Start in die Saison

Badepause mit Konzept: Das ist neu an den Badeplätzen

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Auf die Badegäste im Südlandkreis warten heuer einige Veränderungen: Sowohl in der Tölzer Eichmühle als auch am Kirchsee haben neue Pächter die Kioske übernommen. Beide warten mit ausgefeilten Konzepten auf.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Manchmal bestimmen Träume, wie es im Leben weitergeht. Wie der, den Birgit Oberhuber vor ungefähr einem halben Jahr hatte: „Ich bin eines Morgens aufgewacht und dachte, ich muss jetzt sofort den Kiosk am Kirchsee aufsperren“, sagt sie. „Das war gespenstisch.“ Unheimlich war der Sachsenkamerin der Traum, weil sie mit dem Kiosk damals überhaupt nichts zu tun hatte. Nach dem Aufwachen aber relativ schnell schon: Die Vorpächterin Christine Dreser hatte gerade gekündigt, weil sie beruflich zu sehr eingespannt war. Birgit Oberhuber bewarb sich bei der Gemeinde, stach vier Konkurrenten aus und übernahm den Kiosk.

„Café Maikiki“ am Kirchsee

Ein schöner Junitag, ein Besuch beim „Café Maikiki“ – „Mai Kirchsee Kiosk“, erklärt Oberhuber die bairische Abkürzung. Wobei sie das Wort Kiosk eigentlich nicht mag – es klingt ihr zu sehr nach Pommesbude. „Das ist ein Gartencafé“, sagt die neue Pächterin. Und zwar mit Lounge-Atmosphäre: Abseits der zehn Tische, auf denen Mini-Palmen stehen, hat sie mit ihrem Mann Michael große Sitzpolster ausgelegt.

„Regional, biologisch, nachhaltig“: So lautet das „Maikiki“-Konzept. Die Oberhubers kooperieren mit Bäckern und Metzgern aus Sachsenkam, bald soll es eine Art Dorf-Burger geben. Besonderen Wert legt das Paar, das mit zwei Töchtern ein paar Meter weiter am Kirchsee wohnt, auf guten Kaffee. „Wir haben extra einen Barista-Kurs gemacht“, sagt Birgit Oberhuber. Einen ganzen Tag lang waren Mitarbeiter einer Murnauer Rösterei da, um die neue wuchtige Siebträger-Maschine zu erklären.

Die Kuchen backt die 45-Jährige selbst – schließlich ist sie gelernte Hauswirtschafterin. In München gehörte sie vor ein paar Jahren zu den Geschäftsführern des Wirtshauses „Löwengarten“, außerdem arbeitete sie als Sozialpädagogin. Die Oberhubers möchten vor allem einen Treffpunkt für Einheimische schaffen. „Das Pommes-Geschäft am Wochenende macht mir eher Angst“, sagt sie. Auf einen Ratsch unter der Woche, einen Abstecher in der Mittagspause oder einen Kaffee nach dem Morgen-Schwimmen: Dazu will Oberhuber die Leute motivieren. Zwischen 11 und 18 Uhr soll an trockenen Tagen geöffnet sein.

Parkautomat? Noch nicht in Sachsenkam

Während Sachsenkamer am Kirchsee kostenlos parken, verlangt Jakob Vierthaler von allen anderen Autofahrern drei Euro. Der Parkwächter schiebt hier im Schatten der Bäume seit acht Jahren Dienst. „Ich habe mich noch mal überreden lassen“, sagt er. Mit seiner Frau ist der 72-Jährige zuletzt von Geretsried nach Niederbayern gezogen. Die Gemeinde fand allerdings keinen Nachfolger. Vierthaler lebt nun in einer Ferienwohnung im Ort. „Meine Frau besucht mich oft am Wochenende“, sagt er, während er Hund Nemo krault. An manchen Tagen kämen nur drei Autos vorbei, an anderen gleich 450. „95 Prozent der Gäste kenne ich“, sagt Vierthaler. Er schätzt die persönlichen Plaudereien durchs Fahrerfenster: „Ein Parkautomat? Der passt nicht zum Kirchsee.“

Sollte sich auch für die nächste Badesaison kein neuer Parkwärter finden, werde man aber mehrere Automaten aufstellen müssen, sagt Sachsenkams Bürgermeister Hans Schneil. „Wir hatten schon Angebote eingeholt“, sagt er. „Aber die Überwachung ist sehr teuer.“

Eichmühle: Wirt aus der Burger-Szene

Der neue Kiosk-Pächter im Tölzer Freibad Eichmühle kommt aus der Burger-Szene. Thomas Brendel betreibt das für XXL-Schnitzel bekannte „Oscars“ in Miesbach. Seine „US Food Factory“ an der Tölzer Hindenburgstraße hat er in der Freibadsaison in die Sommerpause geschickt. Zusammen mit einem Azubi und einem Festangestellten versorgt er die Eichmühle-Gäste unter anderem mit Eis, Hugo, Bratwürsten und natürlich Schnitzel. „Wer davon leben will, wird untergehen“, spricht Brendel Klartext. Der 46-Jährige habe für Herd und andere Geräte viel investiert. „Aber ich bin sehr flexibel“, sagt Brendel, der sein Personal an verschiedenen Orten einsetzt. Denn parallel betreibt er das Warmbad in Fischbachau.

Annemarie Wimmer (79) fährt seit 52 Jahren aus München raus, um in der Eichmühle zu planschen. „Hier kriegt man immer einen Platz – für das Auto und das Handtuch“, findet die Seniorin. Neben ihr hängt Peter Pauli die Füße ins Moorwasser: „Das ist sehr wertvoll und hält uns frisch“, sagt der 76-Jährige.

Warmes Freibad Benediktbeuern

17 Grad kalt ist das Eichmühle-Wasser noch, auch wenn sich die Oberfläche bei Sonnenschein sehr schnell erwärmen kann. Wem das alles immer noch zu kalt ist, kann zum Beispiel ins Alpenwarmbad nach Benediktbeuern gehen. Seit der Renovierung wird auch das Sportschwimmerbecken immer warm gehalten, nämlich mit 20 Grad, berichtet Bademeister Robert Baumgartner: „Das muss sich aber erst noch rumsprechen.“

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