuss

Bad Tölz-Wolfratshausen will Weg zum Ehrenamt erleichtern und modernisieren

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Viele Vereine und Organisationen suchen händeringend Ehrenamtliche. Auf der anderen Seite würden sich viele gerne irgendwie freiwillig engagieren, wissen aber nicht genau, an wen sie sich wenden sollen. Die beiden Seiten zusammenbringen will der Landkreis nun durch die Investition in eine App.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Schon jetzt gibt es auf der Internetseite des Landratsamts, genauer gesagt: im Engagementkompass, die Möglichkeit, nach einer ehrenamtlichen Betätigung zu suchen. Das Problem: Jeder, der willens ist, sich ein Ehrenamt zu suchen, muss erst einmal einen sechsseitigen Fragebogen ausfüllen mit Angaben zu Interessen, Kenntnissen und persönlichen Stärken und Erfahrungen. Den schickt er dann an Margit Engl vom Ehrenamtsbüro, und gemeinsam wird dann nach der passenden Aufgabe gesucht. Als das Angebot vor etwa zehn Jahren eingerichtet wurde, entsprach das den Möglichkeiten. Mittlerweile „ist die Stellenbörse in dieser Form nicht mehr so attraktiv“, sagte Engl am Montag im Kreis-Sozialausschuss. Zumal sich das Ganze auf Smartphones kaum sinnvoll anzeigen lässt.

Vorhaben des Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Moderner Weg zum Ehrenamt per App

Daher möchte der Landkreis hier nun einen neuen, etwas moderneren Weg gehen. Vereine und am Ehrenamt Interessierte zusammenzubringen, könnte beispielsweise über die App „FlexHero“ funktionieren. Mit relativ geringem zeitlichen Aufwand können Vereine hier eintragen, für welche Aufgabe sie einen „Helden“ – so heißen dort die Ehrenamtlichen – suchen, welche Anforderungen es gibt, aber auch, was die Freiwilligen von der Aufgabe haben oder dabei lernen können. Der Suchende muss sich lediglich die App auf sein Smartphone laden und kann dann ganz bequem die Angebote durchsuchen. Eine kleine Umfrage des Ehrenamtsbüros bei Vereinsvorständen habe gezeigt, dass großes Interesse bestehe, sagte Engl. Wichtig ist aber für viele, dass sie das Ganze nichts kostet. Daher würde der Landkreis die Kosten übernehmen. Bei „FlexHero“ würden acht Cent pro Einwohner fällig. Rund 10 000 Euro wären das unter dem Strich. Dafür bewerben die Betreiber der App aber auch die Angebote auf verschiedenen Kanälen. „Ich würde das mal ein bis zwei Jahre laufen lassen und dann schauen, was dabei rausgekommen ist“, sagte Engl.

Idee des Digitalisierungsprojekts stößt auf große Zustimmung im Kreistag

„Super Sache“, sagte Maria Demmel (Grüne). „Cooles Projekt“, ergänzte Fraktionskollegin Teresa Wimmer. Auf der Internetseite des Landratsamtes würden jüngere Menschen vermutlich eher nicht nach ehrenamtlicher Betätigung suchen. Durch die App lassen sich aber vermutlich einige erreichen. In diesem Zusammenhang lobte Wimmer auch, dass das Landratsamt seit einigen Monaten mit Michael Heigl endlich einen Social-Media-Manager hat, der auch Plattformen wie Facebook und Instagram bespielt. Auch Edmund Häner (FDP) bekannte, „ein absoluter Freund von Digitalisierungsprojekten“ zu sein. Ob ein Verein auch ganz allgemein für sich in der App werben könne oder ob es immer ein konkretes Projekt brauche, wollte Karl Murböck (CSU) wissen. „Es ist schon wichtig, dass man konkret etwas beschreibt“, sagte Engl. Es gehe nicht allgemein darum, mehr Mitglieder zu finden, ergänzte Sozialamtsleiter Thomas Bigl. „Der Fußballer ist auch kein Ehrenamtlicher, sondern reines Mitglied. Hier geht es eher darum, beispielsweise einen Kartenabreißer für die Spiele zu finden.“

Beschluss ohne Gegenstimme gefällt

Franz Schöttl (CSU) konnte sich mit der App gut anfreunden. „Für konkrete Sachen, beispielsweise Helfer für ein Ramadama finden, kann ich mir das gut vorstellen.“ Er wünschte sich aber nach einem Jahr einen Bericht, wie das Ganze angenommen wird. Einstimmig wurde beschlossen, den digitalen Weg bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen weiterzubeschreiten. Ob sich der Landkreis tatsächlich für die App „FlexHero“ entscheidet, muss sich allerdings erst noch zeigen. Mittel in Höhe von rund 10 500 Euro stehen zur Verfügung. Die waren heuer eigentlich für das Projekt „Wohnen für Hilfe“ eingeplant. Dieses lasse sich aber weiterhin aufgrund vieler offener rechtlicher Fragen nicht verwirklichen, sagte Bigl.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare