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Das Führungsteam der Bäckerinnung (v. li.): Andreas Wiedemann, Manfred Burger, Leo Büttner, Inge Kögl, Robert Butz, Obermeister Konrad Stelmaszek und Josef Eberl.

Jahresversammlung in Bad Tölz

Bäcker kämpfen mit Image-Problemen

Wegen Lehrlingsmangel setzt das Handwerk auf ausländische Bewerber. Doch einheimische schwache Schüler sollen nicht auf der Strecke bleiben.

Bad Tölz – Die Zahl der Betriebe geht zurück, und es mangelt an Lehrlingen: Mit diesen Feststellungen umriss Obermeister Konrad Stelmaszek in der Jahresversammlung der Bäckerinnung der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach die aktuell größten Schwierigkeiten der Branche.

Freilich bekannte er auch, dass da das Bäckerhandwerk kein Einzelfall sei. „Alle Handwerker mit Ausnahme der Schreiner haben Nachwuchsprobleme“, konstatierte er und prangerte an: „Da ist das Resultat einer verfehlten Bildungspolitik.“

Gerade in der Region herrsche auch eine große Konkurrenz durch attraktive Arbeitsplätze in der Industrie wie etwa bei Roche in Penzberg. Doch das Hauptproblem sei das schlechte Image des Handwerks, bedingt durch die unattraktiven Arbeitszeiten. „Bei den Betriebspraktika herrscht sogar reges Interesse. Doch das geforderte frühe Aufstehen ist oftmals der Hinderungsgrund, dass dann kein Lehrvertrag zustande kommt“, führte der Obermeister aus.

„Wir brauchen gute Fachkräfte, die müssen dann aber auch gutes Geld verdienen können“, mahnte Kreishandwerksmeister Martin Heimgreiter an. Auch wenn es in der Region dem Handwerk insgesamt im Vorjahr nicht schlecht gegangen sei, appellierte er an die Bäcker: „Ihr müsst eure Kunden durch die Qualität der Produkte und auch durch die Eigendarstellung überzeugen. Denn über den Preis geht es nicht.“

So wurden auch diverse Maßnahmen zur Nachwuchs-Werbung vorgestellt. Auch wenn man hierzulande noch weniger Probleme habe, da die meisten Lehrlinge aus der Region stammten, liege die Zukunft bei ausländischen Lehrlingen, die der deutschen Sprache nicht so mächtig seien, erklärte schließlich der Bichler Josef Eberl, der stellvertretende Lehrlingswart der Innung. Dabei warnte er vor einer gewissen Ungleichbehandlung: „Asylbewerber erfahren oftmals große Unterstützung, während dagegen schwache, heimische Lehrlinge auf der Strecke bleiben. Das wird für uns die nächste große Herausforderung.“ Freilich seien derzeit die Lehrlingszahlen bei den Bäckern „noch relativ stabil“, wie Anette Bachhuber von der Tölzer Berufsschule anmerkte.

Einen Großteil des Bäckertreffens nahm der Rückblick auf den bayerischen Verbandstag der Bäcker jüngst in Bad Tölz ein. „Dabei hat sich unsere Innung als Veranstalter ganz gut verkauft“, lobte Stelmaszek.

Wenig Neues brachten schließlich die Neuwahlen zur Innungsführung. An der Spitze stehen nach wie vor Konrad Stelmaszek (Königsdorf) als Obermeister und sein Stellvertreter Florian Perkmann (Miesbach). Die Lehrlingswarte sind weiterhin Anton Lugauer jun. (Benediktbeuern) und der Stellvertreter Josef Eberl (Bichl). Als Schriftführer fungiert Robert Butz (Bayrischzell). Beisitzer sind Manfred Burger (Wolfratshausen), Leo Büttner, Andreas Wiedemann jun. (beide Bad Tölz), Jakob Gritscher jun. (Schliersee) und Inge Kögl (Lenggries).

Ewald Scheitterer

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