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Künftig der Hauptsitz der Bäckerei Wiedemann: Der Standort in der Marktstraße - heute Bäckerei Gotz.

Bäckerei Wiedemann übernimmt Gotz

Bad Tölz - Die Bäckerei-Landschaft in Tölz ändert sich: Zu Beginn des kommenden Jahres übernimmt die Bäckerei Wiedemann die Bäckerei Gotz und deren Produktion im Farchet. Das gilt auch für alle Mitarbeiter. Der Geschäftsstandort Klammergasse wird geschlossen.

 In beiden Betrieben haben nun auch die Personalversammlungen stattgefunden, bei denen die Mitarbeiter informiert wurden. Sie hätten, sagt der neue Betriebschef Andreas Wiedemann (39), „nicht schlecht“ und „neugierig“ auf die Situation reagiert. Ähnlich sei es auf Gotz-Seite verlaufen, meint Josef Niedermaier. Für viele Mitarbeiter habe sich eh schon länger die Frage gestellt, wie es weitergeht.

Denn ein wichtiger Grund des Verkaufs ist die familiäre Situation. Die beiden Töchter von Andrea und Josef Niedermaier werden nicht in den Betrieb einsteigen. Gotz-Geschäftsführerin Andrea Niedermaier (54), die künftig als Angestellte von Andreas Wiedemann arbeiten wird, glaubt nicht, dass sie den ganzen Betrieb in zehn Jahren noch schultern kann. Dass Landrat Josef Niedermaier nach der Politikerlaufbahn wieder zurückkehrt in seinen alten Beruf, wurde zwar angedacht. Bäckerei-Kollegen hätten ihm aber dringend davon abgeraten, gibt der 52-Jährige freimütig zu. Das funktioniere nicht mehr.

Dass die Bäckerei erhalten bleiben soll, darüber war sich das Ehepaar Niedermaier von Anfang einig. Angebote von Großbäckereien habe es gegeben, sagt die Gotz-Chefin. „Das wollten wir aber nicht.“

Wird geschlossen: Der zu kleine und alte Bäckerei-Standort an der Klammergasse hat keine Zukunft mehr.

Der Kontakt zur Bäckerei Wiedemann war dann naheliegend. Beide Bäckereien arbeiten schon lange zusammen und tauschen einzelne Produkte aus. Als „Tölzer Stadtbäcker“ führten sie gemeinsam mehrere Jahre zwei Edeka-Bäckereien in Lenggries. Deshalb führte man nun seit drei Jahren Gespräche über eine komplette Übernahme. Sie ist noch nicht notarisch, aber man ist sich einig, wie beide Ehepaare gestern gegenüber dem Tölzer Kurier versicherten.

Der Bäckerei-Name Gotz wird allerdings verschwinden, sagt Andreas Wiedemann. Der Hauptsitz der Bäckerei Wiedemann wird ab 1. Januar 2017 in die angepachteten Räumen in der Marktstraße verlagert. Das Geschäft bleibt vorerst so, wie es ist. Das Haus will Niedermaier in Zukunft sanieren. Die Niedermaiers verkaufen die 1993 gebaute Produktion im Farchet an die Familie Wiedemann. Alle Liefervereinbarungen werden übernommen.

Die neue Bäckerei, so erläutert die künftige Chefin Veronika Wiedemann (37), wird folgende Filialen haben: Tengelmann, Netto, Penny, Rewe, Badeteil und Marktstraße sowie Penny Lenggries und das Verkaufsmobil. Zu den derzeit 36 Gotz-Mitarbeitern kommen 42 Wiedemann-Angestellte. Alle haben eine Zukunft in dem vereinigten Betrieb, sichert Andreas Wiedemann zu.

Bei den Produkten will Andreas Wiedemann „hauptsächlich meine mitnehmen“. Selbstverständlich sollen aber auch die Gotz-Favoriten im Sortiment zu finden sein. Durch Abgleich der Verkaufszahlen sei der Kunden-Geschmack schon herauszufinden.

Durch die vollständige Übernahme sollen mögliche Rivalitäten von vorneherein vermieden werden, sagt Josef Niedermaier. „Es ist ein Schritt, den man wohl nur einmal im Leben macht“, meint Andreas Wiedemann. Es sei aber alles durchgerechnet und habe „Hand und Fuß“. Dennoch, ergänzt seine Frau Veronika, „wird das schon eine große Herausforderung“. Christoph Schnitzer

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